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Saarforst Landesbetrieb
 

Revier Kirkel - Wald der Zukunft entsteht

23.02.2018
Tubex-Röhren( heller Kunststoff, Höhe 1,20 m) gegen Wildverbiss Foto: SFL
Tubex-Röhren( heller Kunststoff, Höhe 1,20 m) gegen Wildverbiss Foto: SFL

Seit letzter Woche wurden im SaarForst Revier Kirkel 1500 junge Eichen- und 500 Esskastanienbäume gepflanzt. Die Bäume wurden verschiedene Stellen ausgebracht, wo der Vorbestand aus Fichtenbäumen durch Borkenkäfer einer Massenerkrankung zum Opfer fiel. So z.B. neben der Autobahn in Rohrbach, bei Braut und Bräutigam im Geissbachtal, oder in Limbach am Autobahnkreuz Neunkirchen.
Es wurden Gruppen oder Trupps von 30-50 Pflanzen gesetzt und gegen Wildverbiss mit Tubex-Röhren( heller Kunststoff, Höhe 1,20 m) geschützt. Mit den Eichen und Esskastanien wurden Baumarten gewählt, welche auf unseren Standort, nährstoffarme Sandböden passen, sie sind relativ trockenresistent damit hoffen wir in Richtung Klimawandel durch Spreitung der Baumartenvielfalt besser aufgestellt zu sein. In den letzten Jahren wurden auf diese Weise mehrere Tausend Eichen, Esskastanien, Bergahorne auf ehemaligen Fichtenflächen gepflanzt: im Geissbachtal, bei den Siebenfichten und im Taubental.

Die Pflanzung ist beim SaarForst Landesbetrieb, was Waldverjüngung betrifft, trotzdem der Ausnahmefall. Im Rahmen der naturnahen Waldbewirtschaftung setzen wir auf die Naturverjüngung durch Samen der Mutterbäume. Nur dort, wo die Prognose auf eine natürliche Verjüngung negativ ist, wie zum Beispiel durch starke Vergrasung, Adlerfarnbewuchs oder wo nur Nadelholz in der Verjüngung zu finden ist, wird „künstlich“ nachgeholfen. Ansonsten nutzen wir auch die sogenannte "Waldsukzession": die natürliche Rückeroberung von Kahlflächen durch Pionierbaumarten wie Birke, Aspe und Ebereschen.
Es gibt auch noch unsere geheimen Helfer:  von Mäusen über Eichhörnchen bis zu Eichelhähern und anderen Vögeln, welche Samen in Waldböden als Vorräte verstecken und nicht alle wieder auffinden, wenn diese später auskeimen haben sie eine Chance sich zu etablieren.

Auch hier helfen wir teilweise durch Bau von kleinen Wildschutzzäunen nach um junge Eichen oder Weißtannen aus Naturverjüngung im Revier gegen Wildbverbiss zu schützen, wie etwa mehrere Gatter Nähe Sprudelfabrik, im Taubental oder oberhalb Bierbach. Bei uns ist es das Rehwild und auch Hasen, welche Waldbäume verbeissen.Im Rahmen unseres Programmes zur Biodiversität werden wir demnächst auch noch die Baumart Eibe pflanzen, eine fast ausgerottete Begleiterin in unsere Buchenwäldern.