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Verkehr
 

Fechinger Talbrücke wird neu gebaut

27.02.2018, 15:30 Uhr

Die Entscheidung für einen Ersatzneubau der Fechinger Talbrücke fiel (im Einvernehmen mit dem Bund) bereits vor der Vollsperrung 2016.

Da das vorhandene Bauwerk einen einteiligen Aufbau für beide Fahrtrichtungen aufweist, kann der Ersatzneubau nur mit Verschiebung der Trasse neben dem bisherigen Altbauwerk erstellt werden. Dafür wurden unterschiedliche Varianten (mit Untervarianten für einen eventuellen Vollanschluss) untersucht.

Zur Ermittlung der Vorzugsvariante wurden Kosten, Schutzgüter sowie die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs bewertet. Die Kostenschätzung für diese Vorzugsvariante beläuft sich nach vertiefender Planung auf rund 126 Mio. Euro. In diesem Betrag sind nicht nur Abriss und Neubau der Talbrücke enthalten, sondern auch die Umgestaltung der Anschlussstelle Fechingen mit dem Abriss und Neubau des Brückenbauwerks über den Saarbach für voraussichtlich 15,5 Mio. Euro.

Die Arbeiten sollen bis auf technisch unvermeidbare kurzzeitige Ausnahmen (etwa Einrichtung von Fahrspurwechseln) ohne Vollsperrung vonstatten gehen.

Die umwelt- und landschaftspflegerischen Untersuchungen mit Einarbeitung in die Vorzugsvariante werden zur Zeit durchgeführt, parallel dazu werden die Straßen- und Entwässerungsplanung erarbeitet. Der Realisierungswettbewerb soll im ersten Quartal 2019 abgeschlossen werden. Ein Jahr später soll der ausgewählte Entwurf dann ausgearbeitet sein und mit einer genaueren Kostenberechnung vorliegen.

Das Planfeststellungsverfahren könnte Ende 2019 gestartet und Baurecht bis zum zweiten Halbjahr 2021 hergestellt werden (Planfeststellungsbeschluss). Ab dann folgen Ausschreibung und Vergabe. Die Bauzeit an der neuen Brücke soll sich voraussichtlich von 2024 bis 2030 erstrecken. Mit der Außerbetriebnahme des bisherigen Bauwerks ist ab Ende 2026 zu rechnen.

Das Landesdenkmalamt wurde frühzeitig in die Diskussion um Abriss und Neubau eingebunden. Sachlage und Problematik rund um den Denkmalschutz des Bestandsbauwerks wurden zwischen Landesbetrieb und Landesdenkmalamt seit dem vergangenen Jahr in mehreren Besprechungen und bei Vor-Ort-Terminen erörtert. Auf dieser Grundlage hat der LfS den Abrissantrag gestellt. Auch der Denkmalrat wird – wie es das Denkmalschutzgesetz vorsieht - mit der Angelegenheit befasst. Danach wird zeitnah eine Entscheidung des Landesdenkmalamtes vorliegen.

Aktuell wird der Realisierungswettbewerb konzeptionell vorbereitet. In Kürze folgt die Abstimmung mit den Kammern (Ingenieur- und Architektenkammer) und dem Bund. Im Vorlauf zu dem Wettbewerb werden in einem europaweiten Verfahren geeignete Ingenieur- und/oder Architekturbüros ermittelt. Diese bekommen dann die Planungsaufgabe und haben drei bis fünf Monate Zeit, diese zu lösen. Ein Preisgericht wird die Arbeiten nach Kriterien wie Gestaltung, Technik, Nachhaltigkeit, Bauzeit und -verfahren oder Wirtschaftlichkeit bewerten. Dem Preisgericht gehören neben Fachpreisrichtern auch Vertreter der Landes- und Kommunalpolitik an. Es werden Preisgelder vergeben, und einer der prämierten Entwürfe wird dann zur Realisierung ausgewählt.