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Bauernregel: Ist's von Petri bis Lorenz (10.8.) heiß, bleibt der Winter lange weiß.

Das Reh gehört zur Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla), zur Unterordnung der Wiederkäuer, zur Familie der Hirsche (Cervidae) in die Unterfamilie der Trughirsche (Odocoileinae).
Vorkommen:
Das Rehwild ist fast in ganz Europa verbreitet. Die Mosaikstruktur unser Landschaft, geprägt durch land- und forstwirtschaftliche Flächen, bietet dem Rehwild einen sehr großen und güns-tigen Lebensraum. Unter diesen Bedingungen und einer ungenügenden Bejagung hat die Population in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen (Gesamtjahresstrecke ca. 1 Mio.). Das Verbreitungsgebiet des Rehwildes erstreckt sich bis ins nördliche Skandinavien und grenzt im Osten an das sehr viel größere sibirische Rehwild.
Erscheinungsbild:
Das Reh ist im Sommer rotbraun, im Winter graubraun gefärbt. Im Nordwesten Deutschlands kommen gelegentlich auch Rehe mit schwarzer Färbung vor. Rehkitze tragen ein weiß getüpfeltes Fell, das sie in ihren Verstecken sehr gut tarnt. Mit dem Wechsel zum Winterfell verschwinden diese Flecken völlig. Im Winter, wenn die Böcke keine Gehörne tragen, kann man die Geschlechter anhand des Spiegels (weiße Flecken am Hinterteil) unterscheiden. Bei der Ricke ist der Spiegel „kleeblattförmig“, beim Bock „nierenförmig“. Die Körperlänge beträgt 0,95-1,35 m, die Schulterhöhe 0,65-0,75 m.
Lebensweise:
Das Reh besiedelt die verschiedensten Lebensräume. Es bevorzugt strauchreiche Mischwälder mit umliegenden Feldern. Infolge seiner großen Anpassungsfähigkeit bewohnt es auch weniger günstige Lebensräume, z.B. rein landwirtschaftliche Flächen in Norddeutschland (Feldreh).
Im Sommer leben Rehe meist einzeln. Die Böcke zeigen in dieser Zeit ein ausgesprochenes Territorialverhalten, tolerieren aber Ricken (weibliche Rehe) mit und ohne Kitze. Im Winter vereinigen sich die Rehe oft zu größeren Sprüngen (Rudeln).
Am Tage hält sich das Reh an geschützten Stellen auf. Dies sind meist Dickungen, Kulturen, bewachsene Felder oder Büsche. Es hat einen sechsstündigen Äsungsrhythmus. Es bevorzugt die Morgendämmerung, die Zeit vor Mittag und die Abenddämmerung. Das Reh ist ein Kon-zentratselektierer, d.h. die Nahrung besteht aus leicht verdaulicher, eiweißreicher Kost (z.B. Gräser, Kräuter, Knospen und Blätter).
Rehwild wird auch als Kurzflüchter bezeichnet. Es flüchtet nicht weite Strecken (wie das Rotwild), sondern drückt sich nach kurzer Flucht in Büschen oder Dickungen (Drückertyp). Das entspricht seinem Körperbau und seinem an dichtes Buschwerk als bevorzugtem Lebensraum angepaßten Verhalten.

Waldbilder 2018