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Fischerei

 

Fischerei im Saarland

Im Saarland gibt es ca. 3500 km Fließgewässer, von denen aber lediglich ca. 800 km befischt werden können. Natürliche Stillgewässer kommen im Saarland nicht vor und die wenigen größeren künstlichen stehenden Gewässer dienen hauptsächlich der Naherholung und sind nur eingeschränkt fischereilich nutzbar. Viele kleinere und kleinste Teichanlagen, die meist im Besitz von Angelvereinen sind, werden sehr intensiv genutzt.
Dieser Gewässersituation gegenüber stehen aber rund 17.000 Fischereischeininhaberinnen und –inhaber. Das sind etwa 2% der Bevölkerung, was im Vergleich aller Bundesländer ein ausgesprochen hoher Wert ist.
Im Saarland gibt es ausschließlich Freizeitfischerei; Berufsfischerei ist nicht vertreten. Die Fischerei wird hauptsächlich mit der Handangel betrieben und ist deshalb auch nicht betriebswirtschaftlichen Zwängen unterworfen. Sie hat aber trotzdem die Abschöpfung eines natürlich zuwachsenden Ertrages zum Ziel. Dieses Ziel soll durch die Umsetzung eines Gesamtkonzeptes der nachhaltigen Nutzung erreicht werden.
Unter nachhaltiger Nutzung wird in diesem Zusammenhang nicht die Erhaltung und Vermehrung einiger wirtschaftlich interessanter und damit fischereilich  „wertvoller“ Fischarten, sondern vielmehr die Entwicklung und Pflege eines naturnahen Gewässerzustandes verstanden. Dieser wird durch eine gute Wasserqualität sowie arten- und individuenreiche Fischpopulationen mit der entsprechenden aquatischen Fauna erreicht.
Dies verlangt einen höchst ökologischen Umgang mit dem Gewässer um die fischereiliche Nutzung auf  lange Sicht zu gewährleisten und für zukünftige Generationen zu sichern.
Das Fischereirecht steht den jeweiligen Gewässereigentümern zu.  An der Saar wird das Fischereirecht vom Land ausgeübt. Die Mosel gehört neben Sauer und Our, soweit sie Grenzgewässer ist, zum so genannten „Kondominium“ und wird von der Gemeinsamen Grenzfischereikommission (Luxemburg, Rheinland-Pfalz, Saarland) verwaltet und bewirtschaftet.


Gemeinsame PM des Deutschen Angelfischerverbandes (DAFV), des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST) und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN):

Foto: Michel Roggo

Der Atlantische Lachs ist Fisch des Jahres 2019

● Lachs trotz erster Erfolge in Deutschland weiter vom Aussterben bedroht
● Passierbare Flüsse und geeignete Laichhabitate erforderlich


Bonn/Berlin, 26. November 2018: Der Atlantische Lachs (Salmo salar) wird Fisch des Jahres 2019. Mit der Wahl dieser in Deutschland vom Aussterben bedrohten Fischart machen der Deutsche Angelfischerverband (DAFV), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) darauf aufmerksam, dass für den Schutz, die Erhaltung und die erfolgreiche Wiederansiedlung der Lachse passierbare Flüsse und geeignete Laichhabitate dringend wiederhergestellt werden müssen.

„Der Lachs ist ein anspruchsvoller Wanderfisch, der unverbaute und saubere Flüsse und Bäche braucht, um vom Meer, seinem Hauptlebensraum, in seine Laichgebiete zu kommen und sich dort erfolgreich fortpflanzen zu können. Damit der Fisch des Jahres bald wieder in größerer Anzahl durch Flüsse wie den Rhein schwimmen kann, müssen wir die Anzahl der Barrieren in den Flüssen deutlich verringern und wirksame Auf- und Abstiegsanlagen errichten“, sagt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

„Der Lachs gehört bei uns zu den wohl bekanntesten Fischarten. Leider ist weit weniger bekannt, dass menschliche Aktivitäten die Lebensräume dieser Art zerstört haben. Es ist in den letzten Jahren gelungen, die Wasserqualität deutlich zu verbessern. Die Struktur der Gewässer: mangelnde Durchgängigkeit wie auch das Fehlen von Laichhabitaten in den Oberläufen erschweren die Wiederansiedlung dieser attraktiven Fischart. Die gemeinsamen Anstrengungen durch die Landesverbände des DAFV und einiger Fischereifachbehörden zur Wiederansiedlung zeigen erste Erfolge und müssen fortgesetzt werden. Dies wollen wir mit der Auszeichnung zum Fisch des Jahres unterstützen“, so die DAFV-Präsidentin Dr. Christel Happach-Kasan.

Noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchschwammen Lachse regelmäßig Flüsse wie Rhein und Elbe. Die zunehmende Belastung mit Abwasser und der technische Ausbau der Gewässer zerstörten jedoch die Lebensräume und blockierten die Wanderwege dieser und anderer Fischarten.

Die seit den 1990er Jahren laufenden Bemühungen zur Wiederansiedelung des Lachses erhielten mit dem Inkrafttreten der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2000 entscheidende Unterstützung. Fließgewässer werden seither schrittweise wieder durchwanderbar gemacht und flusstypische Lebensräume wiederhergestellt. 

Bis in das schweizerische Rheingebiet wurden in den letzten Jahren wieder vereinzelte Lachse beobachtet. Auch in den kommenden Jahren ist vorgesehen den Fischauf- und -abstieg durch Wanderhilfen zu verbessern und Gewässer zu renaturieren. Dies ist dringend erforderlich, um für Lachse und andere Fischarten wieder geeignetere Lebensräume zu schaffen, und entscheidende Grundlage für die Entwicklung natürlicher Lachsbestände.

Seit 1984 wird der „Fisch des Jahres“ gekürt. Mit der Auszeichnung weist der DAFV auf schädigende Einflüsse des Menschen auf die Lebensräume der jeweiligen Fischart hin. Die Ernennung erfolgt in enger Abstimmung mit dem Bundesamt für Naturschutz und dem Verband Deutscher Sporttaucher.

Hintergrund

Lachse gehören, wie auch die Forellen, zur Familie der Salmoniden (Lachsfische). Sie sind sogenannte anadrome Fische, die ihr Leben im Süßwasser beginnen, als Jungfische dann ihren Weg in die Meere suchen, um als geschlechtsreife und ausgewachsene Tiere wieder an ihren Geburtsort im Süßwasser zurückzukehren, um dort zu laichen. Auf ihren Wanderungen sind Lachse in der Lage, bis zu 2 m hohe Hindernisse zu überspringen. Atlantische Lachse werden 60 bis 100 cm lang und 3 bis 15 kg schwer, wobei einzelne Exemplare auch größer und schwerer werden können.

Der Lachs hat einen spindelförmigen Körper und gut entwickelte Zähne. Im Meer ist er silbrig, kurz vor der eigentlichen Laichzeit legen die Männchen dann eine Laichfärbung mit goldenen, roten und moosgrünen Farbtönen an. Der Unterkiefer des männlichen Fisches bildet sich dann zum charakteristischen „Laichhaken“ um. An den Laichplätzen angekommen, schlagen die Weibchen mit mächtigen Schwanzschlägen schüsselförmige Laichgruben mit einem Durchmesser von 1 bis 2 m in den Grund, in die sie ihre Eier ablegen. Die Eier werden während der Besamung mit Kies und Sand bedeckt und dadurch geschützt. Einige Lachse sterben nach dem Laichvorgang und nur wenige wandern als sogenannte Kelts wieder ins Meer ab.

Der Lachs hat hohe Umweltansprüche an seine Laichgebiete und benötigt naturnahe, bevorzugt kiesige bis steinige Gewässerbereiche mit geringen Feinsedimentanteilen und kühlem, sauerstoffreichem Wasser. Freie Wanderwege zu diesen Arealen sind überlebensnotwendig für den Fortbestand von Lachspopulationen. Der Lachs steht als vom Aussterben bedroht auf der Roten Liste gefährdeter Tiere Deutschlands.

Das ursprüngliche Gebiet seiner Laichflüsse in Europa reichte südlich von Portugal und Nordspanien bis nördlich nach Island, von Westen nach Osten über Frankreich, Großbritannien, Deutschland, ganz Skandinavien bis nach Russland.

Lachse werden heute in großen Mengen in Aquakultur gezüchtet, besonders bekannt dafür sind Chile, Norwegen, Irland und Schottland. Der Lachs zählt in Deutschland zu den beliebtesten Speisefischen. 

Foto: Michel Roggo

 


Foto: Saarland

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