Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Archiv des Saarlandes
 

Landesarchiv erhält als einziges saarländisches Archiv KEK-Fördermittel im Rahmen des Sonderprogramms Originalerhalt 2017 - Bestandserhaltungsprojekt mit fünf Projektkräften gestartet

16.11.2017
Präventive Bestandserhaltungsmaßnahmen im Rahmen des KEK-geförderten Projekts im Landesarchiv
Präventive Bestandserhaltungsmaßnahmen im Rahmen des KEK-geförderten Projekts im Landesarchiv

Im Rahmen des Sonderprogramms Originalerhalt 2017 fördert die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) im Jahre 2017 insgesamt 45 Projekte zur Bewahrung unersetzbarer Originale in Archiven und Bibliotheken. Neben Einrichtungen wie der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, dem Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden oder der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe erhält auch das Landesarchiv Saarbrücken im Rahmen des Sonderprogramms als einzige saarländische Institution Fördergelder für ein Projekt zur präventiven Konservierung saarländischen Kulturguts. Konkret werden bis Ende 2017 mithilfe der KEK-Förderung Verpackungsrückstände im  Landesarchiv aufgearbeitet. Die Entmetallisierung, die Trockenreinigung an der kürzlich vom Landesarchiv angeschafften Werkbank sowie die Verpackung des Archivguts erfolgen durch fünf Projektkräfte, die bereits seit September bzw. November diesen Jahres im Einsatz sind. Die durchzuführenden Maßnahmen sind ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des schriftlichen kulturellen Erbes des Saarlands.

Ausgewählt wurden für das Projekt zwei zentrale Archivbestände von obersten Landesbehörden - Staatskanzlei und Wirtschaftsministerium -, die nicht nur für die Erforschung der Geschichte des Saarlands, sondern auch für die Untersuchung bundesdeutscher und europäischer Entwicklungen herangezogen werden können. Der saarländische Sonderweg, der mit der wirtschaftlichen Eingliederung in die Bundesrepublik erst 1959 endete, die enge Verbindung dieses Weges mit den frühen europäischen Einigungsbemühungen, die Transformation einer klassischen Montanregion im grenzüberschreitenden Kontext sowie die Entwicklung europäischer Großregionen sind nur einige zentrale Themenfelder, für deren Analyse die genannten Bestände unverzichtbar sind. Während der Bestand der Staatskanzlei, also der Behörde des Ministerpräsidenten/der Ministerpräsidentin, Ziele, Planung und Steuerung der Regierungsarbeit in Interaktion mit deutschen und europäischen Schaltzentralen dokumentiert, ermöglichen die Akten des Wirtschaftsministeriums neue Zugänge zu Themenfeldern wie Montanunion, Kohle- und Stahlkrise oder Saar-Lor-Lux. Da die Probleme der (nationalen) Wiedervereinigung, der europäischen Integration oder des sozio-ökonomischen Strukturwandels mit Hilfe der saarländischen Überlieferung schon zu einem relativ frühen Zeitpunkt wie unter einem historischen Brennglas zu beobachten sind, eignen sich die Bestände von Staatskanzlei und Wirtschaftsministerium auch in besonderer Weise als geschichtliche Folie für gegenwärtige gesellschaftspolitische Debatten.  Dank der KEK-Förderung ist der Erhalt dieser wertvollen Quellen für nachfolgende Generationen nun gesichert.
Parallel zu den konservatorischen Maßnahmen werden die betreffenden Akten im Landesarchiv auch verzeichnet, so dass sie der Forschung in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen.