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Helmholtz-Zentrum für Cybersicherheitsforschung kommt nach Saarbrücken

04.08.2017 -

Es geht um drängende Fragen für die Gesellschaft: Wie sieht die IT-Sicherheit von morgen aus, wenn wir autonome Fahrzeuge und Fabriken haben werden? Wie schützen wir uns vor großangelegten Cyberangriffen? Und wie geht digitaler Datenschutz in einer immer stärker vernetzten Welt? Diese und viele weitere Fragen werden künftig in Saarbrücken erforscht.

Die Digitalisierung und die ihr zugrunde liegende Informations- und Kommunikationstechnologie  (IKT) sind von zentraler Bedeutung für Gesellschaft, Staat, Wirtschaft und Wissenschaft. Cybersicherheit und Privatheit haben in diesem Kontext eine zentrale gesellschaftliche Bedeutung erlangt. Die Medien berichten regelmäßig über massive Eingriffe in die Privatsphäre, dem so genannten Datenklau. Hochsicherheitskritische Infrastrukturen – wie zum Beispiel Energie-, Wasser- und Gesundheitsversorgung oder Kommunikations- und Transportnetzwerke – werden zu Spionagezwecken angegriffen, auch um diese gezielt zu sabotieren. Angesichts der rasanten technologischen Entwicklung und der Komplexität der zugrunde liegenden Probleme steht die Forschung zur Cybersicherheit und zum Schutz der Privatsphäre vor großen Herausforderungen, die substanzielle Fortschritte erfordern. Die Bundesregierung hat auf diese Situation in den letzten Jahren durch beachtliche Förderprogramme für die Cybersicherheitsforschung reagiert, welche dazu beigetragen haben, die weltweite Konkurrenzfähigkeit der deutschen Sicherheitsforschung signifikant zu erhöhen.

Auch das Saarland betreibt seit Jahren eine aktive wissenschaftsbasierte Strukturpolitik. Ausdruck davon ist der Landeshochschulentwicklungsplan 2015 bis 2020 sowie die so genannte Innovationsstrategie, welche die Staatskanzlei Ende 2015 vorgelegt hat. Das Thema IT-Sicherheit war dabei immer ein zentrales Trend- und Zukunftsthema. Was bislang noch fehlt ist ein nationales Zentrum, das Cybersicherheitsforschung umfassend in der gebotenen ganzheitlichen Weise behandelt. Daher werden Bund und Land in Zusammenarbeit mit der Helmholtz-Gemeinschaft auf der Basis des Kompetenzzentrums für IT-Sicherheit CISPA mit dessen Ausgliederung ein neues Helmholtz-Zentrum für Cybersicherheitsforschung in Saarbrücken gründen.

CISPA wird die gesamte thematische Bandbreite von theoretischer bis empirischer Forschung abdecken. Es ist tief in der Informatik verwurzelt mit interdisziplinären Verknüpfungen in Medizin, Jura, Physik, Mathematik und Sozialwissenschaften. Mit der interdisziplinären Ausrichtung des CISPA soll ein Exzellenzzentrum für Cybersicherheitsforschung von Weltrang und eine Kaderschmiede für die nächste Generation der wissenschaftlichen Experten in diesem Gebiet tätig entstehen.

Als Helmholtz-Zentrum soll das CISPA auf Basis von exzellenter Spitzenforschung auch zur digitalen Transformation und Internationalisierung der saarländischen Wirtschaft beitragen und das Saarland als wissenschaftlich attraktiven Innovations- und Kompetenzstandort im Bereich der IT-Sicherheit weiter aufwerten. Technologie- und Wissenstransfer von Forschungsergebnissen weltweit anerkannter Forscher werden Ausgründungen im IT-Bereich beleben. Neu entstehende Start-ups sollen zu einer florierenden Start-up-Szene führen, die gemeinsam mit dem Saarland Informatics Campus (SIC) und CISPA auch den Nährboden für die Ansiedelung großer und global operierender Technologiekonzerne bilden.

Hintergrund:
Bundesweit gibt es derzeit 18 Helmholtz-Zentren. Sie verfolgen langfristige Forschungsziele des Staates und der Gesellschaft, um die Lebensgrundlagen der Menschen zu erhalten und zu verbessern. Jetzt kommt das Helmholtz-Forschungszentrum für IT-Sicherheit an der Universität des Saarlandes hinzu. Auf dem Saarbrücker Campus ist bereits das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung angesiedelt als Teil des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig.