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60 Jahre Staatskanzlei des Saarlandes
 

Diktatur und Krieg

Die Saar im Dritten Reich

Mit der Rückgliederung ins Deutsche Reich am 1.3.1935 wurde auch das Saarland gleichgeschaltet. Es blieb überdies als politische Einheit bestehen und wurde durch den Reichskommissar für das Saarland Josef Bürckel verwaltet. Noch einige Zeit versuchten Sozialdemokraten, Kommunisten, Gewerkschafter und Katholiken von der nahen Grenze aus Widerstand zu leisten. Die Errichtung des Terrorregimes konnten jedoch auch sie nicht aufhalten.
Oppositionelle, Juden, Sinti und Roma sowie „Erbkranke“ waren zunehmend der Verfolgung durch die Gestapo ausgesetzt. Wie überall in Deutschland fielen am 9.11.1938 auch die saarländischen Synagogen der „Reichskristallnacht“ zum Opfer.
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 wurde die Zivilbevölkerung der so genannten „Roten Zone“ im Grenzgebiet nach Mitteldeutschland zwangsevakuiert. Nach dem Frankreichfeldzug konnte die Bevölkerung zurückkehren. Währenddessen wurden in der Wagner-Bürckel-Aktion im Oktober 1940 die Juden wie auch Sinti und Roma aus Südwest-Deutschland nach Frankreich in das Lager Gurs (Pyrenäen) verschleppt. Viele wurden später nach Auschwitz deportiert und wurden ermordet. Manche konnten allerdings auch von der französischen Résistance befreit werden. Ebenfalls im Jahr 1940 wurde in Saarbrücken an der „Goldenen Bremm“ das Gestapo-Lager „Neue Bremm“ errichtet, das zunächst als Arbeits-, später als Durchgangslager zu den weiter entfernten Vernichtungslagern fungierte. Das Terrorregime setzte in der kriegswichtigen Montanindustrie auch zahlreiche Zwangsarbeiter ein. Diese Industrie war ebenso wie wichtige Bahnanlagen und die Städte ab 1942 immer wieder Ziel von alliierten Bombenangriffen, deren stärkster am 5. Oktober 1944 fast das gesamte Alt-Saarbrücken in Trümmer legte. Am 21.3.1945 war nach der Besetzung durch die Amerikaner der Krieg für die Saarländer vorüber.