Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Weiterbildung
 

Saarländischer Weiterbildungspreis 2017 für mehr Toleranz

„Erinnern für die Zukunft – Mehr Demokratiebildung wagen“

Die stolzen Preisträger 2017.
Die stolzen Preisträger 2017.

„Erinnern für die Zukunft – Mehr Demokratiebildung wagen“:
6. Saarländischer Weiterbildungspreis 2017

Preisverleihung vom 20. Juni 2017 im Festsaal des Saarbrücker Schlosses

Statt eines 1. und 2. Preises gab es zwei 1. Preise.

Durch die Veranstaltung führte Leonie Holz vom Saarländischen Rundfunk, untermalt von Gesang mit Jennifer Issi, u.a. bei Farbenblind.

1. Preis
Adolf-Bender-Zentrum St. Wendel
Gleiches Recht für Alle – Gegen Ausgrenzung und Diskriminierung
Nelson Mandela sagte einmal: „Bildung ist die stärkste Waffe, mit der wir die Welt verändern können!“ Zu einer solchen sprichwörtlichen Waffe werden in einem Projekt junge Menschen.
Eine in der politischen Bildung des Saarlandes mittlerweile fest etablierte Einrichtung hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, junge Menschen zu sogenannten Menschenrechtsmentorinnen und –Mentoren auszubilden.
Jugendliche ab 14 Jahren werden dabei in einem mehrwöchigen Bildungsprozess mit Themen wie Menschenrechte, Vorurteile, diskriminierendes Verhalten, Flucht und Asyl befasst. Mit dabei: Zeitzeugen, aber auch ein Argumentationstraining gegen rechte Parolen.
Und es wird dafür Sorge getragen, dass Mentorinnen und Mentoren bekannt werden, über Internet und Social-Media-Kanäle.
Die  Menschenrechtsmentorinnen und –Mentoren dienen als Beraterinnen und Berater an ihrer Schule, aber auch darüber hinaus.
Während ihrer Ausbildung entstehen zudem Kurzfilme. Einer davon ist bereits preisgekrönt.
Urheber dieses Projekt ist das Adolf-Bender-Zentrum aus St. Wendel. Gefördert wird das Vorhaben von der Aktion Mensch.
Bis heute konnten 38 Menschenrechtsmentorinnen und –Mentoren ausgebildet werden. Es sind Menschen, die Zeit ihres Lebens diese Erfahrung und dieses Wissen ihr Eigen nennen und anderen helfen, andere unterstützen oder auch einschreiten, wenn es heißt: Gegen Diskriminierung und Hass! Jeder Mensch ist unantastbar!

1. Preis
KEB im Kreis Saarlouis e.V.
„Fragt uns! Wir sind die letzten …“
 Zeitzeugen sind ein authentisches Mittel politischer Bildung. Man lädt Menschen ein, die hautnah den Holocaust miterlebten. Die Gespräche und die Konfrontation mit ihren Schicksalen treffen die Zuhörer ins Herz und finden so ihren Weg in deren Kopf. Sie sind Anlass zur Reflexion von Vergangenheit und zur Meinungsbildung in Gegenwart und Zukunft.
Zeitzeugenprojekte gibt es häufiger. Was also macht dieses Projekt so besonders? In erster Linie ist es die interkulturelle Schwerpunktsetzung. Schon seit 1987 lädt die Katholische Erwachsenenbildung alljährlich Zeitzeugen aus Osteuropa für 10 Tage ins Saarland ein.
In Zusammenarbeit mit dem Maximilian-Kolbe-Werk Freiburg und natürlich zahlreichen Schulen hier vor Ort, ermöglicht die KEB im Kreis Saarlouis dadurch einen Austausch über Ländergrenzen und Generationen hinweg. Dabei werden mindestens zwei wichtige Ziele erreicht, nämlich politische Bildung aus erster Hand und – was mir mindestens ebenso am Herzen liegt –Völkerverständigung und Versöhnungsarbeit im besten Sinne.
Und da wir alle wissen, dass Zeitzeugen nicht ewig mehr zur Verfügung stehen werden, werden sie schlicht verewigt. Auch dies leistet die KEB, nämlich durch umfangreiche Filmaufnahmen, die später immer wieder verwendet werden.
Wir hoffen, dass noch möglichst viele junge Menschen diese Chance auf eine interkulturelle Begegnung mit den letzten Zeitzeugen des zweiten Weltkrieges nutzen.
Herzlichen Glückwunsch an das Projekt „Fragt uns! Wir sind die letzten…“ 

3. Preis
Caritas Saar-Hochwald e.V. in Dillingen
Gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus
Die Zuwanderung hat zu einer Bewährungsprobe unserer Demokratie geführt. Auf der einen Seite steht ein beachtenswertes ehrenamtliches Engagement für die Menschen, auf der anderen Seite Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Beides aufgreifend, hat sich eine Einrichtung in Dillingen aufgemacht, Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund ansprechend das Thema Menschenrechte nahezuführen. Das geht durch gemeinsames Lernen und Handeln … und aus dem Handeln wird wieder gelernt.
Man nehme dazu einen Richter, der kind- und jugendgerecht das Thema Menschenrechte und Kinderrechte aufarbeitet. Hinzu nehme man eine Theaterpädagogin/ einen Theaterpädagogen und veranschauliche die Themen über gemeinsam eingeübtes rhythmisches Theater. Anschließend zeige man die Ergebnisse Dritten und diskutiert mit diesen darüber.
Dieses mehrwöchige Projekt wird und vom Verein Caritas Saar-Hochwald durch Unterstützung des Landkreises Saarlouis und des Adolf-Bender-Zentrums St. Wendel umgesetzt.
Die Jury begeisterte, dass das Thema Menschenrechte nicht nur theoretisch, sondern auch handelnd und vor dem Hintergrund unterschiedlicher Kulturverläufe der Beteiligten aufgearbeitet wird.

Die Preisträger 2017

Erstmals seit Bestehen des Saarländischen Weiterbildungspreises werden die Preisträger 2017 in einer Broschüre vorgestellt.

Presseveröffentlichungen zum Saarländischen Weiterbildungspreis 2017

Flyer zum Saarländischen Weiterbildungspreis 2017

Preisträger des Saarländischen Weiterbildungspreises

Preisträger des Saarländischen Weiterbildungspreises
Die Mythenjäger der VHS Völklingen errangen 2013 den 1. Preis.