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Denkmalpflege
 

SHARING HERITAGE – Europäisches Kulturerbejahr 2018

2018 ist Europäisches Kulturerbejahr! Das von der Europäischen Kommission initiierte Themenjahr regt dazu an, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken und so unsere gemeinsame europäische Geschichte auch lokal bei uns zu Hause aufzuspüren. Unter dem Motto SHARING HERITAGE stehen die gemeinsamen historischen Wurzeln und zugleich die kulturelle Vielfalt des Kontinents im Fokus.

Saarbrücken, Pingusson-Gebäude, ehemaliges Kultusministerium
Saarbrücken, Pingusson-Gebäude, ehemaliges Kultusministerium

Der Schwerpunkt Deutschlands für das Europäische Kulturerbejahr 2018 liegt auf dem Thema „Baukulturelles Erbe“. Die Geschäftsstelle des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz koordiniert die Durchführung dieses Themenjahres in Abstimmung mit Bund, Ländern und Kommunen. Die in der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger (VDL) zusammengeschlossenen Landesdenkmalämter werden in den einzelnen Ländern unterschiedliche Projekte durchführen. Auch der Tag des offenen Denkmals am 9. September 2018 steht mit dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“ ganz im Zeichen des Europäischen Kulturerbejahres.

Die Mitwirkung am Europäischen Kulturerbejahr 2018 ist möglich für alle öffentlichen und privaten Träger, Bewahrer und Vermittler des kulturellen Erbes, also beispielsweise Museen, Gedenkstätten, Archive, Bibliotheken bzw. Verwaltungen, Eigner, Träger, Vereine, Fachgesellschaften, Förderkreise etc., wie auch für die Zivilgesellschaft, für bürgerschaftliches Engagement und für jede und jeden, die das Anliegen unterstützen oder mehr über die europäische Dimension unseres kulturellen Erbes erfahren möchten.

 

Sender Europa 1 und Pingusson-Gebäude

Geradezu beispielhaft für das gemeinschaftliche, verbindende europäische Erbe stehen im Saarland die französischen Architekturen der Nachkriegszeit, allen voran der Sender Europa 1 in Überherrn-Berus und das Pingusson-Gebäude in Saarbrücken.

Die 1954-1956 errichtete, staatlich konzessionierte, aber privatwirtschaftlich finanzierte Senderanlage Europa 1 verbindet damals modernste Radiotechnik mit avantgardistischer Architektur. Die große freitragende Spannbetonhalle (86m x 46m) mit geschwungenem Dach und verglasten Außenflächen wurde nach Plänen der französischen Architekten J.F. Gudy, B. Laffaille und E. Freyssinet errichtet. Der konstruktiv gewagte und für den tatsächlichen Gebrauch überdimensionierte Bau, der als architektonische Leistung seiner Zeit so ungewöhnlich und wegweisend war, gilt heute als herausragendes technisches Denkmal von europäischem Rang.

Das Pingusson-Gebäude, vom Volksmund „schmales Handtuch“ genannt, entstand 1951-1954 nach Entwürfen von Georges-Henri Pingusson als Auftaktgebäude des ebenfalls von Pingusson entwickelten ambitiösen städtebaulichen Wiederaufbauplans von Saarbrücken. Ursprünglich Diplomatische Vertretung Frankreichs, wurde das Haus nach Rückgliederung des Saarlandes an die BRD 1960 Sitz des Kultusministeriums. Der Bau dokumentiert als einziges gebautes Zeugnis die großmaßstäbliche Struktur des Pingusson-Planes und stellt mit seinen eleganten Proportionen in den Großformen sowie in der hochkarätigen Detailgestaltung und Innenausstattung eine künstlerische Bauleistung dar, die im Verwaltungsbau des Nachkriegs-Saarlandes keinen Vergleich kennt.

Der Aufarbeitung, Inszenierung und Vermittlung dieses Kulturerbes widmet sich das Projekt „Resonanzen“. Es nimmt, so die Projektidee, „Bezug auf die französische Architektur der Nachkriegszeit und knüpft an eine Ära grenzüberschreitender Kooperation an, in der Europa noch als offenes Projekt verstanden wurde. Einem solchen Denken, noch nicht eingehegt durch das seitdem errichtete, oft als final verstandene Gefüge europäischer Institutionen, kommt in einer von Ängsten und Sorgen über die Zukunft Europas gekennzeichneten Gegenwart besondere Bedeutung zu. Diese Energie eines grenzüberschreitenden Aufbruchs ist Teil des kulturellen Erbes; hier verbinden sich „Aufbruch und Erinnerung“ im Sinnes einer Kulturerbestrategie, die aus der Vergangenheit Inspirationen für die Zukunft schöpft.“ Für das ambitionierte Projekt, bei dem Landesdenkmalamt, Kultusministerium, Werkbund, K 8 Institut für strategische Ästhetik der HBKSaar und weitere Partner kooperieren, stellt die Bundeskulturstiftung 200.000 Euro zur Verfügung.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://sharingheritage.de/

http://resonanzen.eu/

https://sharingheritage.de/projekte/tag-des-offenen-denkmals-2018/

Überherrn-Berus, Sender Europa 1
Überherrn-Berus, Sender Europa 1