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Ausbildung
 

Grenzüberschreitende Ausbildung: Fortführung der Fachstelle gesichert

01.08.2016
Die Fachstelle hat vor drei Jahren ihre Arbeit aufgenommen und seither mehr als 100 Informationsveranstaltungen angeboten. Foto: © VRD - fotolia.com
Die Fachstelle hat vor drei Jahren ihre Arbeit aufgenommen und seither mehr als 100 Informationsveranstaltungen angeboten. Foto: © VRD - fotolia.com

Die Fachstelle für grenzüberschreitende Ausbildung soll es weiterhin geben. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger hat bestätigt, dass es dazu eine handfeste Landesförderung geben wird. Allein das Wirtschaftsministerium steuert 460.00 Euro bei. Aus Mitteln des EU-Programms Interreg kommen 750.000 Euro hinzu, außerdem Beiträge weiterer Partner wie des Lothringer „GIP Formation tout au long de la vie“ und des Eurodistrict Saar Moselle. Das Projektvolumen beträgt bis Sommer 2021 rund 2,7 Mio. Euro. Der Interreg-Lenkungsausschuss hat in seiner ersten Sitzung Mitte Juli grünes Licht gegeben.

Ziel der Fachstelle ist es, jungen Menschen aus dem Saarland, Lothringen und aus der Rheinland-Pfalz die Möglichkeit zu geben, ein sprachlich begleitetes Praktikum in einem Betrieb auf der anderen Seite der Grenze zu absolvieren. Durch interkulturelle und praktische Erfahrungen im Nachbarland erhöhen Jugendliche  ihre Beschäftigungsfähigkeit und erweitern ihre beruflichen Perspektiven in der Großregion.

Rehlinger: „Die Jugend von heute ist ohne Schlagbäume aufgewachsen, aber gerade bei der Ausbildung stellt die Staatsgrenze immer noch eine Barriere dar. Die Systeme sind unterschiedlich. Während die Deutschen auf das duale System schwören – mit den Lernorten Betrieb und Berufsschule – so findet berufliche Bildung in Frankreich überwiegend in der Schule statt. Was wir wollen, ist: trotz aller Unterschiede Querverbindungen herstellen, durch Aufenthalte im Nachbarland. Das stärkt die individuellen Kompetenzen, aber auch unseren grenzübergreifenden Wirtschaftsraum.“

Projektträger ist die Verbundausbildung Untere Saar e.V. (VAUS). Das Angebot richtet sich gleichermaßen an französische Lycée-Schülerinnen und -Schüler (Niveau Bac Pro und BTS), die einen Teil ihrer vorgeschriebenen Praxisphasen (PFMP) in einem deutschen Betrieb absolvieren möchten, und an deutsche Auszubildende und Fachoberschüler, die einen Teil ihrer Berufsausbildung in einem französischen Betrieb verbringen möchten. Gleichzeitig ist das Projekt ein Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Großregion: Fachkräfte mit den entsprechenden kulturellen und sprachlichen Kenntnissen können sich so leichter in Betrieben des Nachbarlandes bewerben, wenn diese unter Fachkräftemangel leiden.

Seit die Fachstelle vor drei Jahren ihre Arbeit aufgenommen hat, wurden mehr als 100 Informationsveranstaltungen vor 2.600 deutschen und französischen Schülerinnen und Schülern angeboten. Rund 200 Praktika oder Ausbildungsabschnitte im Nachbarland kamen zustande. Acht französische Jugendliche haben über die Fachstelle einen Ausbildungsplatz im Saarland gefunden, fünf wurden erfolgreich bei der Suche nach einem Arbeitsplatz unterstützt.