Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Landwirtschaft und ländlicher Raum
 

Die sieben wesentlichen Merkmale des LEADER-Ansatzes

Logo von LEADER und ELER
Logo von LEADER und ELER

1. Territoriale lokale Entwicklungsstrategien
Ein territorialer Ansatz nimmt ein homogenes, sozial in sich geschlossenes Gebiet, das häufig durch gemeinsame Traditionen, eine lokale Identität, ein Zugehörigkeitsgefühl oder gemeinsame Bedürfnisse und Erwartungen gekennzeichnet ist, als Zielgebiet für die politische Umsetzung. Solch ein Gebiet als Bezugsgebiet zu haben, erleichtert das Erkennen lokaler Stärken und Schwächen, Bedrohungen und Chancen, endogenen Potenzials und die Feststellung größerer Hemmnisse für eine nachhaltige Entwicklung. Das ausgewählte Gebiet muss genügend Zusammenhalt und kritische Masse in Bezug auf menschliche, finanzielle und wirtschaftliche Ressourcen aufweisen, um eine realisierbare lokale Entwicklungsstrategie zu fördern.

2. Bottom-up-Ansatz
Lokale Akteure sind aktiv an der Entscheidungsfindung über die Entwicklungsstrategie und bei der Auswahl der Prioritäten beteiligt. Im Sinne eines „von unten nach oben“ werden die Bevölkerung im Allgemeinen, wirtschaftliche und soziale Interessengruppierungen sowie repräsentative öffentliche und private Institutionen eingebunden. Der Kapazitätsaufbau ist ein wesentlicher Bestandteil des Bottom-up-Ansatzes einschließlich:
o Bewusstseinsschärfung, Schulung, Beteiligung und Mobilisierung der lokalen Bevölkerung zur Feststellung von Stärken und Schwächen in dem Gebiet (Analyse);
o Beteiligung von verschiedenen Interessengruppierungen bei der Konzipierung einer lokalen Entwicklungsstrategie;
o Festlegung eindeutiger Kriterien für die Auswahl geeigneter Projekte auf lokaler Ebene zur Umsetzung der Strategie.
Die Beteiligung ist nicht auf die Anfangsphase beschränkt, sondern zieht sich durch den Umsetzungsprozess hindurchziehen, indem sie einen Beitrag zur Strategie, zur Erreichung der ausgewählten Projekte und zur Ansammlung von Informationsmaterial und zum Lernen für die Zukunft leistet.

3. Öffentlich-private Partnerschaften - die Lokalen Aktionsgruppen (LAG)
Die Einrichtung einer lokalen Partnerschaft, bekannt als „Lokale Aktionsgruppe“ (LAG) ist ein ursprüngliches und bedeutendes Merkmal des LEADER-Ansatzes. Die LAG hat die Aufgabe, eine lokale Entwicklungsstrategie zu entwickeln und umzusetzen, Entscheidungen über die Zuteilung ihrer finanziellen Ressourcen zu treffen und diese zu verwalten. Eine Lokale Aktionsgruppe sollte öffentliche und private Partner zusammenbringen und die bestehenden lokalen Interessengruppierungen aus den verschiedenen sozioökonomischen Sektoren des Gebiets ausgewogen vertreten. Auf der Entscheidungsfindungsebene müssen die privaten Partner und Vereinigungen mindestens 50 % der lokalen Partnerschaft ausmachen. Die LAG wird von einem Regionalmanager begleitet.

4. Innovation erleichtern
Die LEADER-Regionen haben die Möglichkeit. in ihren Projekten neue Wege zu gehen und auszuprobieren. LEADER-Projekte bringen durch ihren speziellen Ansatz unterschiedliche Bürger, lokale Vertreter, Vereine und Verbände, unterschiedliche Sichtweisen und Projektvorstellungen usw. zusammen, bündeln sie in einer einheitlichen Entwicklungsstrategie und setzen sie gemeinsam um. LEADER kann so eine wertvolle Rolle bei der Anregung neuer und innovativer Ansätze für die Entwicklung ländlicher Gebiete spielen. Innovation umfasst die Einführung eines neuen Erzeugnisses, eines neuen Prozesses, einer neuen Organisation oder eines neuen Marktes.

5. Integrierte und multisektorale Aktionen
LEADER ist kein sektorales Entwicklungsprogramm. Verschiedene wirtschaftliche, soziale, kulturelle, umweltrelevante Akteuren und Sektoren sind miteinander verknüpft und agieren gemeinsam. Aktionen und Projekte, die in den lokalen Strategien enthalten sind, werden als Einheit koordiniert.

6. Vernetzung
Netzwerkbildung umfasst den Austausch von Errungenschaften, Erfahrungen und Know-how zwischen LEADER-Gruppen, ländlichen Gebieten, Verwaltungen und Organisationen, die innerhalb der EU an der ländlichen Entwicklung beteiligt sind. Netzwerkbildung ist ein Weg, bewährte Verfahren zu übertragen, Innovation zu verbreiten und auf den Erkenntnis-sen aufzubauen, die aus der lokalen ländlichen Entwicklung gewonnen wurden. Sie schmiedet Bindungen zwischen Menschen, Projekten und ländlichen Gebieten.

7. Kooperation
Kooperation geht über Netzwerkbildung hinaus. Dazu gehört, dass eine Lokale Aktions-gruppe ein gemeinsames Projekt mit einer anderen LEADER-Gruppe oder mit einer Gruppe, die einen ähnlichen Ansatz in einer anderen Region, einem andere Mitgliedstaat oder sogar in einem Drittland verfolgt, unternimmt. Kooperationsprojekte sind nicht nur einfach ein Erfahrungsaustausch. Sie müssen ein konkretes gemeinsames Projekt umfassen, das idealerweise im Rahmen einer gemeinsamen Struktur geführt wird. Kooperation kann den LEADER-Gruppen helfen, ihre lokalen Aktivitäten auszubauen. Dadurch können sie möglicherweise bestimmte Probleme lösen oder die Wertschätzung lokaler Ressourcen steigern.

Kontakt

Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Referat B/4
Michael Burr
Ländlicher Raum, ELER-Verwaltungsbehörde
Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken
E-Mail-Kontakt
Telefon
(0681) 501-4336
Telefax
(0681) 501-4314