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Vertretung des Saarlandes beim Bund in Berlin
 

Diskussionsabend zur Onlinebefragung ‚Frankreichstrategie‘ mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer

06.11.2017 -

Wie stark das Interesse an der Umsetzung der Frankreichstrategie auch in Berlin ist zeigte das große Publikumsinteresse bei der Vorstellung der Ergebnisse einer Onlinebefragung, in der Philipp Krämer von der FU Berlin die Akzeptanz der Bevölkerung in den Blick nahm.

Diskussionsrunde mit Moritz Rödle (Saarländischer Rundfunk), Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und Philipp Krämer (FU Berlin) ( v.l.n.r.) bei der Beantwortung von Fragen aus dem Publikum
Diskussionsrunde mit Moritz Rödle (Saarländischer Rundfunk), Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und Philipp Krämer (FU Berlin) ( v.l.n.r.) bei der Beantwortung von Fragen aus dem Publikum

Unter dem Titel ‚Mehrsprachigkeit im Saarland – Wunsch oder Zwang‘ befragte Philipp Krämer im Frühjahr 2017 fast 1200 Saarländerinnen und Saarländer zu ihrer Haltung insgesamt, aber auch zu ihren Wünschen und Anregungen zur seit 2014 angelaufenen Frankreichstrategie des Saarlandes.

Die Frankreichstrategie macht in der konkreten Praxis deutlich, wie sehr sich das Saarland  als Brücke zwischen Deutschland und Frankreich versteht.  Bereits heute sind 40 % der Kindergärten  im Saarland zweisprachig . Die historisch gewachsene und in den letzten Jahrzehnten mit großen Anstrengungen ausgebaute Frankreichkompetenz ist eine große Chance für die Zukunft und die Eigenständigkeit unseres Landes. Der Erfolg der deutsch-französischen Versöhnung, der sich im Saarland auf allen Gebieten zeigt, ist ein Modell für gelungene europäische Integration und Kohäsion. Ziel der Strategie ist es insbesondere, das Saarland innerhalb einer Generation in eine multilingualen Raum deutsch-französischer Prägung zu verwandeln und bereits bestehende Kompetenzen zu nutzen und auszubauen. Demnach soll zusätzlich zum Deutschen auch Französisch als Verkehrssprache implementiert werden und noch deutlicher auch im Alltagsleben üblich werden. Bis 2043 setzt sich das Saarland mithin das Ziel, zum ersten mehrsprachigen Bundesland der Bundesrepublik Deutschland zu werden.

Die nun präsentierten Ergebnisse der Befragung  bestätigen und bestärken in großem Umfang die bisherigen Bemühungen, wie Philipp Krämer deutlich machte. Besonders groß fällt dabei die allgemeine Zustimmung zur Strategie und ihren Zielen aus: Fast 2/3 der Befragten begrüßen die Bemühungen quer durch alle Altersgruppen; besonders hoch ist die Akzeptanz interessanterweise in der Altersgruppe der über 60 Jährigen, wo fast 80 Prozent die Strategie befürworten. Ein Ansporn für die Akteure kann man vor dem Hintergrund der allgemeinen Zustimmung darin sehen, dass eine Mehrheit eine noch stärkere Bürgerbeteiligung wünscht und sich nicht sicher ist, ob das sehr ambitionierte Ziel innerhalb einer Generation realistisch ist.

Entscheidend ist es, so Krämer, bedarfsorientierte Angebote zur Mehrsprachigkeit zu machen und den oftmals missverstanden Begriff der Verkehrssprache zu klären. Eine interessante Zukunftsvision regte Krämer gab der Linguist den Gästen auch mit auf den Weg: Vielleicht entwickele der neu geschaffene Sprachraum auch ein eigenes ‚francais sarrois‘, in dem sich beide Sprachen miteinander verbänden.