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Energie
 

Bundesweites Energie-Projekt „Designetz“: Anke Rehlinger im politischen Beirat

06.02.2018
"Wir müssen den Strommarkt vom Kopf auf die Füße stellen", sagt Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger. Sie vertritt das Saarland im politischen Beirat von "Designetz". Foto: © Davis, Fotolia
"Wir müssen den Strommarkt vom Kopf auf die Füße stellen", sagt Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger. Sie vertritt das Saarland im politischen Beirat von "Designetz". Foto: © Davis, Fotolia

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger wurde in den politischen Beirat des bundesweiten Energie-Projekts „Designetz“ berufen. Es ist Teil des Förderprogramms „Schaufenster intelligente Energie“ (Sinteg) der Bundesregierung. Fast 50 Partner arbeiten dabei in den kommenden vier Jahren an innovativen Lösungen für ein intelligentes Stromnetz. Neben dem Saarland sind auch Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen dabei.

Rehlinger: „Gemeinsam fordern die Länder neben mehr Flexibilität auch einen rechtlichen Rahmen für den Ausgleich zwischen den Netzbetreibern.“ Die Ministerin sieht in der Verlagerung der Stromerzeugung auf ein dezentrales System den entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Energiewende: „In den Verteilnetzen spielt die Musik der Energiewende!“

Gemeinsames Ziel der Designetz-Projektpartner sei es, den Strommarkt vom Kopf auf die Füße zu stellen. Dabei rücke ein digitales Vor-Ort-Netz für den Bürger immer mehr in den Vordergrund: „Die großen Versorgungszentralen werden an Bedeutung verlieren, während Bürgerinnen und Bürger den Strom nicht nur nutzen, sondern selbst Energie erzeugen und in die Verteilernetze einspeisen", so Anke Rehlinger.

Von zentraler Bedeutung bei der Umverlagerung der Stromerzeugung ist es aus ihrer Sicht, den jeweils aktuellen Strombedarf zuverlässig zu ermitteln und mit dem Angebot in Einklang zu bringen: „Um herauszufinden, wo Engpässe oder Überkapazitäten sind, brauchen wir hochsensible Messtechnik. Diese zeigt die Strombelastungen im Netz und macht es möglich, Ströme ohne Netzüberlastung auf die Verbraucher zu verteilen“, so die Ministerin. Die Informations- und Kommunikationstechnik spielt daher für sie „eine wesentliche Rolle für den Umbau der Energielandschaft“. Das Saarland sei gerüstet für diese Aufgabe: „Unternehmen wie Voltaris zählen beispielsweise zu den Hidden Champions auf dem Gebiet der Messstellentechnik. Mit ihnen kann das Saarland im Rahmen des Projekts ‚Designetz‘ zu grundlegenden Verbesserungen im Verteilnetz beitragen.“

Aufgrund seiner geografischen Lage wird das Saarland von Experten als geeignete Modellregion gesehen: Es ist eines der wenigen Bundesländer, die bei der Energieerzeugung auf fast ausgeglichenem Niveau sowohl Photovoltaik als auch Windkraft nutzen. Auch neue Arten von Stromspeichern kommen im Saarland zur Anwendung. Als Industrieland hat das Saarland außerdem im Vergleich zur Fläche einen hohen Strombedarf. Der Ausgleich zwischen Energieerzeugung und Verbrauch kann daher unter Realbedingungen getestet werden.

„Die Saarländerinnen und Saarländer haben im Übrigen bereits fleißig umgerüstet: Über 16.000 kleine Photovoltaik-Anlagen wurden allein in den letzten acht Jahren im Niederspannungsnetz angeschlossen. Mit ihnen können wir testen, wie die privaten Haushalte die Versorgung der großen Energienutzer mittragen können“, sagt die Ministerin.