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Ministerium für Bildung und Kultur
 

Deutschlandweiter Lehrkräftemangel an Grundschulen: Saarland hat frühzeitig reagiert und Bedarf gesichert

Pressemitteilung vom 01.02.2018 - 12:15 Uhr

In einer deutschlandweiten Studie hat die Bertelsmann-Stiftung den Bedarf an Grundschullehrer_innen untersucht und mit den zu erwartenden Absolvent_innen der lehrerbildenden Hochschulen abgeglichen. Ihr Fazit: Der bundesweite Lehrkräftemangel wird sich bis 2030 dramatisch verschärfen. Im Saarland ist die Situation im Vergleich zu anderen Bundesländern indes wesentlich entspannter. Hier hat das Bildungsministerium unter anderem mit einer eigenen Lehrer_innenausbildung schon früh gegengesteuert.

Im Saarland gibt es 155 öffentliche Grundschulen. Durch unvorhersehbare Ereignisse, wie die verstärkte Zuwanderung von Geflüchteten und eine höhere Geburten- und Schülerentwicklung, wurden bundesweit an Grundschulen die Lehrerinnen und Lehrer knapp. Auch im Saarland.

Bildungsminister Ulrich Commerçon: „Wir haben ein echtes Problem bei der Besetzung von Grundschullehrerstellen. Da haben wir nicht genug. Daher haben wir auch rund hundert Lehrerinnen und Lehrer aus anderen Schulformen eingesetzt. Das Problem wird sich aber in den nächsten Jahren dadurch regulieren, dass wir endlich eigene Grundschullehrerinnen -und lehrer im Saarland ausbilden. An den Hochschulen des Saarlandes gibt es für das Lehramt für die Primarstufe insgesamt 53 Plätze. An unserem Studienseminar machen jedes Jahr 80 Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer ihren Abschluss. Wir haben aber in den nächsten Jahren einen durchschnittlichen Bedarf von weniger als 50 Ruhestandsversetzungen. Wir schaffen hier also bewusst ein Überangebot, auf das wir zur Qualitätssteigerung und bei einem unvorhergesehenen Mehrbedarf zurückgreifen können.“

Um den aktuellen Bedarf an Lehrkräften erfüllen zu können, hat das Saarland derzeit rund 100 Lehrkräfte in den Grundschulen beschäftigt, die kein Lehramt für den Primarbereich vorweisen können. Zudem wurden zu Beginn des Schuljahres acht Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen unbefristet eingestellt, die schon länger erfolgreich an Grundschulen unterrichtet haben. Diese Vertretungslehrkräfte werden in den Schulen von erfahrenen Kollegen und Kolleginnen angeleitet. Am Landesinstitut für Pädagogik und Medien werden entsprechende Fortbildungen vorgehalten.


Ab 1. Februar werden 127 Stellen im Studienseminar belegt sein. Aufgrund des Grundschullehrermangels und einem Plus an Lehramtsanwärter_innen haben wir sieben Lehramtsanwärterstellen zusätzlich zur Verfügung gestellt.

Statistisch erwartet das Ministerium für Bildung und Kultur im 5-Jahreszeitraum ab dem Schuljahr 2020/21 rückläufige Ruhestandsversetzungen. Sie werden dann durchschnittlich bei etwa 30 pro Jahr liegen. Vorausgesetzt, dass der Lehrerbedarf konstant bleibt, stehen dann 80 potenzielle Absolventen für den Primarbereich zur Verfügung. Unsere Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass sich fast alle Absolventen auch im Saarland bewerben.

Zum 01.02.2018 haben wir 29 vollausgebildete Grundschullehrerinnen und -lehrer eingestellt, während 14 Grundschulkräfte aus dem Schuldienst ausgeschieden sind. Zum 31.07.2018 werden rund 50 Lehramtsanwärter_innen ihr Examen am saarländischen Studienseminar machen, die Zahl der Pensionierungen wird voraussichtlich bei etwa 30 Lehrerinnen und Lehrern liegen.

Fazit
Die von der Bertelsmann-Studie beschriebene Situation an Grundschulen trifft für das Saarland nur bedingt zu. So geht die Studie zum Beispiel davon aus, dass
13,4 Prozent der Grundschullehrerinnen und -lehrer über 60 Jahre alt sind. Im Saarland ist diese Quote mit 6,7 Prozent nur halb so hoch.

Kurzfristige Personalengpässe konnten im Saarland mit Lehrkräften aus anderen Schulformen aufgefangen werden. Für die nächsten Jahre hat das Saarland bereits früh entsprechende Strukturen geschaffen, um den Lehrkräftebedarf zukünftig selbst decken zu können. Um auf unvorhergesehene Ereignisse und einen Mehrbedarf reagieren zu können, wurde ein Überangebot an Absolventen geschaffen. Diese stehen auch zur Verfügung, um die Qualität an unseren Schulen weiter zu verbessern.