Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Breitband
 

Ausbau der Datennetze im Regionalverband Saarbrücken läuft auf Hochtouren

27.10.2017
Die Verbandsvorsitzende des eGo-Saar, Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Jürgen Lennartz und VSE-Vorstand Dr. Hanno Dornseifer (Mitte) mit einem Stück des neuen Glasfasernetzes.
Die Verbandsvorsitzende des eGo-Saar, Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Jürgen Lennartz und VSE-Vorstand Dr. Hanno Dornseifer (Mitte) mit einem Stück des neuen Glasfasernetzes.

Im Regionalverband Saarbrücken werden nun zahlreiche Ortschaften neu an das schnelle Internet angeschlossen. Möglich wird dies durch das landesweite Projekt „NGA-Netzausbau Saar“. Zum feierlichen Auftakt der Ausbauarbeiten im Regionalverband kamen heute (27.10.17) Vertreter der Projektbeteiligten eGo-Saar, Staatskanzlei und VSE NET sowie der Politik in Heusweiler zusammen.

In vielen bislang noch nicht mit schnellem Internet versorgten Orten im Regionalverband laufen seit kurzem konkrete Ausbauarbeiten an. Aufmerksame Anwohner werden es bereits bemerkt haben: Die klassischen „grauen Kästen“ am Straßenrand, in der Fachsprache Kabelverzweiger genannt, bekommen Gesellschaft. Direkt daneben errichtet die VSE NET so genannte Multifunktionsgehäuse, die ans unternehmenseigene Glasfasernetz angebunden werden und das schnelle Internet an Haushalte in ihrer Nähe weiterverteilen.

Hintergrund der zahlreichen Ausbaumaßnahmen ist das Projekt „NGA-Netzausbau Saar“. Das Vorhaben wurde Ende 2015 auf Initiative der Staatskanzlei und des Zweckverbands eGo-Saar in die Wege geleitet, um eine flächendeckende Versorgung des Saarlandes mit Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s bis Ende 2018 zu erreichen. Schon vor dem eigentlichen Baubeginn ist viel passiert. Die Breitbandverfügbarkeiten im Saarland wurden straßenzuggenau ermittelt und der Ausbau unterversorgter Bereiche ausgeschrieben. Die Netzbetreiber haben Glasfaserplanungen erstellt und Angebote eingereicht, die mit eGo-Saar und Staatskanzlei verhandelt wurden. „Es freut mich zu sehen, dass nach fast zwei Jahren intensiver Vorarbeiten im Hintergrund nun die Früchte unserer Anstrengungen konkret sichtbar werden“, sagt Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, Verbandsvorsitzende des eGo-Saar und betont: „Für die Kommunen und das Land haben wir mit dem Projekt einen wichtigen Erfolg errungen. Denn wir konnten im Schulterschluss aller Akteure erreichen, dass kein Ortsteil im Saarland von der digitalen Entwicklung abgehängt wird.“

Die Bedeutung der Maßnahme zeigt sich auch in Heusweiler, dem Schauplatz des heutigen Bauauftaktes. In der Flächengemeinde mit sieben Ortsteilen sind große Teilbereiche so genannte „weiße Flecken“, in denen die möglichen Bandbreiten heute meist zwischen 2 und 16 Mbit/s liegen. Ohne das Projekt NGA-Netzausbau Saar hätte sich daran auf absehbare Zeit nichts geändert. Nun werden diese Bereiche, in denen sich rund ein Drittel der Heusweiler Haushalte befindet, im Rahmen des Projektes auf Bandbreiten zwischen 50 und 100 Mbit/s ausgebaut. „Unser Ziel ist ambitioniert. Doch wenn wir den beispiellosen Schulterschluss aller Akteure im Land auch in der Bauphase fortsetzen, werden wir es gemeinsam erreichen. Nun gilt es vor allem, bei den anstehenden Genehmigungsverfahren Hand in Hand zu arbeiten“, sagt Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei Jürgen Lennartz.

Ähnlich sieht es in weiteren Städten und Gemeinden des Regionalverbandes aus. Trotz der hohen Bevölkerungsdichte erreicht die Bandbreite heute noch nicht überall die Zielschwelle. „Ich freue mich, dass sich das mit dem Projekt NGA-Netzausbau Saar nun schnell ändern wird. Eine gute Breitbandinfrastruktur ist für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Gewerbetreibende im Regionalverband einer der wichtigsten Standortfaktoren“, sagt Regionalverbandsdirektor Peter Gillo.

Die VSE NET investiert nun rund 24 Millionen Euro in die neue Breitbandinfrastruktur im Regionalverband, nachdem sie im Ausschreibungsverfahren den Zuschlag für dieses Gebiet erhalten hat. Um rund 27.000 bislang unterversorgte Haushalte und Gewerbestandorte in 52 Orts- und Stadtteilen anzubinden, werden bis Ende 2018 rund 100 km Glasfaserkabel verlegt und mehr als 250 neue Verteiler innerorts an das Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen. Die Verlegearbeiten hat sich VSE NET mit ihren Partnern energis und Stadtwerke gebietsweise aufgeteilt. In den nächsten Monaten werden die Baumaßnahmen schrittweise in allen unterversorgten Bereichen des Regionalverbands beginnen. „Auf jeden Fall können die ersten Kunden im Regionalverband damit rechnen, Anfang 2018 schnelles Internet zu nutzen“, stellt Dr. Hanno Dornseifer, Vorstand des VSE-NET-Mutterkonzerns VSE AG, in Aussicht.

Die Herstellung einer flächendeckenden 50-Mbit/s-Verfügbarkeit ist gleichzeitig der erste Schritt in Richtung Gigabitgesellschaft. „Schon mit der jetzigen Ausbaustufe rückt das Glasfasernetz immer näher an den Kunden und erlaubt Übertragungsraten bis zu 100 Mbit/s. Das Netz wird bereits so dimensioniert, dass FTTH-Anschlüsse, also Glasfaseranschlüsse bis ins Haus, für interessierte Kunden möglich sind“, so Dornseifer. Ein solcher Direktanschluss kann derzeit insbesondere für Unternehmen interessant sein, die schon heute deutlich höhere Anforderung an Bandbreite und Qualität ihrer Datenverbindungen haben. Denn mit einem Glasfaser-Direktanschluss sind Bandbreiten bis weit in den Gigabitbereich möglich.

Noch liegt der Bedarf für Gigabitanschlüsse nicht in der Fläche, sondern punktuell vor. „Daher hat die Staatskanzlei jüngst mit der ‚Gigabitprämie Saarland‘ ein ergänzendes Förderprogramm speziell für Unternehmen und andere Hochbedarfsträger in Kraft gesetzt, das bei der Schaffung von Glasfaseranschlüssen unterstützt. Das ist in dieser Form bundesweit einmalig“, sagt Staatssekretär Jürgen Lennartz. „Dieses Förderinstrument greift sofort, noch bevor wir gemeinsam mit der neuen Bundesregierung Strategien entwickeln werden, wie der Gigabitausbau mittelfristig in der Fläche umgesetzt werden soll.“

Hintergrund
Das Projekt „NGA-Netzausbau Saar“ wurde Ende 2015 von Staatskanzlei und eGo-Saar ins Leben gerufen, um einen Breitbandausbau mit mindestens 50 Mbit/s auch in den Regionen des Saarlandes sicherzustellen, in denen private Telekommunikationsanbieter nicht aus eigenem Antrieb aktiv werden. Nach intensiven Verhandlungen wurden im Mai 2017 Ausbauverträge mit den drei Netzbetreibern Deutsche Telekom (Landkreise Merzig-Wadern, Saarlouis und Saarpfalzkreis), inexio (Landkreise St. Wendel und Neunkirchen) und VSE NET (Regionalverband Saarbrücken) geschlossen. In den Ausbauverträgen wurde vereinbart, dass der Ausbau vollständig von den Netzbetreibern finanziert wird und bis Ende 2018 durch diese abgeschlossen werden muss. Innerhalb des Projektes werden landesweit rund 70.000 Haushalte – das entspricht rund 16 % des Landes – angeschlossen. Dazu werden rund 700 neue Glasfaserzugangsknoten geschaffen und 400 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Gemeinsam mit den schon heute bestehenden NGA-Breitbandnetzen (77 % des Landes) und dem in den nächsten zwei Jahren geplanten eigenwirtschaftlichen Ausbaumaßnahmen der Netzbetreiber (7 % des Landes) wird ein landesweit flächendeckender Ausbau erreicht.

Fast 90 % der Investitionen von rund 50 Mio. Euro, die zur Umsetzung des Projektes notwendig sind und von den beauftragten Netzbetreibern getragen werden, fließen in den Ausbau von nachhaltigen Glasfasernetzen. Auf diesen können künftige Ausbauschritte bis in den Gigabitbereich nahtlos aufsetzen.

Weitere Informationen unter: www.breitband-saarland.de/index.php?id=116

Hintergrundinformationen zur Gigabitprämie unter: 
http://gigabitpraemie.saarland.de

 

Weitere Informationen

Informationen Gigabitprämie