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Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
 

Künstliche Intelligenz – Jost: Im Rausch der Möglichkeiten den Verbraucherschutz nicht vergessen!

Pressemitteilung vom 18.05.2018 - 16:10 Uhr

In der kommenden Sitzung des Bundesrates werden die Ländervertreter auch über das Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI) und die damit verbundenen Chancen und Risiken beraten. KI hat sich zu einer der bedeutendsten Technologien entwickelt und Einzug in viele Lebensbereiche gehalten: Verkehr, Informations- und Kommunikationstechnologien, Gesundheitswesen, Energie, öffentliche Verwaltung und Bildung – in all diesen Bereichen kommt KI bereits zur Anwendung. Und sie erobert stetig neue Wirkungsfelder. Hierzu hat die Europäische Kommission den Mitgliedstaaten eine Mitteilung vorgelegt, die nun Thema im Bundesrat sein wird.

„Die wachsende Bedeutung der Künstlichen Intelligenz in Wirtschaft, Industrie, Forschung und Gesellschaft ist eine globale Entwicklung. Es ist daher konsequent, dass die Kommission gemeinschaftliche Anstrengungen der  EU-Staaten fordert, um im globalen Wettbewerb nicht nur mitzuhalten, sondern auch eine Vorreiterrolle in Sachen KI einzunehmen. Die wirtschaftliche Kraft und wissenschaftliche Qualität sind in der EU gegeben, aber nur gemeinsam können wir im Wettbewerb mit anderen Industrienationen mithalten“, erläutert Verbraucherschutzminister Reinhold Jost.

Dabei legt die Kommission den Schwerpunkt ihrer Betrachtung auf die enormen Chancen, die die Entwicklung der KI für Forschung, Wirtschaft und Industrie bietet, und auf die Förderung eines investitionsfreundlichen Umfelds für diese. „Aber bei aller Goldgräberstimmung, die diese Technologie hervorruft, darf der Verbraucher nicht das Nachsehen haben“, mahnt der Minister.
So werde die weitere Ausbreitung der KI auch im alltäglichen Leben spürbar sein: Der Einsatz von KI in Betrieben werde Arbeit und Bildung verändern, in den Bereichen Verkehr, Lebensmittelproduktion und Gesundheitswesen werde sich KI auf Abläufe und Verfahren auswirken, Big-Data-Analysen, Algorithmen und KI-basierte Kundenakquise würden Fragen des Datenschutzes und des Schutzes von Grundrechten aufwerfen.

„Es ist zu begrüßen, dass die Kommission auch die Risiken sieht und ankündigt, ihre Maßnahmen zur Förderung einer Vorreiterrolle der EU im Bereich der KI mit Maßnahmen zum Schutze der Verbraucher zu flankieren. Hier sind aber auch die Mitgliedstaaten in der Pflicht“, so Verbraucherschutzminister Jost. Denn die Kommission wolle die Mitgliedstaaten in die Entwicklung eines EU-weiten KI-Plans eng mit einbeziehen und unter anderem bis Ende 2018 ethische KI-Leitlinien erarbeiten.

Jost: „Transparenz und Überprüfbarkeit, die Achtung der Privatsphäre, der Schutz von Grundrechten und die Klärung von Sicherheits- und Haftungsfragen – das sind wesentliche Aspekte eines starken Verbraucherschutzes in einer zunehmend digitalen Welt. Die Bundesregierung ist nun aufgerufen, dem Schutz der Verbraucher auch im Bereich der KI und im Sinne ihres Koalitionsvertrags auf EU-Ebene Nachdruck zu verleihen.“