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Saarland und Frankreich verstärken Kooperation im Bildungs- und Kulturbereich

Pressemitteilung vom 14.09.2018 - 18:05 Uhr

Beim Treffen des Ministers für Bildung und Kultur des Saarlandes und Vertreter der Länder im Rat der EU für den Bereich Bildung, Ulrich Commerçon, mit der Botschafterin der Französischen Republik  in Deutschland, Anne-Marie Descôtes, im Weltkulturerbe Völklinger Hütte standen nicht nur die bestehenden Schul- und Kulturkooperationen beider Länder und die Frankreich-Strategie des Saarlandes auf der Tagesordnung, sondern auch die Verhandlungen zum neuen Élysée-Vertrag und die aktuellen politischen Entwicklungen in Europa. Gemeinsam unterstrichen die Botschafterin und der Minister die Bedeutung der deutsch-französischen Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung und Kultur für die Weiterentwicklung und Stärkung der Europäischen Union.
                   
„Gerade in der heutigen Zeit, in der viele offenbar aus den Augen verloren haben, dass wir den jahrzehntelangen Frieden in Europa der europäischen Einigung verdanken, müssen Frankreich und Deutschland weiterhin Motor der europäischen Einigung sein. Wir können uns glücklich schätzen, mit Anne-Marie Descôtes eine leidenschaftliche Verfechterin der europäischen Idee an unserer Seite zu wissen“, so der Minister für Bildung und Kultur, Ulrich Commerçon.

Botschafterin Anne-Marie Descôtes: „Die heutigen deutsch-französischen Beziehungen sind das Ergebnis einer tiefen Aussöhnung, die aus den vielen Begegnungen der Menschen aus beiden Ländern seit dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist. Das Verständnis für die Gemeinsamkeiten und Unterschiede unserer beiden Länder muss aber jede Generation wieder von neuem entwickeln. Ich bin immer wieder sehr erfreut wenn ich sehe, wie sehr das Saarland im Alltag mit meinem Land verbunden ist. Besonders in den Schulen und Kindergärten brauchen wir diese täglichen Berührungspunkte. Dort wird der europäischen Gedanken mit Leben gefüllt.“

Anlässlich des 55. Jahrestages des Élysée-Vertrags im Januar dieses Jahres erarbeiten Frankreich und Deutschland derzeit eine Neuauflage des Vertrags aus dem Jahre 1963. Der Élysée-Vertrag ist der Grundstein der engen deutsch-französischen Freundschaft und bleibt die Grundlage für ein breites und vertrauensvolles Zusammenwirken. Die Neuerungen sollen vor allem die Beziehungen zwischen den jungen Menschen beider Länder in den Fokus stellen und dabei besonders Bildungsmaßnahmen und konkrete Projekte vorantreiben. 

„Nirgends hat der Élysée -Vertrag zu einer so engen Verbundenheit zwischen Deutschland und Frankreich geführt wie im Saarland. Bereits die Kleinsten lernen bei uns die Sprache ihres Nachbarlandes: 200 Kitas arbeiten mittlerweile bilingual, im letzten Schuljahr erwarben fast 85 Prozent der saarländischen Grundschülerinnen und Grundschüler das DELF Prim A1.1-Zertifikat des französischen Staates. Das Deutsch-Französisches Gymnasium (DFG) ist beispielgebend für die Bildungskooperation im Schulbereich. Außerdem haben wir deutsch-französische Berufszweige eingeführt und wollen die bewährten Kooperationsstrukturen im Bereich der beruflichen Bildung weiter ausbauen“, so der saarländische Bildungsminister.

Das Ministerium für Bildung und Kultur wird den Aufbau der Internationalen Schule in enger Anbindung an das Deutsch-Französische Gymnasium vornehmen. Dabei wird die Internationale Schule vom reichen Erfahrungsschatz des DFG im transnationalen Schulwesen profitieren und umgekehrt kann das Saarbrücker Deutsch-Französische Gymnasium neue Impulse in den Verbund mit den  Deutsch-Französischen Gymnasien in Freiburg und Buc einbringen.

Zusätzliche Kooperationen werden derzeit u.a. im Bereich der beruflichen Bildung vorbereitet. So wird die Partnerschaft zwischen der Académie de Montpellier mit dem saarländischen Bildungsministerium bei einem Besuch von Minister Commerçon vom 21. bis 23. November in Nîmes durch einen erweiterten Kooperationsvertrag ausgebaut.

Die Botschafterin und der Minister vereinbarten darüber hinaus, die Vorreiterrolle des Saarlandes beim Erwerb der staatlichen französischen Sprachdiplome (DELF und DALF), mit denen alle Sprachniveaus des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) erreicht und zertifiziert werden, auch dadurch voranzutreiben, dass eine stärkere Implementierung in die saarländischen Curricula geprüft wird. Der Diplomerwerb kann somit perspektivisch zum Bestandteil des regulären Französisch-Unterrichts gemacht werden.