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Medien-Newsroom
 

Pränatale Diagnostik

Pressemitteilung vom 11.04.2019 - 12:15 Uhr

Zur heutigen Orientierungsdebatte des Deutschen Bundestages über die Zulassung eines genetischen Bluttests als Kassenleistung erklärte  der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans:

„Die heutige (11.04.19) Diskussion im Bundestag hat gezeigt, dass wir sehr sensibel mit den Chancen und Risiken des modernen Fortschritts umgehen müssen  und auch immer wieder die ethischen Grenzen des medizinisch Machbaren erfragen. Pränatale Diagnostik wird heute vielfach durchgeführt. Auch der Bluttest zur Feststellung von Trisomie 21 ist legal und wird bereits angewandt, allerdings nicht als Kassenleistung.

Fakt ist: Bisher ist die Fruchtwasser-Untersuchung bei Risiko-Schwangerschaften eine gesetzliche Leistung der Krankenkassen, die allerdings mit hohen Risiken für Mutter und Kind verbunden ist. Es geht jetzt um die Frage, ob eine für Mutter und Kind schonendere Untersuchungs-Methode zugelassen wird oder nicht. Es geht um die Frage, ob wir diesen medizinischen Fortschritt gesetzlich versicherten Müttern vorenthalten dürfen oder nicht.

Ich bin der Meinung: Eine generelle Kostenübernahme des Bluttests durch die gesetzlichen Krankenkassen für alle Schwangeren als standardisierte pränatale Diagnostik ist aus ethischer Sicht nicht der richtige Weg. Ich bin aber dafür, dass Frauen mit einer Risikoschwangerschaft Zugang zu einer risikoärmeren Untersuchung haben sollten - unabhängig von ihrer finanziellen Lage. Hier geht es auch um soziale Gerechtigkeit.

Wissen kann auch belasten. Deshalb müssen wir uns verantwortungsvoll mit den Chancen und Risiken des Tests auseinandersetzen. Dies ist aber nur möglich, wenn wir  Schwangeren eine qualifizierte Beratung und Aufklärung anbieten, um die betroffenen Frauen in einem persönlichen Gewissenskonflikt nicht alleine zu lassen. Dieses umfassende Beratungsangebot muss auch deutlich machen, dass Kinder mit Behinderungen in unserer Gesellschaft willkommen sind.“

 

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