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Saarforst Landesbetrieb
 

Waldzustand 2018: Hitze und Trockenheit haben dem Wald zugesetzt – Minister Jost: Wir setzen seit vielen Jahren auf robusteren Mischwald

29.11.2018

Der extrem trockene und heiße Sommer hat in diesem Jahr dem Wald schwer zugesetzt. Besonders gelitten unter der Hitze hat die Fichte. Dem Borkenkäfer boten sich leider beste Voraussetzungen für eine massenhafte Vermehrung. Dem wärmeliebenden Schädling konnten viele durch die Trockenheit geschwächte Fichtenbestände nicht standhalten. Das führte zu einem deutlichen Ausfall dieser auch für die Bauindustrie wichtigen Baumart durch zwangsweise Holzernte.

Allerdings war die Situation nicht für alle Baumarten gleichermaßen belastend.  So ist etwa der Kronenzustand bei Buche und Kiefer gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert. „Betrachten wir die gesamte Waldfläche des Saarlandes über alle Baumarten und Altersstufen, so ist keine dramatische Verschlechterung eingetreten“, stellt Umweltminister Reinhold Jost bei der Vorstellung der Waldzustandserhebung 2018 fest. Der Anteil der Bäume mit deutlichen Schäden hat sich demnach um drei Prozentpunkte auf 29 % erhöht. Der Anteil an Bäumen ohne sichtbare Schadmerkmale ist um acht Prozentpunkte auf 21 % zurückgegangen.  

Neben der nach wie vor zu hohen Belastung durch Luftschadstoffe ist es vor allem die Klimaveränderung, die dem Wald zu schaffen macht. Seit den 90er Jahren sind alle Vegetationsperioden im Vergleich zum langjährigen Mittel zu warm. Das führt zu Trockenstressperioden, die die Bäume schwächen und anfälliger machen für Schadorganismen. „Wir arbeiten im Saarland seit Jahren daran, unseren Wald auf den Klimawandel vorzubereiten. Unsere naturnahe Bewirtschaftung macht den Wald widerstandsfähiger gegenüber äußeren Einflüssen. Wir setzen dabei auf einen baumarten- und altersgemischten Wald. Die SaarForst-Mitarbeiter pflanzen vermehrt klimaresistente Baumarten, um so den Wald dauerhaft zu erhalten“, erklärt Minister Jost.          

Als Indikator für die Waldgesundheit  gelten die im forstlichen Umweltmonitoring untersuchten Nadel- und Blattverluste. Auch dieses Jahr haben Experten der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt in Kooperation mit dem SaarForst Landesbetrieb die umfangreichen wissenschaftlichen Daten über den Gesundheitszustand des saarländischen Waldes erhoben.

Der Zustand der wichtigsten Baumarten in der Übersicht:
Buche:
Die Buche ist im Saarland mit 23 % Flächenanteil die wichtigste Baumart und zugleich Leitbaumart der natürlich vorkommenden Waldgesellschaften.  Das Schadniveau ist gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert.  Der Anteil der Bäume ohne sichtbare Schäden (Schadstufe 0) ist gleich geblieben bei 22 %. Der Anteil der Bäume mit deutlichen Schäden (Schadstufe 2-4) ist um 5 Prozentpunkte gesunken auf 29 % (Vorjahr 34 %).
Eiche: Die Eiche ist im Saarland mit einem Flächenanteil von 21 % vertreten. Ihr  Kronenzustand hat sich 2018 erheblich verschlechtert.
Der Anteil der Bäume ohne Schäden (Schadstufe 0) ist um 20 Prozentpunkte auf 11 % zurückgegangen. Der Anteil der Bäume mit deutlichen Schäden (Schadstufe 2-4) ist von 22 % auf 41 % gestiegen.
Fichte: Die Fichte hat einen Flächenanteil von 16 %. Gegenüber dem Vorjahr ist der Kronenzustand der Fichte weitgehend unverändert geblieben. Allerdings wurde die Erhebung zum Waldzustand 2018 im Juli durchgeführt. Die bereits erwähnten Schäden durch Borkenkäferbefall wurden aber erst Ende September in ihrem ganzen Ausmaß sichtbar. Insofern kann bei der Fichte von einer deutlichen Verschlechterung der Situation ausgegangen werden.
Kiefer: Die Kiefer hat landesweit einen Anteil von knapp 6 %. Bei der Kiefer  ist der Kronenzustand nahezu unverändert. Der Anteil der Bäume ohne Schäden (Schadstufe 0) ist um 1 Prozentpunkt auf 39 % gesunken. Der Anteil der Bäume mit deutlichen Schäden (Schadstufe 2-4) ist um 5 Prozentpunkte auf aktuell 9 % zurückgegangen.
Sonstige Baumarten: Darunter werden Esche, Birke, Lärche, Ahorn und Douglasie und weitere Arten zusammengefasst.  Der Anteil der Bäume beläuft sich landesweit auf 34 %.

2018 war die Entwicklung der Kronenverlichtung bei den Nebenbaumarten unterschiedlich. Lärche, Birke und Ahorn haben sich in ihrem Kronenzustand verschlechtert, bei der Douglasie zeigt sich eine deutliche Verbesserung. Bei der Esche ist keine Besserung in Sicht. Ursächlich für den weiteren Anstieg der Kronenschäden ist das zunehmend massive Auftreten des Eschentriebsterbens, das durch eine Pilzinfektion mit dem  „Eschenstängelbecherchen“ (Hymenoscyphus fraxineus)  verursacht wird. Die frisch abgestorbenen, feinen Dürräste sind namensgebendes Symptom des Eschentriebsterbens.  Bei der aktuellen Erhebung wurden bei 56 % der Bäume Infektionsmerkmale festgestellt.

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