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60 Jahre Staatskanzlei des Saarlandes
 

Eine neue Gesellschaft entsteht

Arbeiter prägen das Saarland

Mit der industriellen Expansion erfuhr auch die Gesellschaft einen grundlegenden Wandel. Die ehemals von Bauern und Handwerkern dominierte Region wurde zunehmend von Fabrikarbeitern und Bergleuten geprägt. Sie waren für das starke Wachstum der Städte verantwortlich. Um 1910 arbeiteten über 70.000 Menschen in den Gruben und um die 30.000 in den Eisenhütten.
Der staatliche Bergfiskus ließ zahlreiche Bergmannskolonien wie in Altenkessel, Bildstock, Göttelborn oder auch Herrensohr errichten. Zum Teil wurden durch Zuschüsse der Grubenverwaltung Prämienhäuser für viele Bergleute und ihre Familien gebaut.
Gleichzeitig veränderten die Arbeiter aber auch den ländlichen Raum. Viele siedelten in den umliegenden Dörfern der Westpfalz oder des Hunsrücks. Sie zogen zu Wochenbeginn oft zu Fuß als so genannte „Hartfüßler“ über lange Strecken zu ihrem Arbeitsplatz. Während der Woche übernachteten sie in Schlafhäusern und kehrten den beschwerlichen Weg nach in der Regel sechs Arbeitstagen zurück.
Um den bescheidenen Lohn aufzubessern, betrieben viele Arbeiterfamilien nebenher noch eine Landwirtschaft. Sie bauten Gemüse und Obst an, hielten oft auch kleine Nutztiere wie die „Bergmannskuh“ genannte Ziege.