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Ministerium für Inneres, Bauen und Sport
 

Europäische Konferenz - „Metropolitane Grenzregionen in Europa“ am 19./20.11.2012 in Luxemburg

„Unsere Kooperationsräume mit intensiven Verflechtungen werden von nationalstaatlichen Grenzen und Vorschriften geteilt. Nicht getrennt, aber geteilt. Dieser besonderen Aufgabe wollen wir uns stellen."

Monika Bachmann, Ministerin für Inneres und Sport
Monika Bachmann, Ministerin für Inneres und Sport

Mit diesen Worten begrüßte Gerd-Rainer Damm, Ministerium für Inneres und Sport des Saarlandes und Sprecher der IMeG-Partnerschaft, das europäische Publikum auf der IMeG-Konferenz und machte deutlich, dass trotz langjähriger Kooperationserfahrungen und -strukturen die Hemmnisse grenzüberschreitender Zusammenarbeit immer noch nicht beseitigt sind.

Um den Erfahrungsaustausch der metropolitanen Grenzregionen in Europa zu initiieren und zu intensivieren haben deshalb der IMeG, das BMVBS und das BBSR im BBR gemeinsam mit der Luxemburger Landesplanung die europäische Konferenz „Metropolitane Grenzregionen in Europa" veranstaltet, zu der insgesamt knapp 120 Teilnehmer kamen. Das Moderatorenteam Andrea Hartz, agl Saarbrücken, Prof. Dr. Jürgen Aring, Büro für Angewandte Geographie (BfAG)/TU Dortmund, und Prof. Dr. Tobias Chilla, Universität Erlangen-Nürnberg, führten durch das Programm.

 „Im Netzwerk handeln" lautete das Motto des fachlichen Austauschs am Konferenztag, 20. November 2012. Nach einer Einführung in die Arbeit des IMeG wurden in der Podiumsdiskussion „Governance und Organisation - Was macht grenzüberschreitende Kooperation erfolgreich?" die Erfolgsfaktoren grenzüberschreitender Governance und Organisation aufgezeigt. In der zweiten Diskussionsrunde „Territoriale Strategien und Projekte - Wie lassen sich metropolitane Grenzregionen stärken?" wurden konkrete Beispiele aus metropolitanen Grenzregionen in Europa vorgestellt. Der IMeG durfte hierzu sowohl Vertreter aus der Eurométropole Lille-Kortrijk-Tournai, Grand-Genève, CENTROPE und der Öresundregion begrüßen als auch Experten aus den IMeG-Regionen. Durch ihre unterschiedlichen Erfahrungen, (institutionellen) Hintergründe und Herangehensweisen an die Bearbeitung regionsspezifischer Themenstellungen wurde ein Überblick zu guten Beispielen im europäischen Raum gegeben.

Peter Mehlbye, Direktor der ESPON-Koordinierungsstelle in Luxemburg, hob die grenzüberschreitende Kooperation als ein wichtiges Element in der Entwicklung Europas hervor. Gerade Polyzentralität und eine ausgewogene Entwicklung seien zu berücksichtigende Aspekte. Er betonte die Bedeutung eines territorialen Strategiebezugs beim Aufbau und der Weiterentwicklung metropolitaner Grenzregionen, einer starken Governance, aber auch von Personen, die sich für den metropolitanen Gedanken einsetzen, Ideen generieren und deren Umsetzung aktiv voranbringen.

Dr. Wolfgang Streitenberger, Conseiller in der Generaldirektion Regionalpolitik/EU-Kommission, zeigte in seiner Rede erste Ansätze zur Ausgestaltung der neuen Förderperiode 2014-2020 auf. „Wir wollen vor allem eine harmonische, nachhaltige und polyzentrische Entwicklung sicherstellen, wobei diese kein Selbstzweck ist, sondern vielmehr Bewohner und Unternehmen dazu befähigt und motiviert werden sollen, das jeweils Beste aus den unterschiedlichen Gegebenheiten ihrer Regionen zu machen" - mit diesem Bekenntnis führte er in den neuen integrierten territorialen Ansatz der EU ein.

Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmer die Schlussrunde, zu der Klemens Ficht, Regierungsvizepräsident im Regierungspräsidium Freiburg, Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und Präsident der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen, Jean Peyrony, Generaldirektor der Mission Opérationnelle Transfrontalière, und Ralph Schlusche, Stellv. Sprecher des Initiativkreises Europäische Metropolregionen in Deutschland und Verbandsdirektor des Verbands Region Rhein-Neckar, begrüßt wurden. Sie alle unterstützten das Motto der Konferenz „Im Netzwerk handeln" und rieten der IMeG-Partnerschaft, sich weiter für den Austausch mit metropolitanen Grenzregionen einzusetzen und den bislang sehr erfolgreichen Weg weiterzugehen.

Ein weiterer Höhepunkt war die Vorstellung der „Luxemburger Thesen" durch Gerd-Rainer Damm. Diese knüpfen an die Straßburger Erklärung der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) vom 23. Februar 2007, die Strategie "Europa 2020" der Europäischen Kommission vom 03. März 2010 und an die Territoriale Agenda der Europäischen Union 2020 (TAEU 2020) vom 19. Mai 2011 an und sollen den Anstoß geben, die grenzüberschreitende polyzentrische Raumentwicklung in der EU und die innovative Vernetzung von Stadtregionen und Städten weiter in den Vordergrund der nationalstaatlichen Raumordnungspolitiken und der europäischen Kohäsionspolitik zu stellen.

Am Vorabend der Konferenz fand der Empfang der Luxemburger Landesplanung statt. Nach einer Begrüßung durch Claude Wiseler, Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur Luxemburg, und Monika Bachmann, Ministerin für Inneres und Sport des Saarlandes, wurde die Luxemburger Raumordnung im Kontext der großregionalen Entwicklung durch Romain Diederich, Ministère du Développement durable et des Infrastructures Luxembourg, vorgestellt. Im Anschluss nahmen politische Repräsentanten und Vertreter zur Bedeutung metropolitaner Grenzregionen aus Sicht ihrer IMeG-Region bzw. des Bundes Stellung.

„Das Saarland hat durch seine Geschichte einen besonders engen Bezug zu seinen Nachbarn jenseits der Grenze und gilt nicht ohne Grund als ein Vorreiter der europäischen Integration. Mit der Großregion haben wir eine Plattform gefunden, auf der wir mit unseren europäischen Nachbarn an einer festen Positionierung dieser starken Region im Herzen Europas zusammen arbeiten können. Die neue Herausforderung heißt Schaffung einer grenzüberschreitenden, polyzentrischen, metropolitanen Grenzregion. Dieser etwas sperrige Begriff bedeutet einen wichtigen Schritt zur Festigung der europäischen Idee und ist ein richtiger Schritt, unsere Region im Wettbewerb der Region sicher und erfolgreich aufzustellen. Die IMeG-Partnerschaft ist hierbei ein zentraler Baustein, sich über die jeweiligen nationalen Politik- und Governanceaspekte auszutauschen und voneinander zu lernen“, erklärte die für die saarländische Raumordnung zuständige Innenministerin Monika Bachmann.

Beim gemeinsamen Abendessen nutzten viele Teilnehmer die Gelegenheit zum Austausch von „Region zu Region".