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Vertretung des Saarlandes beim Bund in Berlin
 

Glücksspielexperten fordern strengere Aufsichten und Vollzugsinstanzen

21.11.2017 -

Saarlands Ministerpräsidentin bezweifelt, dass eine grundsätzliche Änderung des bestehenden Regulierungssystems in Deutschland die passende Lösung ist.

Podiumsdiskussion mit der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer
Podiumsdiskussion mit der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer

"Wir müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen der Glücksspielregulierung stärker an die Veränderungen, die das digitale Zeitalter mit sich bringt, anpassen", sagte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer bei der Podiumsdiskussion des Deutschen Lotto- und Totoblocks (DLTB) zum Thema "Milliardenmarkt Glücksspiel: Kann die Politik den Interessenkonflikt lösen?". Sie plädierte dafür, insbesondere den Vollzug gegen illegale Online-Glücksspiel-Anbieter zu stärken.

Mit Glücksspielexperten diskutierte Kramp-Karrenbauer, die seit Oktober dieses Jahres auch den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz innehat, über die problematischen Entwicklungen, die durch die Glücksspiel-Liberalisierung entstanden sind.

Illegale Online-Casino-Angebote und Schwarzlotterien bringen insbesondere Manipulations- und Geldwäschegefahren mit sich. Vor allem aber fehlt die Jugend- und Spielerschutz Kontrolle. Darin waren sich die Experten einig.

Die saarländische Ministerpräsidentin machte zu Beginn der Podiumsdiskussion noch einmal deutlich, dass Glücksspiel nur funktioniere, wenn mehr verloren als gewonnen werde. Dies schmälere letztendlich das Haushaltsbudget der Spieler und ihrer Familien und sei mit Suchtgefahren verbunden, die zu erheblichen sozialen Kosten führen. Deshalb sei Glücksspiel ein besonderes Wirtschaftsgut, das einer konsequenten Regulierung bedarf, so die Ministerpräsidentin.

Es entstand eine vielschichtige Diskussion aller Podiumsteilnehmer, um die Verantwortung des Staates besonders gefährliche Spiele in der eigenen Hand zu halten, oder zu verbieten. Die Einführung einer umfassenden und leistungsfähigen Glücksspielaufsichtsbehörde, bevor Online-Casinos überhaupt zugelassen werden.

Der DLTB sieht in der Diskussion auch eine große Herausforderung für die nächste Ministerpräsidentenkonferenz im Februar und damit auch für ihre Vorsitzende und saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer.