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Zweites Treffen des Digitalisierungsrats: Erste Empfehlungen für das Saarland

31.01.2017

Auf Einladung von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ist am Dienstag der Digitalisierungsrat in der Staatskanzlei zusammengetreten und hat beim zweiten Treffen erste Empfehlungen ausgesprochen. Das Beratungsgremium der Ministerpräsidentin regt ein umfassendes Bildungskonzept, unmittelbare Projekte für die Pflegebranche sowie eine Kampagne, die die Vorteile der Digitalisierung konkret und bewusst machen soll, an. Die Anregungen werden Einfluss in die Arbeit der Landesregierung finden, versicherte die Ministerpräsidentin.

„Es ist unsere Pflicht, Antworten darauf zu geben, wie die Digitalisierung gelingen und den Menschen im Alltag helfen kann“, sagt Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer. „Ich stelle fest, dass wir im Land schon sehr viele gute Initiativen und Ideen haben. Unsere Aufgabe wird es nun sein, all diese zu bündeln und noch stärker zu verknüpfen.“

Der Rat hat der Ministerpräsidentin ein umfassendes Bildungskonzept nach dem Vorbild der Länder Israel, Schweiz und England empfohlen. Dort wird die Digitalisierung nicht in einem eigenen Fach, sondern als Querschnittskompetenz angelegt und ist Gegenstand verschiedener Fächer. Es handelt sich nicht nur um die Vermittlung von Medienkompetenz, sondern auch um das Verständnis, was hinter einer Technik – Stichwort: Algorithmus – steckt.

Der Digitalisierungsrat empfiehlt außerdem, die Pflegebranche verstärkt in den Fokus zu rücken. Gerade bei den schwierigen Arbeitssituationen dieser Branche lässt sich mittels der Digitalisierung Entlastung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen – und gemeint sind dabei nicht die Pflegeroboter, sondern beispielsweise nützliche Applikationen, die den Alltag erleichtern. Die Unfall-App der Saar-Polizei dient hierfür als gutes Beispiel. Der Rat lobte dabei auch die bereits bestehende Kooperationsplattform zwischen dem Universitätsklinikum des Saarlandes und den saarländischen Hochschulen.

Der Rat der Ministerpräsidentin unterstützt das Land gerne bei einer Kampagne, um den Menschen aufzuzeigen, dass die Digitalisierung durchaus Vorteile mit sich bringen kann. Die Grundzüge einer solchen Kampagne sollen in den nächsten Wochen in der Staatskanzlei erarbeitet werden.

Kramp-Karrenbauer sagt: „Ich bin sehr zufrieden damit, wie dieser für uns alle neue Prozess gestartet ist. Ich danke allen Mitgliedern für ihren tollen Einsatz zum Wohle unseres Landes und freue mich darauf, dass viele Saarländerinnen und Saarländer im Digitalisierungsforum an der Zukunft unseres Landes mitarbeiten.“

Hintergrund

Der Digitalisierungsrat ist ein persönliches Beratungsgremium der Ministerpräsidentin mit regionalen, nationalen und international anerkannten Köpfen, das den Prozess der Digitalisierung im Saarland begleitet.

Dem Rat gehören an:
• Prof. Dr. Dr. h.c. mult. August-Wilhelm Scheer (Scheer Group),
• Prof. Dr. rer. nat. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster (DFKI),
• Annette Kroeber-Riel (Google),
• Thomas Birr (RWE),
• Dr. Ferri Abholhassan (T-Systems),
• Michael Hankel (ZF),
• Eva-Maria Welskop-Deffaa (verdi).

Der Digitalisierungsrat tagt zwei Mal im Jahr in Saarbrücken. Die Themen werden im Digitalisierungsforum Saar aufgegriffen und zur Umsetzung gebracht. Das Digitalisierungsforum setzt sich aus regionalen Köpfen zusammen und bildet soll einen Querschnitt der Gesellschaft im Saarland ab. In der konstituierenden Sitzung des Digitalisierungsforums haben 93 Prozent der Teilnehmer ihre Mitarbeit zugesagt – und zwar in folgenden AG:
• Arbeitsgruppe Bildung: 33 Teilnehmer (1. Sitzung am 26.01.2017).
• Arbeitsgruppe Lebensqualität: 30 Teilnehmer (1. Sitzung am 02.02.2017).
• Arbeitsgruppe Infrastruktur: 24 Teilnehmer (1. Sitzung am 09.02.2017).
• Arbeitsgruppe Wirtschaft: 27 Teilnehmer (1. Sitzung am 16.02.2017). Auf Anregung der Universität wird eine Unter-Arbeitsgruppe (UAG) „Rechtliche Grundlagen/Rahmenbedingungen“ zur Arbeitsgruppe „Wirtschaft“ geschaffen.

Die zweite Sitzung des Digitalisierungsforums Saar findet am 20. Februar um 15 Uhr, in der Festhalle der Staatskanzlei statt.