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| Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie | Menschen mit Behinderung, Gleichstellung, Sozialhilfe, Soziales

Eingliederungshilfe/Behindertenhilfe und Hilfe zur Pflege

Leistungen im Rahmen der Eingliederungshilfe

Aufgabe der Eingliederungshilfe ist es, behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen in die Gesellschaft einzugliedern und ihnen die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen oder zu erleichtern.

Das Bild zeigt einen Rollstuhlfahrer der an einer Bustür den Hilfeknopf für schwerbehinderte Menschen benutzt Rollstuhlfahrer und Bus
Foto: Agence DER - stock.adobe.com

Um passgenaue Hilfe gewähren zu können, ist eine qualifizierte Beratung (gerne auch vor Ort) und Information über die mögliche Vorgehensweise notwendig, sowie die Ermittlung des individuellen Bedarfs. Durch die Bedarfsermittlung und Hilfeplanung wird festgestellt, welche Unterstützungsleistungen der Mensch mit Behinderung in seiner Situation braucht und in Anspruch nehmen will.

Nachfolgend erläutern wir Ihnen den Ablauf der Antragstellung in Kurzform:

Schritt 1: Persönliches Erstgespräch

Hier beraten und informieren wir Sie zu den Möglichkeiten der Eingliederungshilfe (auf Wunsch auch in Ihrem ganz persönlichen Lebensumfeld). Außerdem erhalten Sie hier wichtige Informationen zum Antrag, weswegen Sie das Erstgespräch unbedingt wahrnehmen sollten.

Schritt 2: Sie geben den Antrag ab

Sie reichen Ihren Antrag bei uns ein. Wenn Sie es wünschen, füllen wir Ihren Antrag auch gerne gemeinsam mit Ihnen aus.

Schritt 3: Ziel- und Leistungsplanung

Nach Prüfung der Antragsvoraussetzungen werden wir Ihren individuellen Hilfebedarf feststellen und die Ziel- und Leistungsplanung erstellen.

Schritt 4: Leistungen

Zuletzt bekommen Sie einen Bescheid über Art und Umfang der bewilligten Leistungen. Danach kann zeitnah die jeweils bewilligte Leistung durch einen Leistungserbringer in Anspruch genommen werden.

 
Bitte stellen Sie Ihren Antrag auf Eingliederungshilfe rechtzeitig. Die Feststellung eines Bedarfs kann beispielsweise die Anforderung von mehreren Befundberichten Ihrer Ärzte umfassen oder aber auch die Erstellung von Gutachten durch unseren Medizinisch-Pädagogischer Dienst. Diese Vorgänge nehmen leider eine gewisse Zeit in Anspruch, sodass auf Grund des Umfangs aber auch der gebotenen Sorgfalt die Bearbeitung Ihres Antrags in der Regel circa drei Monate dauert.

Wichtigste Leistungen des Überörtlichen Trägers im Bereich der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung

Das Landesamt für Soziales nimmt als zuständige Verwaltungsbehörde die Aufgaben des Überörtlichen Trägers der Sozialhilfe im Saarland wahr, also die Aufgaben, die nach dem zwölften Sozialgesetzbuch (SGB XII) von zentraler, überörtlicher Bedeutung sind. Sie umfasst alle Maßnahmen der medizinischen, schulischen, beruflichen und der sozialen Rehabilitation.

Zu den wichtigsten Leistungen zählen:

 1. Eingliederungshilfe für körperlich, geistig oder seelisch behinderte Menschen einschließlich der Hilfe für Anfalls- und Suchtkranke in (teil-) stationären Einrichtungen:

  • Hilfe für behinderte Menschen in Wohnheimen und Tagesförderstätten
  • Hilfe in anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) und vergleichbaren sonstigen Beschäftigungsstätten
  • Hilfe für behinderte Menschen zur Schul- und Berufsausbildung
  • Hilfe für Suchtkranke in speziellen Einrichtungen
  • Hilfe für behinderte Kinder in speziellen Kindergärten, aber auch integrative Hilfe in Regelkindergärten
     

2. Ambulante Eingliederungshilfemaßnahmen:

  • Frühförderung für geistig, körperlich oder seelisch behinderte Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind
  • Ambulante Hilfen zum selbstbestimmten Leben und Wohnen für erwachsene Menschen mit körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung
  • Heilpädagogische Leistungen für geistig, körperlich oder seelisch behinderte Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind, z. B. Frühförderung
  • Hilfe für behinderte Menschen zur Schul- und Berufsausbildung einschließlich des Besuchs einer Hochschule
  • Hilfe zum selbstbestimmten Leben und Wohnen für erwachsene  Menschen mit einer Behinderung
  • Begleitetes Wohnen erwachsener seelisch behinderter Menschen in Gastfamilien
  • Hilfe bei der Beschaffung, dem Umbau, der Ausstattung und der Erhaltung von Wohnungen, die den besonderen Bedürfnissen der behinderten Menschen entsprechen
  • Kraftfahrzeugbeihilfen, Versorgung mit orthopädischen und anderen Hilfsmitteln sowie Körperersatzstücken
  • Hilfe zur Teilhabe am gemeinschaftlichen und kulturellen Leben
     

3. Hilfe zur Pflege für pflegebedürftige Personen, die das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, in Pflegeheimen, einschließlich der Hilfe in Einrichtungen der Tages- und Kurzzeitpflege

4. Hilfen - in Fällen außergewöhnlicher Notlagen - für Deutsche im Ausland

5. Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung für behinderte und pflegebedürftige Menschen, die vom LAS stationäre Eingliederungshilfe oder Hilfe zur Pflege erhalten.

Anspruchsvoraussetzungen, Anträge

Rechtsgrundlage für alle Leistungen ist das Zwölfte Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII), in Fällen der Eingliederungshilfe in Verbindung mit dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX), in Fällen der Hilfe zur Pflege in Verbindung mit dem Elften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI).

Grundsätzlich müssen der Leistungsberechtigte selbst, sein Ehegatte oder Lebenspartner oder bei Minderjährigkeit des Leistungsberechtigten die Eltern ihr Einkommen und Vermögen nach bestimmten Vorschriften einsehen lassen. Die genannten Personengruppen bilden hierbei eine Bedarfsgemeinschaft nach § 19 SGB XII. Es gilt die Einkommensgrenze nach § 85 SGB XII. Bei der Bewilligung von Leistungen für behinderte Kinder und Jugendliche zahlen die Eltern in der Regel nur einen Kostenbeitrag, der auf die Höhe der häuslichen Ersparnis infolge der Durchführung der Maßnahme beschränkt ist. Auch bei Hilfe in anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), einer Tagesförderstätte oder in vergleichbaren sonstigen Beschäftigungsstätten ist je nach Einkommenshöhe lediglich ein Kostenbeitrag für den in der Einrichtung erbrachten Lebensunterhalt zu leisten. Es handelt sich um so genannte privilegierte Maßnahmen, die in § 92, Abs. 2 SGB XII aufgezählt sind.

Entsprechende Anträge auf Leistungen nehmen auch die für Ihren Wohnsitz zuständigen Landkreise / der Regionalverband Saarbrücken entgegen. Diese veranlassen in der Regel auch unaufschiebbare Maßnahmen (beispielsweise vorläufige Übernahme der Kosten anlässlich der Aufnahme eines pflegebedürftigen Menschen in einem Pflegeheim).

Bei detaillierten Fragen stehen Ihnen selbstverständlich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Leistungsbereiche des Überörtlichen Trägers für Auskünfte zur Verfügung:

Eingliederungshilfe für behinderte Menschen (Hilfen für behinderte Kinder in integrativen
/Förderkindertageseinrichtungen und in Regelkindergärten, interdisziplinäre Frühförderung,
Hilfen zur Schulbildung, Kraftfahrzeugbeihilfen, Hilfsmittelversorgung)
Telefon: (06 81) 9978-23 49
 
Eingliederungshilfe für behinderte Menschen in Tagesförderstätten, Wohnheimen und
Reha-Einrichtungen, Leistungen für Suchtkranke, Hilfe zur Pflege für Personen, die das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben
Telefon: (06 81) 9978-24 41
 
Eingliederungshilfe für behinderte Menschen in Werkstätten für behinderte Menschen,
ambulante Teilhabeleistungen
Telefon: (06 81) 9978-24 15
 
Kaufmännische Abwicklung, Hilfe für Deutsche im Ausland, Bestattungskosten
Telefon: (06 81) 9978-23 13
 
Bitte beachten Sie, dass wir jeden Antrag sorgfältig und individuell prüfen. Daher bitten wir freundlich um Geduld bei der Bearbeitung.

Eingliederungshilfe Online

Das Landesamt für Soziales bietet seit 2017 das neue Verfahren „Eingliederungshilfe Online“ an.

Darüber können Leistungen der Eingliederungshilfe, der Hilfe zur Pflege und „Sonstige Leistungen“ direkt online beantragt werden.

Zielsetzung des neuen Onlineverfahrens ist eine erhebliche Arbeitserleichterung durch integrierte Plausibilitätsprüfungen im Online-Antragsformular sowie durch die automatische Übernahme der Antragsdaten in das Fachverfahren OPEN/PROSOZ. Damit sind kürzere Bearbeitungszeiten bis zur Bescheiderteilung  und eine Prozessoptimierung zu erwarten.

https://egh-online.saarland.de

Die nachfolgenden Informationen bieten Ihnen eine kompakte Übersicht rund um das Thema Eingliederungshilfe:
 

Was ist Eingliederungshilfe?

Aufgabe der Eingliederungshilfe ist es, behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen in die Gesellschaft einzugliedern und ihnen die Teilhabe am Le­ben in der Gemeinschaft zu ermöglichen oder zu erleichtern.

Menschen erhalten Eingliederungshilfe, wenn sie durch ihre Behinderung wesentlich in ihrer Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beeinträchtigt sind.

Wann liegt eine Behinderung vor?

Eine Behinderung liegt vor, wenn die körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder Seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.

Für die Gewährung von Eingliederungshilfe muss aber eine durch die Behinderung wesentliche Beeinträchtigung vorliegen.

Wo und wie kann ich einen Antrag stellen?

Das Antragsformular finden Sie auf unserer Webseite unter https://egh-online.saarland.de

Senden Sie uns einfach das aufgefüllte Formular zu. Gerne helfen wir Ihnen auch bei der Beantragung bzw. beraten Sie über die Möglichkeiten der Eingliederungshilfe. Vereinbaren Sie einen Termin unter: 0681 9978-2328.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Je nach Hilfeart sind verschiedene Nachweise erforderlich, beispielsweise

  • Einkommensnachweise (z.B. Rentenbescheide, Gehaltszettel, Kontoauszüge),
  • Nachweise über Ausgaben und
  • Vermögensnachweise (z.B. Sparbücher, Bausparverträge).

Neben den genannten Unterlagen ist es hilfreich, wenn Sie vorhandene ärztliche Unterlagen, die Aussagen zu Ihrer Behinderung beinhalten, zusammen mit dem Antrag einreichen. In jedem Fall ist eine Entbindung von der Schweigepflicht notwendig, damit bei Bedarf notwendige Unterlagen bei den behandelnden Ärzten oder Krankenhäusern angefordert werden können.

Warum muss ich Angaben zu meinen Einkommens- und Vermögensverhältnissen machen?

„Sozialhilfe erhält nicht, wer sich vor allem durch Einsatz seiner Arbeitskraft, seines Einkommens und seines Vermögens selbst helfen kann oder wer die erforderliche Leistung von anderen, insbesondere von Angehörigen oder Trä­gern anderer Sozialleistungen, erhält.“ (sog. Nachrang der Sozialhilfe, § 2 Abs. 1 SGB XII). Sowohl beim Einkommens- als auch beim Vermögenseinsatz gibt es je nach Hilfeart gewisse Freigrenzen. Gerne erläutern wir Ihnen die Einzelheiten.

 ... Sie haben einen Antrag auf Leistungen der Eingliederungshilfe gestellt.

Wie geht es  nun weiter?

Wenn Sie Leistungen der Eingliederungshilfe beantragt haben, wird sich zunächst ein(e) Mitarbeiter(in) des Medizinisch-Pädagogischen-Dienstes (MPD) des Landesamtes für Soziales mit Ihnen oder Ihrer Vertrauensperson in Verbindung setzen und einen Termin vereinbaren, wenn nicht anhand der vorgelegten Unterlagen die Leistungsberechtigung bereits erkennbar ist.

Eine Terminvereinbarung ist telefonisch möglich, bitte geben Sie daher, wenn möglich, Ihre Telefonnummer an.

Der Termin findet entweder im Landesamt für Soziales statt oder bei Bedarf auch als Hausbesuch.

Was erwartet mich bei der ärztlichen Begutachtung?

Die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter des MPD wird in einem Gespräch die grundsätzliche Leistungsberechtigung feststellen. Dazu wird nach aktuellen und vorherigen Krankheiten und Beeinträchtigungen gefragt und wie diese Erkrankungen  sich im täglichen Leben auf Ihre Aktivitäten und Teilhabe auswirken. Es wird auch nach bisher erfolgten Behandlungen und Hilfsmaßnahmen gefragt werden.

Wovon wird der Gutachter sich ein Bild machen?

Neben der Befragung werden eventuell auch einige „Funktionstests“ gemacht, je nach Art der Beeinträchtigung. Das können einfache Fragebogentests sein oder auch eine Beobachtung des Gangbildes oder der Handgeschicklichkeit.

Die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter des MPD wird sich auch ein Bild von Ihrer Wohnsituation und Ihrem sozialen Umfeld machen. 

Wie bereite ich mich auf die Begutachtung vor?

Liegen bereits Berichte von Klinikaufenthalten, Rehamaßnahmen, von Untersuchungen bei anderen Behörden oder Einrichtungen vor, kann die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter des MPD möglicherweise nach Aktenlage entscheiden. Daher bitte alle bisher erfolgten Maßnahmen angeben und eventuell  Ihnen vorliegende Unterlagen mit einreichen.

Hilfreich sind auch eventuell Schulzeugnisse oder Zeugnisse bisheriger Arbeits- oder Praktikumsstellen.

Weiterhin werden Angaben zu regelmäßig eingenommenen Medikamenten und zu bereits erfolgenden Maßnahmen benötigt.

Warum erfolgt evtl. ein zweiter Termin? Wie wird der Bedarf erhoben?

Nachdem die grundsätzliche Leistungsberechtigung geprüft worden ist, wird in einem weiteren Schritt der konkrete Hilfebedarf erhoben. Es wird geprüft, in welchen Bereichen des alltäglichen Lebens Hilfe und Unterstützung in welchem Umfang benötigt wird. Dies erfolgt in der Regel durch die Fachkräfte des Pädagogischen Dienstes in einem sogenannten Hilfeplangespräch gemeinsam mit Ihnen.

Der Termin wird in der Regel ebenfalls telefonisch vereinbart. Er findet entweder im Landesamt für Soziales oder nach den Umständen des Einzelfalls auch vor Ort statt.

Wie lange dauert es, bis ich einen Bescheid bekomme?

Dies ist davon abhängig, wie schnell uns alle für die Bearbeitung Ihres Antrages benötigten Unterlagen vorliegen. Eine schnellere Bearbeitung kann beispielsweise dadurch erreicht werden, wenn dem Antragsformular schon entsprechende ärztliche Befunde beigelegt werden.

Beratung und Informationen zum Thema Eingliederungshilfe erhalten Sie jederzeit beim Medizinisch-Pädagogischer Dienst (MPD) des Landesamt für Soziales.
Die wichtigsten Formulare, Merkblätter und Anträge zur Eingliederungshilfe finden Sie unter Downloads.