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Landesdenkmalamt | Denkmalschutz

Denkmalpflege im Saarland 3 – „Kelten, Römer und Germanen im Bliesgau“

Herausgeber: Stiftung Europäischer Kulturpark Bliesbruck-Reinheim

Ausgabe: 2010

Das Buch ist zum Preis von 19,80 € über die Stiftung Europäischer Kulturpark Bliesbruck-Reinheim, Robert-Schuman-Straße 2, 66453 Gersheim-Reinheim (Telefon +49 6843-9002-11, Telefax +49 6843-900225, E-Mail info@europaeischer-kulturpark.de) zu beziehen.

ISBN 978-3-9811591-2-7

Das Buch zeigt reich bebildert Forschungsergebnisse der saarländischen Archäologie in dem Gebiet um Reinheim.

Buchcover Denkmalpflege im Saarland 3 Buchcover Denkmalpflege im Saarland 3
Foto: Landesdenkmalamt

Inhalt

Spätestens mit der Entdeckung des frühlatènezeitlichen Fürstinnengrabes von Reinheim 1954 wurde eine Forschungstradition in der saarländischen Archäologie eröffnet, die auf einer ungewöhnlich hohen Fund- und damit Dokumentationsqualität in dem Gebiet um Reinheim gründet.

Neben Otzenhausen mit seinem keltischen Ringwall, Wareswald, Schwarzenacker und Borg mit ihren provinzialrömischen Befunden präsentiert sich das Gebiet um Reinheim als prominenter Ort, an dem befundmäßig das gesamte Spektrum archäologischer Forschung im Saarland deutlich wird. Über das Thema Kelten hinaus weist dieser Bereich der Kulturlandschaft des Bliesgaus in archäologischer Hinsicht mit der römischen Villa bis hin zum Grabfund aus merowingischer Zeit jedoch noch weitere bedeutende Kulturgeschichtsdokumente auf. Der inhaltliche Schwerpunkt archäologischer Forschung liegt jedoch befundbedingt in der Keltenforschung. Den Beginn der archäologischen Erforschung der keltischen Befunde im Bliesgau markieren die Ausgrabungen verschiedener keltischen Grabhügelgruppen unter dem ehemaligen Leiter des Konservatoramtes für das Saargebiet, Carl Klein vor dem Zweiten Weltkrieg. Der Durchbruch im Hinblick auf eine überregionale, ja internationale Bedeutung von Reinheim und Umgebung erfolgte 1954 fast zeitgleich mit der Entdeckung des Kraters in Vix durch die Bergung des Fürstinnengrabes unter Leitung des Landeskonservators Josef Keller. Zusammen mit den Aktivitäten des 1984 gegründeten Archäologischen Vereins des Saarpfalz-Kreises wurden in der folgenden Zeit unter der Leitung des Staatlichen Konservatoramtes – beispielsweise in Verbindung mit Universitätsinstituten – überregional angelegte Forschungsprojekte realisiert. In der aktuellen Agenda des Ministeriums ist das Projekt „Keltische Fürstensitze in Europa“ aufgenommen, das aufgrund der vergleichbaren Fundsituation zusammen mit den burgundischen Kollegen in Vix realisiert werden soll.

Die vorliegende Publikation erscheint in der neuen Reihe „Denkmalpflege im Saarland“ des saarländischen Landesdenkmalamtes. Sie ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen Beschäftigung des Autors – Leiter der Bodendenkmalpflege im Landesdenkmalamt und seit seiner Gründung Präsident des Archäologischen Vereins des Saarpfalz-Kreises – mit der Archäologie des Bliesgaus und liefert gleichzeitig eine aktuelle wissenschaftliche Grundlage für die geplante Ausstellung über die Forschungen im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim.

Nach einer Würdigung des grenzüberschreitenden Projektes Europäischer Kulturpark werden, beginnend mit dem spätbronzezeitlichen Hortfund von Reinheim, in chronologischer Reihenfolge die einzelnen Siedlungsepochen behandelt; über den frühkeltischen Westhallstattkreis, die „klassische“ Epoche der keltischen Fürstensitze bis hin zur römischen Besiedelung. Den Abschluss dieser Chronologie bilden Abhandlungen über die spätantike, frühmittelalterliche Epoche; die jüngsten Grabungsergebnisse, die Freilegung eines merowingischen Adligengrabes auf dem Homerich 2008, belegen eine befundmäßig nachgewiesene, über 1600-jährige Siedlungskontinuität an diesem Ort. Im Anschluss an die Siedlungsgeschichte erfahren mit dem Fürstinnengrab oder dem Heiligtum im „Horres“ einzelne keltische Stätten und mit der Großvilla der römische Befund wegen ihrer herausragenden Bedeutung eine separate monographische Behandlung und Würdigung.