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Energie
 

Bund soll Anreize für Pumpspeicherkraftwerke schaffen

29.12.2012
Pumpspeicher haben den Vorteil, dass sie auf unerwartete Engpässe in den Netzen schnell reagieren können. Im Saarland kommen ehemalige Bergwerksanlagen als Standorte in Frage. Foto (c) ATB Thiry
Pumpspeicher haben den Vorteil, dass sie auf unerwartete Engpässe in den Netzen schnell reagieren können. Im Saarland kommen ehemalige Bergwerksanlagen als Standorte in Frage. Foto (c) ATB Thiry

In der Debatte um Pumpspeicherkraftwerke hat Wirtschaftsminister Heiko Maas den Bund aufgefordert, die Rahmenbedingungen für Bau und Betrieb solcher Anlagen zügig zu verbessern. Bislang weigere sich die Bundesregierung, entsprechende Anreizmechanismen zu schaffen. Dadurch würden Investitionen – wie sie auch im Saarland durch die RAG am Nordschacht geplant sind – erschwert und wirtschaftlich unattraktiv. Daher sei die Bundesregierung jetzt in der Verantwortung, die notwendigen politischen Rahmenbedingungen zu setzen, um diese Zukunftsinvestitionen zu erleichtern.

Der offenkundige Widerspruch, dass Pumpspeicherkraftwerke für die Energiewende benötigt, gleichzeitig aber durch Regelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes finanziell belastet werden, lasse sich nur durch die Einführung finanzieller Anreize auflösen, so Maas. Hierzu müsse die Bundesregierung die Pumpspeichertechnik im Energiewirtschaftsgesetz, im Erneuerbare-Energien-Gesetz oder in einem eigenständigen Stromspeichergesetz verankern. Maas: „Pumpspeicher sind eine große Chance für den Energiestandort Saarland. Ein solches Kraftwerk ist geeignet, plötzliche Stromschwankungen unmittelbar auszugleichen. Das Saarland und der Nordschacht könnten hier zum Modellprojekt werden, wenn eine technische und wirtschaftliche Machbarkeit gegeben ist.“ Es sei zu begrüßen, dass sich die Bundesregierung und die Bundesländer beim Energiegipfel Anfang November im Kanzleramt darauf verständigt haben, dass der Ausbau von Erneuerbaren Energien, Netzen und Stromspeichern verstärkt abgestimmt werden muss. Das Wirtschaftsministerium werde vor diesem Hintergrund weiter dafür werben, dass auch Pumpspeicherkraftwerke in das nationale Konzept der Energiewende einbezogen werden." In Pumpspeicherkraftwerken wird Wasser bei hohem Stromangebot und damit niedrigen Strompreisen von einem Unterbecken durch Rohrleitungen in ein höher gelegenes Oberbecken befördert. Dieses Wasser lässt man später bei hoher Nachfrage und damit hohen Strompreisen wieder vom Ober- in das Unterbecken zurückfließen und erzeugt dabei mittels Turbinen und Generatoren elektrischen Strom.

RAG prüft Langfristoption

Im Saarland setzte mit Blick auf die Beendigung der Steinkohlenförderung schon vor zwei Jahren eine Diskussion über die Folgenutzung von Bergbauflächen ein. Die RAG Montan Immobilien GmbH wird im Frühjahr 2013 für den Standort Luisenthal eine Machbarkeitsstudie für ein kleineres, übertägiges Pumpspeicherkraftwerk auf der dortigen Halde und Tagesanlage vorlegen, das nach Unternehmensangaben eine Leistung von rund 20 Megawatt aufweisen soll.

Darüber hinaus prüft das Bergbauunternehmen RAG AG auch die Langfristoption, größere Unterflur-Pumpspeicherkraftwerke in alten Bergbauschächten zu installieren, wobei im Saarland der Nordschacht bei Lebach in Frage käme. Im Frühjahr 2013 soll hierzu eine von der RAG erstellte Vorstudie erscheinen. Bei diesem Projekt würde aus einem über Tage gelegenen Becken Wasser über 1.000 Meter lange Leitungen durch den Schacht abgelassen und über eine unter Tage installierte Turbine geleitet. In Abhängigkeit von der Sturzmasse des Wassers wäre am Nordschacht kurzfristig eine Leistung von bis zu 300 Megawatt denkbar. Nach den bisherigen Erkenntnissen wären die beiden Vorhaben in Luisenthal und am Nordschacht technisch grundsätzlich machbar, unter den derzeitigen Marktbedingungen jedoch unwirtschaftlich.