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Saarforst Landesbetrieb
 

Waldlehrpfad der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

Diese und weitere Fragen rund um den Wald beantwortet der Waldlehrpfad in Poster Format, den wir Ihnen hier nach und nach vorstellen werden.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Graffiti an Bäumen gibt es schon deutlich länger als auf Zügen oder U-Bahnen. Die Kennzeichnungen, die die Forstleute auf die Bäume gesprüht haben, sagen den Mitarbeitern zum Beispiel, ob ein Baum gefällt werden soll, ob hier eine Gasse für den Holztransport angelegt wird, oder ob der Baum ein Zukunfts- oder sogar ein Biotopbaum ist. Es gibt also eine Art Zeichensprache, mit der sich Förster und Forstwirt verständigen. Das Anbringen solcher Symbole mit spezieller Sprühfarbe nennt der Förster „Auszeichnen.“

Sind die Zeichen in jedem Wald gleich?

Für die Markierungen der Bäume gibt es keine einheitliche Richtlinie. Jeder Förster hat sein eigenes System. Es kann daher sein, dass man in verschiedenen Wäldern auch ganz verschiedene Zeichen und Farben an den Bäumen findet.

In der Regel bedeutet:
Diagonaler Strich = Baum zum Fällen
Punkt oder Ring = Zukunftsbaum - nicht Fällen
H oder B = Habitat/Biotopbaum für Pflanzen und Tiere - nicht Fällen
zwei waagerechte Striche = Rückegasse


Finden Sie die Mäuse am Baum?

Douglasie Bild: SDW

Das nordamerikanische Indianermärchen besagt, dass die Douglasie am Anfang der Zeit, als Himmel und Erde geschaffen wurden, der größte und mächtigste Baum der Welt war. Sie war über und über mit Zapfen bedeckt, die die Kinderstube für die Samen darstellten. Die Douglasie war sehr stolz auf ihre vielen Zapfen und erschrak, als eines Morgens einige Samen fehlten. Sie beschloss, in der kommenden Nacht wach zu bleiben und den Übeltäter zu erwischen, der ihre Samen wohl geklaut hatte. Als es dunkel wurde, krabbelte sacht etwas den Stamm des Baumes hinauf und begann, an den Samen zu zerren. Die Douglasie ließ ihre Zapfen zuschnappen und am nächsten Morgen sah sie zwei kleine Füße und einen Mauseschwanz aus den Zapfen herausragen. Mit etwas Fantasie erkennt man die Mäuse an den reifen Zapfen der Douglasie.

Kennen Sie eigentlich Waltraut vom Mühlwald?

Waltraut vom Mühlwald ist Deutschlands bekannteste Douglasie. Mit einem Stammumfang am Fuß von rund 3 m und einer Höhe von 65 m überragt sie alle anderen Bäume in Deutschland. Sie ist der höchste Baum des Landes und steht in der Nähe der Stadt Freiburg im Breisgau. Die Douglasie steht bereits seit 1913 im Freiburger Stadtwald und wächst auch heute noch weiterhin in Umfang und Größe.


Wieso ist die Linde der Vorläufer von Facebook und E-Mail?

Auf fast jedem Dorfplatz gab es früher eine stattliche Linde. Sie war Treffpunkt für Jung und Alt zum Austausch der neuesten Geschichten. Ähnlich wie z. B. Facebook heute. Unter den Bäumen wurden rauschende Feste gefeiert und unter sogenannten Gerichtslinden wurden Gerichtsverhandlungen abgehalten.

Bei den Dorffesten wurde häufig AUF der Linde getanzt. Wie geht das denn?

Tanzlinden sind starke Bäume, deren Hauptäste über Jahrzehnte zu waagerechten Astkränzen geformt wurden. Diese wurden mit Brettern und Gerüsten verstärkt, sodass man bei den Dorffesten in der Baumkrone tanzen konnte. Heute sind solche Bäume häufig als Natur- oder Baumdenkmale geschützt.


Ein umweltfreundlicher Schwertransport im Wald?

Eichelhäher Bild: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

Im Herbst verbringt der Eichelhäher bis zu 11 Stunden am Tag mit dem Sammeln von Nahrung. Häufig sind es nur kurze Strecken. Ist der Eichelhäher aber länger unterwegs, kann er bis zu 10 Eicheln in seinem Schlund sammeln und transportieren. Eine weitere Eichel passt auch noch zusätzlich in den Schnabel.

Frisst er die Eicheln dann auch alle auf einmal?

Nein, ähnlich wie das Eichhörnchen versteckt auch der Eichelhäher seinen Vorrat in der Bodenstreu oder an Baumwurzeln. Zum Wiederfinden orientiert sich der Eichelhäher an Gegebenheiten in der Landschaft. Allerdings klappt das nicht immer. Daher ist der Eichelhäher bei Forstleuten sehr beliebt, denn er hilft somit bei der natürlichen Verjüngung der Wälder. Häufig finden sich in Kiefern- oder Fichtenbeständen junge Eichen, die nicht vom Menschen, sondern vom Eichelhäher gepflanzt wurden.


Warum dreht der Ahorn durch?

Ahorn,  Quelle: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

Kennen Sie die Früchte des Ahorns, auch Nasenzwicker genannt? Die Früchte des Ahorns sind vielen als „Nasenzwicker“ bekannt. Kinder setzen sie sich beim Waldspaziergang gern auf die Nase. Es handelt sich bei den kleinen Propellern aber keineswegs um Spielzeug. Die aerodynamische Form des biologischen Hubschraubers sorgt dafür, dass sich die Früchte durch den Wind verbreiten. Je nach Windrichtung kann das Verbreitungsfeld so groß sein wie ein Fußballfeld. Wird eine der propellerartigen Früchte vom Wind ergriffen, kann sie eine Geschwindigkeit von bis zu 16 Umdrehungen pro Sekunde erreichen.

Wie kommt man eigentlich an den Ahornsirup?

Bei unseren heimischen Bäumen gar nicht. Der Ahornsirup ist der eingedickte Saft des Zucker-Ahorns, einer nordamerikanischen Ahornart. Wärmt die Sonne im Frühjahr tagsüber die Luft, aber friert nachts noch der Boden, fangen die Bäume an, Nährstoffe aus den Wurzeln in die Blätter zu transportieren. Bohrt man den Stamm der Bäume nun an, kann man einen Teil des Baumsaftes entnehmen, ohne ihnen Schaden zuzufügen. Durch anschließendes Kochen karamellisiert der im Saft befindliche Zucker und es entsteht ein dickflüssiger Sirup mit dem charakteristischen Aroma.


Wetten, dass Sie noch nie einen Tannenzapfen gefunden haben?

Tannenzapfen Bild: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

Denn: Tannenzapfen fallen nicht als Zapfen zu Boden, sondern nur ihre einzelnen Schuppen. Wer Tannenzapfen sammeln will, muss sich ordentlich strecken oder mit einer Leiter hoch hinaus. Die aufrecht am Baum stehenden Tannenzapfen fallen nämlich nur in Einzelteilen zu Boden. Wer den ganzen Zapfen haben möchte, muss ihn direkt vom Baum pflücken. Zapfen, die man als Ganzes aufsammeln kann, sind meistens Fichtenzapfen.

Und wie unterscheiden sich die Zapfen am Baum?

Fichten haben hängende Zapfen und werfen diese ab. In einem Fichtenwald kann man daher jede Menge länglicher Fichtenzapfen auf dem Boden finden. Die Zapfen der Tanne jedoch stehen aufrecht auf den Zweigen. Ein Tannenzapfen fällt niemals ganz vom Baum, sondern wirft nur einzelne Schuppen ab. Das „Gerippe“ bleibt aber am Zweig.


Waldposterserie

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