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Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
 

Saarland begrüßt Neuregelung der zahnärztlichen Ausbildung

Gesundheitsausschuss im Bundesrat stimmt für Neuordnung des Studiengangs Zahnmedizin

Pressemitteilung vom 15.09.2017 - 16:05 Uhr
 „Wir wollen noch in dieser Legislaturperiode die Voraussetzung schaffen, dass Zahnärzte in Zukunft besser ausgebildet werden. Daher haben wir der Novelle im Gesundheitsausschuss des Bundesrates zugestimmt“, so Staatssekretär Stephan Kolling beim diesjährigen Zahnärztetag.

Das Zahnmedizinstudium wird sich nach Beschlussfassung in einen vorklinischen Studienabschnitt von vier Semestern, in dem das humanmedizinische und das zahnmedizinische Grundlagenwissen in den selben Unterrichtsveranstaltungen vermittelt werden, und in einen klinischen Studienabschnitt von sechs Semestern für die praktische Ausbildung aufgeteilt. Neu eingeführt werden die Ausbildung in Erster Hilfe, ein einmonatiger Krankenpflegedienst sowie eine vierwöchige Famulatur. Nach dem vierten, dem sechsten und dem zehnten Semester wird jeweils eine staatliche Prüfung abgelegt werden.

Die Studiengänge Zahnmedizin und Medizin werden also in den ersten vier Semestern angeglichen; der klinische Studienabschnitt wird durch mehr medizinische Unterrichtsveranstaltungen ergänzt. Dadurch werden Allgemeinerkrankungen künftig besser in der zahnmedizinischen Ausbildung abgebildet. Zahnmedizinische Befunde können als Früh-, Leit- und Begleitsymptome Hinweise für die Diagnostik und Therapie einer Allgemeinerkrankung geben. Umgekehrt haben allgemeinmedizinische Erkrankungen und deren Therapie Einfluss auf die zahnärztliche Behandlung.

Künftig, so Gesundheitsministerin Bachmann, sollen im Sinne des Präventionsgedankens die Schwerpunkte Vorsorge und Zahnerhaltung besser und noch frühzeitiger in die Ausbildung einbezogen werden. Durch ein neues Wahlfach und die Einführung des Querschnittsbereichs „Wissenschaftliches Arbeiten“ werden die Fähigkeiten der Studentinnen und Studenten  zum wissenschaftlichen Arbeiten gestärkt. Außerdem soll das Studium fächerübergreifend und problemorientiert ausgerichtet sein, um damit den Ansprüchen an eine moderne und interdisziplinäre Lehre gerecht zu werden.

Staatssekretär Kolling begrüßt die Neuerungen: „Diese Neuordnung ist längst überfällig. Nun wurde die Basis für ein modernes, den gesellschaftlichen Entwicklungen angepasstes Studium, geschaffen, das sowohl die Aspekte Prävention, als auch Alterszahnheilkunde deutlich stärker als bisher in den Fokus nimmt.“

Die zahnärztliche Ausbildung erfolgt aktuell auf der Grundlage der aus dem Jahr 1955 stammenden und seitdem weitgehend unveränderten Approbationsordnung für Zahnärzte. Der Neuregelung der zahnärztlichen Ausbildung, die voraussichtlich Anfang November von den Ländern im Bundesratsplenum beschlossen wird, sind jahrelange Diskussionen mit Experten, den Verbänden und den Ländern vorausgegangen. Die ärztlich-zahnärztliche Prüfung wird dann im Herbst 2020 erstmalig stattfinden.