Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Koordinierungsstelle gegen häusliche Gewalt
 

Stalking

Der Begriff „Stalking“ ist der englischen Jägersprache entnommen und bedeutet im ursprünglichen Sinn so viel wie „sich (an das Wild) heranpirschen“. Er umschreibt damit unterschiedliche Verhaltensweisen des Nachstellens, Verfolgens und Belästigens einer Person gegen deren Willen.

Stalking ist ein sehr komplexes Phänomen mit einer Vielzahl von Verhaltensweisen und einer großen Bandbreite an Schweregraden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass auch schwere Gewalt ausgeübt werden kann und selbst die Tötungsgefahr dem Stalking nicht wesensfremd ist, sondern einen immanenten Bestandteil bildet. Zugleich umfasst Stalking aber auch Verhaltensweisen, die sich auf den ersten Blick nur schwer den Stichworten „Belästigung“ oder gar „Gewalt“ zuordnen lassen. Hier gilt es, die scheinbare Banalität vieler einzelner Stalkinghandlungen genau zu betrachten und dabei die kumulative Wirkung der für sich genommen häufig harmlos anmutenden Taten zu berücksichtigen.

Häusliche Gewalt und Stalking bilden eine Schnittmenge von beachtlicher Größe. Denn häusliche Gewalt, verstanden als Gewalt in bestehenden oder aufgelösten Partnerschaften, deckt sich völlig mit der größten der Stalking-Gruppen, dem Ex-Partner-Stalking. Damit korrespondierend erweist sich die Existenz einer vormaligen Intimbeziehung als aussagekräftigster und gewichtigster Risikofaktor für Stalking.

Im direkten Zusammenhang damit steht der Umstand, dass häusliche Gewalt und Stalking „funktional verwandt“ sind (Dr. Christa Pelikan, Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie Wien). Beide sind geprägt durch die Aspekte Nähe / Kontrolle / Macht. Infolge dessen muss Stalking auch als integraler Bestandteil der häusliche Gewalt kennzeichnenden Gewaltspirale verstanden werden.

Aufgrund dieser Übereinstimmungen wird Expartner-Stalking im Wesentlichen an dieser Stelle nicht gesondert behandelt, sondern unter allen Aspekten der Häuslichen Gewalt mitgefasst. So finden sich etwa die rechtlichen zivil- und strafrechtlichen Spezialbefugnisse zu Stalking (z.B. § 1 Gewaltschutzgesetzes und § 238 Strafgesetzbuch) unter der Rubrik „Rechtliche Möglichkeiten des Schutzes und der Strafverfolgung“.