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60 Jahre Staatskanzlei des Saarlandes
 

Die Geburt des Saarlandes

Erster Weltkrieg und Völkerbundszeit

Infolge des verlorenen Ersten Weltkrieges und gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages wurde die Saarregion aus dem Deutschen Reich herausgetrennt – dies maßgeblich auf Betreiben Frankreichs, das die industrielle Basis Deutschlands schwächen und sich gleichzeitig den Zugriff auf die Saarkohle als Reparationsleistung für die erlittenen Kriegsschäden sichern wollte. Dabei wurden die Industriestädte des Saarbeckengebietes, wie es offiziell hieß, um das Einzugsgebiet der Arbeiter zwischen Saar und Blies ergänzt. Dieses Saarbeckengebiet war um etwa ein Fünftel kleiner als das heutige Bundesland.
Mit Inkrafttreten des Versailler Vertrages am 20.1.1920 wurde so das „Saargebiet“ als erstes politisches Gebilde geboren, das den Namen „Saar“ in seinem Namen trug. Das Saargebiet stand unter dem Mandat des neu gegründeten Völkerbunds und wurde von einer internationalen Regierungskommission verwaltet. Ihr gehörte zwingend stets ein Franzose und ein Saarländer an. Als von der Bevölkerung gewähltes Repräsentationsorgan fungierte der „Landesrat“, allerdings nur in beratender Form. Klassische parlamentarische Rechte wie etwa die Legislativgewalt, Exekutivkontrolle oder  gar Mitwirkung an der Regierungsbildung hatte er nicht. Das Sagen im Saargebiet hatten im Wesentlichen die Franzosen, die mit Militär und zahlreichen leitenden Beamten im Land präsent waren. Das führte zu permanenten Spannungen, nicht zuletzt durch die Tatsache, dass Frankreich als Eigentümerin der Gruben auch größter Arbeitgeber war. Als Reaktion auf den als Besatzung und Fremdherrschaft empfundenen französischen Einfluss kam es immer wieder zu Kundgebungen, Streiks und Feiern, die die nationale Zugehörigkeit zu Deutschland betonten. Besonders der Hundert-Tage-Streik von 1923 und die Rheinische Jahrtausendfeier von 1925 wurden zu machtvollen Demonstrationen.