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Ausbildung
 

Wirtschaftsministerin Rehlinger: Gute Zukunft durch gute Ausbildung

28.07.2016
Im Rahmen der Azubi-Tour besuchte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger zahlreiche Industrie- und Handwerksbetriebe im Saarland. Foto: © MWAEV
Im Rahmen der Azubi-Tour besuchte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger zahlreiche Industrie- und Handwerksbetriebe im Saarland. Foto: © MWAEV

Auf dem saarländischen Ausbildungsmarkt gibt es noch 2.400 offene Stellen. Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres gebe es gute Chancen im Einzelhandel, in der Lebensmittelverarbeitung, im Bereich Kaufmann/-frau für Groß- und Außenhandel, Elektrotechnik, im Hoch- und Tiefbau oder im Hotel- und Gaststättengewerbe. Dies sagte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger am Donnerstag, 28. Juli. Sie sehe es vor dem Hintergrund der Fachkräftefrage als eine zentrale Herausforderung,

  • die Attraktivität der dualen Ausbildung zu erhöhen,
  • noch stärker zur dualen Ausbildung zu motivieren,
  • trotz sinkender Bewerberzahlen die Ausbildungsbereitschaf der Betriebe aufrechtzuerhalten,
  • in allen Schulsystemen eine frühzeitige Berufsorientierung anzubieten,
  • lange Verweildauer in Übergangssystemen zu vermeiden und
  • die möglichst zielgenaue Vermittlung in Ausbildung zu fördern.

Es sei ein Widerspruch, „dass es einerseits einen Wettlauf um die besten Bewerberinnen und Bewerber gibt, andererseits aber viele auf der Strecke bleiben, weil sie nicht die besten Schulnoten vorweisen können“, so die Ministerin. Die Landesregierung werde gemeinsam mit den Partnern des Zukunftsbündnisses Fachkräfte Saar ihre Anstrengungen fortsetzen, hier einen Ausgleich zu schaffen: „Unbesetzte Ausbildungsstellen sind auch schlecht für den Standort.“ Die Vermittlung aller ausbildungsreifen Schulabgänger ohne Umwege bleibe das klare Ziel des Bündnisses.

Im Herbst werde eine von Ministerium und Handwerkskammer gemeinsam getragene Motivationskampagne gestartet, da im Bereich des Handwerks die Zahl der Bewerber überdurchschnittlich zurückgegangen sei.

Nach den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit haben im Saarland seit Beginn des letzten Ausbildungsjahres mehr als 5.000 Jugendliche die Berufsberatung in Anspruch genommen. Jeder dritte von ihnen hat aktuell noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche oder eine Alternative in Aussicht.

Rein rechnerisch stehen jedem unversorgten Jugendlichen im Moment noch 1,3 unbesetzte Stellen gegenüber. Lediglich im Bereich der traditionellen Wunschberufe wie Kfz-Mechatroniker/in, Kaufmann/-frau für Büromanagement, Industriemechaniker/in, Medizinische/r Fachangestellte/r ist die Nachfrage höher als das Angebot.

Rehlinger: „Wer sich in dieser Situation flexibel verhält, verbessert seine Chancen.“

Aus ihrer noch andauernden „Azubi-Tour 2016“ in Industrie- und Handwerksbetrieben zieht die Ministerin eine Reihe von Schlussfolgerungen:

(Schul-)Praktika werden als wichtig erachtet, um Kontakte zu Betrieben aufzubauen oder um ein bestimmtes Berufsbild besser einschätzen zu können.

Für die Auswahl des Berufs sind nicht nur die eigenen Neigungen wichtig, sondern auch die Beratung durch Eltern, Verwandte und Bekannte.

Kriterien für die Auswahl des Ausbildungsbetriebs sind: seine Größe, sein Ruf als Ausbilder, die ÖPNV-Erreichbarkeit, eine Übernahmegarantie und spätere Karrieremöglichkeiten im Betrieb.

„Die Höhe der Ausbildungsvergütung spielt bei den meisten Schulabgängern keine besondere Rolle, es geht eher um gute Arbeitszeiten und die Wertschätzung während der Ausbildung“, so die Ministerin.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung auf dem saarländischen Ausbildungsmarkt verfolgt das Wirtschaftsministerium mit seinen Partnern unter anderem folgende Ziele:

  • Berufsorientierung stärken
    Hier sind Praktika und gezielte Informationsangebote („Jobmessen“) eine nützliche Orientierungshilfe. Diese werden gefördert und ausgebaut. Das Ministerium unterstützt Berufsorientierungsmaßnahmen unter anderem im Rahmen des Bundesprogramms „BOP“ durch die Mitfinanzierung der Werkstatttage. Hier können Schüler/innen der Klassenstufe 8 in mindestens drei Berufsfeldern ihre praktische Neigung testen.
  • Jugendliche mit schlechteren Startchancen fördern
    Hier liegt ein Schwerpunkt des Landesprogramms „Ausbildung jetzt“. Die Förderung bietet eine individuelle sozialpädagogische und schulische Unterstützung während der Ausbildung durch ausgewählte Bildungsträger. Betriebe werden dadurch bei ihrer eigenen Ausbildungsleistung entlastet.
  • Flüchtlingen beim Übergang in Ausbildung helfen
    Im kommenden Ausbildungsjahr wird dafür ein zusätzliches Modul ins Landesprogramm aufgenommen. Darüber hinaus sollen mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums ab September „Flüchtlingsnetzwerker“ eingesetzt werden, um die Integration von Flüchtlingen und Asylbegehrenden in den Ausbildungsmarkt zu verbessern. Zur Umsetzung der beiden Vorhaben sind in den kommenden beiden Jahren rund 1 Mio. Euro eingeplant.
  • Attraktivität der Berufsausbildung steigern
    Bei „Ausbildung und Fachhochschulreife“ haben Auszubildende die Möglichkeit, durch zusätzlichen Unterricht (in der Regel an einem Nachmittag) die Fachhochschulreife während der Ausbildung zu erwerben. Im Saarland besteht dieses Bildungsangebot an sechs Schulstandorten. Wichtig ist es nun, Betriebe über das Projekt zu informieren und dafür zu werben. Insbesondere für Auszubildende in kleinen und mittleren Unternehmen stellt das Angebot einen Anreiz dar.
  • Grenzüberschreitende Aktivitäten intensivieren
    Die Arbeit der „Fachstelle für grenzüberschreitende Ausbildung“, die auf Initiative des Ministeriums bei der Verbundausbildung Untere Saar e.V. (VAUS) eingerichtet wurde, wird fortgesetzt. Ziel sind die Förderung der deutsch-französischen Handlungskompetenz und der individuellen Mobilität von jungen Menschen zur Deckung des Fachkräftebedarfs in der Region sowie „Klebeeffekte“ in saarländischen Praktikumsbetrieben.

Hinweis

Wer noch eine Ausbildungsstelle sucht, kann sich unter der kostenfreien Rufnummer 0800-45555-00 an die Agentur für Arbeit wenden.
Arbeitgeber, die Ausbildungsstellen anbieten wollen, erreichen den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Rufnummer 0800-45555-20.