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Verkehr
 

Lieferverzug für das Elektro-Netz-Saar durch Hersteller Bombardier angekündigt – Ersatzkonzept sichergestellt

19.06.2019

Der Fahrzeughersteller Bombardier hat am Mittwoch, 19. Juni, in einer gemeinsamen Pressekonferenz von Verkehrsministerium und vlexx GmbH darüber informiert, dass zur Betriebsaufnahme des Los 2 im Elektro-Netz-Saar RB nicht genügend Fahrzeuge geliefert werden können.

vlexx hat im Auftrag des saarländischen Verkehrsministeriums 21 Triebzüge des Typs ‚Talent 3‘ bei dem Hersteller Bombardier bestellt.  Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 sollen laut Bombardier nur sechs Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Spätestens zum Sommer 2020 sollen alle 21 Fahrzeuge ausgeliefert werden.

„Wir bedauern, dass vlexx den Betrieb im Dezember nur mit einem Teil der Talent 3-Züge aufnehmen kann“, so Francois Muller, Leiter des Geschäftsbereichs Private Bahnbetreiber bei Bombardier. „Grund des Lieferverzuges sind Engpässe in der Produktion. „Es war uns sehr wichtig, rechtzeitig über die Lieferverzögerung zu informieren, damit eine Übergangslösung für die Fahrgäste gefunden werden kann.“

Der Lieferverzug  bedeutet auch, dass die Zulassung vom Eisenbahn-Bundesamt später als geplant erteilt wird. Die Zulassung ist nun für Ende November 2019 geplant.

Verkehrs-Staatssekretär Jürgen Barke: „Der Verzug durch den Hersteller Bombardier ist für das Projekt höchst ärgerlich. Bombardier, vlexx und unser Ministerium stehen im ständigen Austausch zum genauen Stand der Fahrzeugproduktion und -lieferung. Damit wir im Übergangszeitraum bis zur Lieferung der neuen Fahrzeuge die Regionalbahn-Verkehre sicherstellen, haben wir gemeinsam mit vlexx bereits ein Ersatzkonzept erarbeitet.“

Dieses sieht vor, dass nicht gelieferte Fahrzeuge für den Übergangszeitraum durch Leihfahrzeuge ersetzt werden. Zum Einsatz kommen die Elektrofahrzeuge der DB Regio, die bereits heute auf den Strecken des Elektro-Netz Saar RB fahren. Diese Fahrzeuge sind im Rahmen des DB-Verkehrsvertrages vom Land gefördert worden und gehen im Dezember 2019 wieder in den Besitz des Landes über. Es ist geplant, dass vlexx die gesamte Flotte, bestehend aus 12 Fahrzeugen Typ 425 und acht Fahrzeugen Typ 426, vom Land anmietet. Dadurch steht vlexx zum Betriebsstart eine ausreichend große Flotte so lange wie benötigt zur Verfügung.

„Zum Betriebsstart starten wir mit den geplanten sechs Talent 3-Fahrzeugen. Ab Mai werden weitere sechs Talent 3 eingesetzt.  Voraussichtlich ab Juni können wir die komplette Verkehrsleistung mit den Talent 3-Zügen anbieten“, erklärt Frank Höhler, Geschäftsführer vlexx GmbH.

„Das Land und wir ziehen an einem Strang, um die Auswirkungen des Lieferengpasses zu minimieren. Für das Ersatzkonzept müssen nun viele betriebliche Abläufe bei vlexx neu aufgesetzt werden; zudem steigt der Personalaufwand erheblich. Bei all unseren Maßnahmen, die wir ergreifen, stehen die Bedürfnisse der Kunden im Fokus“ so Höhler weiter. 

Staatssekretär Barke versicherte, dass für die Fahrgäste das geplante Mobilitätsangebot zum Fahrplanwechsel sichergestellt sei. Die Kunden würden weiterhin von A nach B kommen. Bedauerlicherweise nur nicht wie geplant ab Dezember mit allen neuen Zügen.