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60 Jahre Staatskanzlei des Saarlandes
 

Plötzlich alles anders

Die französische Revolution und die Saarregion um 1800

Die revolutionären Ereignisse in Frankreich, die mit dem Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 begannen, veränderten in der Folge die Verhältnisse an der Saar grundlegend. Zunächst wurde die Region von durchmarschierenden französischen und alliierten Truppen im Rahmen der Koalitionskriege heimgesucht. 1793 besiegten die Revolutionstruppen bei der Schlacht von Biesingen (Blieskastel) die verbündeten Preußen und Österreicher. Die Saarländer waren überdies in Aufruhr: Die Verheißungen der Revolution – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – elektrisierten viele Untertanen. Sie pflanzten Freiheitsbäume, prangerten bestehende Missstände an und richteten selbstbewusste Forderungen an ihre Fürsten.
Deren Zeit ging unterdessen zu Ende. Nach den militärischen Erfolgen besetzten die Franzosen die linksrheinischen Gebiete 1794 und gliederten sie formal 1801 mit dem Vertrag von Lunéville in den französischen Staat ein. Erstmals war die Region Teil eines zentralistischen Staates und nicht in mehr oder weniger unabhängige Territorien zersplittert. Der größte Teil des heutigen Saarlandes gehörte seit 1798 zum Saardepartement mit dem Hauptort Trier. Der Bereich links der Saar wurde Bestandteil des Mosel-, der östliche des Donnersbergdepartements. Für die Bevölkerung bedeutete die französische Herrschaft das Ende von Feudalrechten wie dem Zehnten und die Einführung einer modernen Rechtsprechung.