Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Statistik
 

Tiefstwert bei den Unternehmensinsolvenzen

Pressemitteilung vom 06.03.2018 - 08:30 Uhr

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Saarland hat 2017 den tiefsten Wert seit Einführung des neuen Insolvenzrechts im Jahre 1999 erreicht. Nach Mitteilung des Statistischen Amtes ist die Zahl der zahlungsunfähigen Unternehmen im abgelaufenen Jahr auf insgesamt 245 gesunken, das sind 82 Verfahren oder über ein Viertel weniger als 2016.

Stärker noch als die Fallzahl gingen die Anzahl der durch die Unternehmensinsolvenzen gefährdeten Arbeitsplätze (- 45 % auf 1 087) sowie die Summe der angemeldeten Gläubigerforderungen (- 23 % auf 73 Mio. Euro) zurück. Letzteres ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es deutlich weniger Fälle mit mehr als 1 Mio. Euro Forderungen gab bzw. dass nur bei einer Insolvenz Forderungen im zweistelligen Millionenbereich geltend gemacht wurden.

Es handelte sich um einen allgemeinen Insolvenzrückgang, von dem – mit Ausnahme des Handelssektors – alle wichtigen Branchen profitierten. Im Handelsbereich, der sich im Vorjahr als einziger bedeutender Wirtschaftszweig mit rückläufigen Insolvenzen ausgezeichnet hatte, stieg die Verfahrenszahl dagegen auf 46 (+ 9 bzw. + 24 %) an, womit er die meisten Firmenzusammenbrüche hinnehmen musste. Das Gastgewerbe rangiert mit 40 Verfahren (- 30 %) an zweiter Stelle.

Gegliedert nach Rechtsform war die Gruppe der „Einzelunternehmen“ mit 125 Insolvenzfällen (- 26 %) am stärksten betroffen. Dahinter stellte die GmbH die zweithäufigste Rechtsform (106 Fälle bzw. - 23 %) unter den zahlungsunfähigen Unternehmen dar.

Das eigentliche gerichtliche Insolvenzverfahren zur gleichmäßigen Befriedigung der Gläubigeransprüche konnte – nach Prüfung der verbliebenen Vermögensmasse – in mehr als zwei von drei Fällen (168 Verfahren) eröffnet werden. Bei dem Drittel der Fälle, wo die Eröffnung mangels Masse abgelehnt werden musste, kommt dies für die Gläubiger einem Totalverlust gleich.

Wenn auch nicht so stark wie im gewerblichen Bereich gingen 2017 auch die Insolvenzen der „übrigen Gemeinschuldner“ im Saarland zurück (- 5,7 % auf 1 578). Bei der wichtigsten Gruppe, den Verbraucherinsolvenzverfahren (1 346 Fälle), betrug die Abnahme sogar 8,9 Prozent.

Auf Bundesebene zeichnet sich für 2017 ebenfalls eine positive Insolvenzentwicklung ab: Bis Ende November waren die Unternehmensinsolvenzen (18 572 Fälle) um 6,1 Prozent und die Verbraucherverfahren (66 313 Fälle) um 6,4 Prozent rückläufig.