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Breitband
 

Landkreis Neunkirchen bekommt schnelles Internet

19.09.2017 -

Im Landkreis Neunkirchen nimmt der Breitbandausbau jetzt Fahrt auf. Bislang unterversorgte Ortsteile werden nun im Rahmen des landesweiten Breitbandausbauprojekts „NGA-Netzausbau Saar“ an das Glasfasernetz angeschlossen. Zum ersten Spatenstich im Landkreis kamen heute Vormittag Vertreter des Zweckverbands eGo-Saar, der Staatskanzlei und des Saarlouiser Telekommunikationsunternehmens inexio zusammen.

Jörg Aumann, Sören Meng, Tobias Hans, Markus Fuchs, Jürgen Lennartz, Holger Schäfer, Thorsten Klein, Eugen Roth(v.l.n.r.) beim Spatenstich für den Breitbandausbau im Landkreis Neunkirchen im Projekt NGA-Netzausbau Saar im Gladiolenweg in Wiebelskirchen.
Jörg Aumann, Sören Meng, Tobias Hans, Markus Fuchs, Jürgen Lennartz, Holger Schäfer, Thorsten Klein, Eugen Roth(v.l.n.r.) beim Spatenstich für den Breitbandausbau im Landkreis Neunkirchen im Projekt NGA-Netzausbau Saar im Gladiolenweg in Wiebelskirchen.

Bürgerinnen und Bürger, aber auch Unternehmen im Landkreis Neunkirchen, die derzeit noch keinen schnellen Anschluss an das Internet erhalten können, haben Grund zur Freude. Nun beginnen schrittweise die Baumaßnahmen, um die letzten weißen Flecken im Landkreis mit Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s zu versorgen.

Möglich wird dieser Lückenschluss durch die landesweite Breitbandausbaumaßnahme „NGA-Netzausbau Saar“, ein Gemeinschaftsprojekt des Zweckverbands eGo-Saar und der Staatskanzlei zur flächendeckenden Versorgung des Saarlandes mit Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s. „Unser Ziel ist die Schaffung von leistungsfähiger Netzinfrastruktur überall im Land. Hätten wir dies ausschließlich dem Markt überlassen, wären an vielen Stellen – vor allem im ländlichen Raum – Versorgungslücken verblieben. Mit dem Projekt wollen wir der digitalen Spaltung des Landes entgegenwirken und damit auch einen Wertverlust von Immobilien in schlecht versorgten Regionen verhindern“, so der stellvertretende Verbandsvorsitzende des eGo-Saar, Bürgermeister Jörg Aumann. Im Mai dieses Jahres wurde das Verfahren zur Auswahl geeigneter Telekommunikationsunternehmen abgeschlossen. Die drei Firmen Deutsche Telekom, VSE NET und inexio haben jeweils gebietsweise den Auftrag zum Anschluss der weißen Flecken erhalten.

„Die Digitalisierung schreitet in Windeseile voran und prägt zunehmend unseren Lebens- und Arbeitsalltag. Ihr Fundament sind schnelle Datenleitungen. Mit dem Projekt NGA-Netzausbau Saar stellen wir sicher, dass alle Gebiete im Land an dieser Entwicklung teilhaben können. Unser Ziel ist ambitioniert. Doch wenn wir den beispiellosen Schulterschluss aller Akteure im Land auch in der Bauphase fortsetzen, werden wir es gemeinsam erreichen. Nun gilt es vor allem, bei den anstehenden Genehmigungsverfahren Hand in Hand zu arbeiten“, sagt Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei Jürgen Lennartz.

inexio wird dabei unter anderem die noch unterversorgten Bereiche des Landkreises Neunkirchen mit hohen Bandbreiten versorgen. Schon Ende 2018 soll die rund 6,5 Mio. Euro teure Ausbaumaßnahme im Landkreis, die 13.000 Haushalte in 21 Orts- und Stadtteilen umfasst, abgeschlossen sein. „Die professionelle Vorbereitung und Durchführung der Breitband-Ausschreibung durch eGo-Saar und Staatskanzlei liefert uns die entsprechende Sicherheit für einen schnellen Ausbau“, so Thorsten Klein, Geschäftsführer von inexio. „Zugleich können wir den Ausbau eigenwirtschaftlich realisieren – d.h. wir werden in den nächsten 15 Monaten die verbliebenen Versorgungslücken ohne öffentlichen Zuschuss ans schnelle Glasfasernetz anbinden.“

In Wiebelskirchen fand heute – stellvertretend für das gesamte Projektgebiet im Landkreis – der erste Spatenstich am Gladiolenweg statt. Obwohl die Bevölkerungsdichte in diesem Stadtteil von Neunkirchen vergleichsweise hoch ist, gibt es in den Randbereichen nach wie vor Versorgungslücken. Daher werden nun in den kommenden Monaten insgesamt 12 Glasfaserzugangsknoten nahe den noch nicht versorgten Gebäuden am Ortsrand von Wiebelskirchen aufgebaut und über ein neu verlegtes Glasfasernetz mit dem Ortskern verbunden. Durch diesen führt schon heute der so genannte Saarlandring von inexio. Schon im Frühjahr 2018 soll die Netzerweiterung abgeschlossen sein. Die Einwohner und Unternehmen können dann über die bestehenden Telefonkabel auf die neuen Zugangsknoten zugreifen und in aller Regel Bandbreiten zwischen 50 und 100 Mbit/s erhalten.

„Der Ausbau von leistungsfähigen Telekommunikationsnetzen ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben und ein wichtiger Standortfaktor. Dass jetzt sehr schnell mit dem Ausbau von unterversorgten Bereichen im Landkreis Neunkirchen begonnen wird, freut mich besonders“, so Landrat Sören Meng.

Hintergrund
Das Projekt „NGA-Netzausbau Saar“ wurde Ende 2015 von Staatskanzlei und eGo-Saar ins Leben gerufen, um einen Breitbandausbau mit mindestens 50 Mbit/s auch in den Regionen des Saarlandes sicherzustellen, in denen private Telekommunikationsanbieter nicht aus eigenem Antrieb aktiv werden. Nach intensiven Verhandlungen wurden im Mai 2017 Ausbauverträge mit den drei Netzbetreibern Deutsche Telekom (Landkreise Merzig-Wadern, Saarlouis und Saarpfalzkreis), inexio (Landkreise St. Wendel und Neunkirchen) und VSE NET (Regionalverband Saarbrücken) geschlossen. In den Ausbauverträgen wurde vereinbart, dass der Ausbau vollständig von den Netzbetreibern finanziert wird und bis Ende 2018 durch diese abgeschlossen werden muss. Innerhalb des Projektes werden landesweit rund 70.000 Haushalte – das entspricht rund 16 % des Landes – angeschlossen. Dazu werden rund 700 neue Glasfaserzugangsknoten geschaffen und 400 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Gemeinsam mit den schon heute bestehenden NGA-Breitbandnetzen (77 % des Landes) und dem in den nächsten zwei Jahren geplanten eigenwirtschaftlichen Ausbaumaßnahmen der Netzbetreiber (7 % des Landes) wird ein landesweit flächendeckender Ausbau erreicht.
Fast 90 % der Investitionen von rund 50 Mio. Euro, die zur Umsetzung des Projektes notwendig sind und von den beauftragten Netzbetreibern getragen werden, fließen in den Ausbau von nachhaltigen Glasfasernetzen. Auf diesen können künftige Ausbauschritte bis in den Gigabitbereich nahtlos aufsetzen.

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