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Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
 

Prof. Haupentals Tierwelt

In unserer wöchentlichen Facebook Rubrik "Prof. Haupentals Tierwelt" aus dem Jahr 2017, beleuchtet der Prof. minuziös die saarländische Tierwelt in all ihren Facetten. Getreu dem Motto: Watt krawwelt lò in der Nadur?

An dieser Stelle finden Sie daher Prof. Haupentals Tierlexikon nochmal zum nachlesen.

Fig. 01: Heckegoldschniss

Heckegoldschniss

In der neuen Mittwochs-Rubrik beleuchtet Prof. Haupental minuziös die saarländische Tierwelt in all ihren Facetten.

Und wer könnte einen besseren Start machen, als die nachtaktive Haselmaus (Muscardinus avellanarius)? Seit langem Gewinner der Herzen, jetzt auch Träger des von der Deutsche Wildtier Stiftung verliehenen Titels „Tier des Jahres“. Die nachtaktive Haselmaus gehört entgegen ihres Namens zu den Bilchen und ist unter anderem in jedem gut sortierten saarländischen Wald zu finden. Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.saarland.de/130693.htm


Fig. 02: Flutsch

Flutsch

Diese Woche beschäftigt sich Prof. Haupental mit dem Atlantischen Lachs (Salmo salar):

Der bis zu 1,5 Meter lange und einen Großteil seines Lebens im Atlantischen Ozean lebende Lachs schwimmt zum Laichen zurück an seinen Geburtsort – oft der Oberlauf eines Flusses. Beim beschwerlichen Weg flussaufwärts frisst er kaum etwas, weshalb er sich vorher ein Reserve-Polster aufbaut und damit ein Gewicht von bis zu 25 Kg erreichen kann. Früher fand der Atlantische Lachs seinen Weg sogar bis in unsere saarländischen Gewässer – seit dem Ausbau der Mosel kommen leider aber nur noch die Bäche an ihrem Unterlauf in den Genuss, eine Lachspopulation zu beherbergen. Mit fortschreitendem Umbau der entsprechenden Mosel-Staustufen könnte der Salmo salar aber auch unsere heimischen Gewässer wieder zum Laichen besuchen.


Fig. 03: Dicken Pickert

Dicken Pickert

Heute beschäftigt sich Prof. Haupental mit einem stachligen Gesellen, dem Igel (Erinaceidae):

Dieses kleine, überwiegend auf dem Boden lebende Tier hat wohl in jedem saarländischen Garten schon mal vorbei geschaut. Natürlich findet man ihn aber auch in Wäldern oder an Straßenrändern – denn solange es trocken ist, sucht er überall seine Nahrung. Von den insgesamt rund 24 Arten ist der Braunbrustigel am häufigsten bei uns anzutreffen. Ist der Sommer ausreichend lang, kann der Igel auch zweimal pro Jahr Junge bekommen. Wegen der späten Geburt kommt es dann aber häufig zu unterernährten Jungigeln, die sich nicht genügend Speck für den Winterschlaf anfuttern können.

Falls Sie mal einen Igel sehen, der den Eindruck erweckt, dass er dringend Hilfe benötigt, wenden Sie sich bitte an die Wildtierauffangstation Eppelborn: www.saarland.de/135080.htm


Fig. 04: Schnurrespittchi

Schnurrespittchi

Im Mittelpunkt der Wochenrubrik „Prof. Haupentals Tierwelt“ steht diesmal die Bartmeise (Panurus biarmicus):

Die Bartmeise gehört zur Familie der Drosselmeisen. Mit seiner schwarzen, Bart-ähnlichen Malzeichnung unterhalb der Augen ist das Männchen unverkennbar. Das Weibchen hingegen ist schlichter gezeichnet. Die Bartmeise brütet in großen Schilfgebieten der Flussniederungen. Leider fallen die saarländischen Schilfgebiete dafür zu klein aus. Dennoch müssen wir auf die Bartmeise nicht verzichten: Regelmäßig kann man sie bei uns auf ihrem Zug gen Süden und als Wintergast beobachten, wo sie - meist in kleinen Gruppen - in Schilfflächen Schlafplätze sucht.


Fig. 05: Knauber

Knauber

Heute beschäftigt sich Prof. Haupental mit dem Biber (Castor fiber):

Das vorwiegend im Wasser lebende Tier ist der zweitgrößte noch lebende Nager auf der Erde. Dass man ihn – wenn überhaupt und mit viel Glück – meist im Wasser sichtet, liegt daran, dass er sich wegen seines plumpen Körperbaus nur langsam an Land bewegen kann. Viel eher als den nachtaktiven Gesellen selbst sieht man jedoch seine Spuren: angenagte und gefällte Bäume oder entrindete Zweige prägen das Landschaftsbild in seinem „Wohnumfeld“.

1994 wurden die ersten Biber bei Illingen wieder angesiedelt. Damit waren es die ersten „Castor-Transporte“, gegen die niemand protestiert hat. Kaum zu glauben, dass inzwischen etwa 600 Exemplare das Saarland bevölkern. Fast jedes größere Flusssystem ist heute von ihnen besiedelt – womit das Saarland die größte Biber-Dichte in der Republik aufweist.


Fig. 06: Leichtfüßijen Stacksbock

Leichtfüßijen Stacksbock

Aktuell beschäftigt sich Prof. Haupental mit dem Cervus elaphus, auch bekannt als Rothirsch.

Rothirsche gehören zur Familie der Echten Hirsche. Im Saarland kommt der Rothirsch nur im Hochwald vor; demnach ist er auf ca. 5 % der Landesfläche bzw. 15 % der Waldfläche zu finden. Wegen des Geweihs und des Wildbrets wird der Rothirsch gerne gejagt. Der männliche Hirsch zeichnet sich durch sein großes und weitverzweigtes Geweih aus. Aufgrund seiner stattlichen Größe zählt er sogar zu den größten freilebenden Wildtieren in Mitteleuropa.
Weitere Spannende Informationen zum Rothirsch finden Sie auf dem Themen-Portal der Deutsche Wildtier Stiftung: www.rothirsch.org


Fig. 07: Habischt

Habischt

Der Habicht, lat. Accipiter gentilis, steht im Zentrum von „Prof. Haupentals Tierwelt“ in dieser Woche:

Der mittelgroße Greifvogel hat eine Körperlänge von bis zu 65 cm und eine doppelt so lange Flügelspannweite. Man erkennt den Habicht in freier Wildbahn unter anderem an den relativ kurzen, breiten und an ihren Spitzen gerundeten Flügeln und dem relativ langen Schwanz. Damit ist der Habicht zwar kein Hochgeschwindigkeits-Flieger, dafür ermöglicht ihm sein Körperbau aber maximale Wendigkeit auf engem Raum.
Die Oberseite ausgewachsener Habichte ist schiefergrau bis braun, die Unterseite weiß mit einer dunkelbraunen Querbänderung.

Der Habicht ist meist in großen, geschlossenen Waldgebieten, seltener auch in der offenen Kulturlandschaft anzutreffen. Seit einigen Jahren sind Populationen des Greifvogels in europäischen Städten zu finden - darunter Berlin, Hamburg, Köln und Kiew. Seit Ende der 1970er Jahre fühlt er sich sogar in unserer Landeshauptstadt Saarbrücken heimisch.


Fig. 08: Menéedijer Schorrbock

Menéedijer Schorrbock

Diese Woche steht in Prof. Haupentals Fokus aus der Familie der Heuschrecken die Maulwurfsgrille:

Mit ihren großen Grabschaufeln legt sie, ähnlich wie der Maulwurf, Gänge unter der Erde an. Durch das Leben unter der Erde ist sie bis auf kleine Ausnahmen ein Pflanzenfresser. Der Körperbau einer Maulwurfsgrille ähnelt stark dem einer Grille und auch die Laute sind täuschend ähnlich. Im Saarland findet man sie hauptsächlich in den wärmebegünstigten Sandgebieten. Wegen der versteckten Lebensweise sind längst nicht alle Vorkommen bekannt.


Fig. 09: Weißkoppsehnòòper

Weißkoppsehnòòper

Heute beschäftigt sich Prof. Haupental mit dem Fischadler (lat. Pandion haliaetus):

Der Fischadler bildet innerhalb der Greifvögel eine eigene Familie und kann sich mit einer Flügelspannweite von bis zu 175 cm locker mittelgroße Fische als Nahrung aus Gewässern ergattern. Wie bei den Greifen üblich ist das Weibchen größer und schwerer; zudem ist es an Hals und Brust dunkler gemustert. Nachdem sie den Winter in Afrika verbracht haben, kommen die Adler zu Frühjahrsbeginn hierher um mit ihrer Balz zu beginnen. Fischadler können bis zu 30 Jahre alt werden und bleiben ihr Leben lang mit demselben Partner zusammen.

Aufgrund der hohen Anzahl an Seen brüten Fischadler primär im Nordosten Deutschlands. Im Saarland sieht man die Vögel vor allem zur Zugzeit im Herbst und im Frühjahr - an einer Forellenzuchtanlage im Nationalpark Hunsrück-Hochwald kann man sie aber auch den Sommer über beobachten.


Fig. 10: Hunsricker Witschkarnickel

Hunsricker Witschkarnickel

Diese Woche steht das Eichhörnchen (lat. Sciurus vulgaris) im Fokus von Prof. Haupentals Rubrik rund um die heimische Tierwelt:

Die Gattung der Eichhörnchen umfasst mehr als 190 Arten und ist damit eine der größten Gattungen der Hörnchen-Familie. Anzutreffen sind sie vorwiegend in Wäldern und – je nach Vorliebe des Tieres für den urbanen Dschungel – auch in Parkanlagen.

Eichhörnchen sind vorwiegend Einzelgänger - zur Paarungszeit kann man aber beobachten, wie die Männchen die Weibchen durch die Bäume jagen. Hier sind Parallelen zum modernen Großstädter deutlich erkennbar.

Durch sein rotbraunes bis schwarzbraunes Fell kann man es deutlich vom nordamerikanischen Grauhörnchen unterscheiden, welches zunehmend das heimische Eichhörnchen aufgrund geschärfter Instinkte verdrängt.

Sollten Sie auf ein Eichhörnchen in Not treffen, wenden Sie sich bitte an die Wildtierauffangstation Eppelborn​: www.saarland.de/135080.htm


Fig. 11: Knurrisch Kròòpekrääz

Knurrisch Kròòpekrääz

Heute beschäftigt sich Prof. Haupental mit dem Kolkraben (lat. Corvus corax):

Der aus der Familie der Rabenvögel stammende Kolkrabe ist mit einer Körperlänge von bis zu 67 cm und einer Flügelspannweite von bis zu 130 cm mit Abstand der größte europäische Rabenvogel. Der Singvogel ist unter anderem durch seine lauten Rufe bekannt, mit denen er im Falle von Bedrohungen auf sich aufmerksam macht.

Der Kolkrabe ist europaweit verbreitet, jedoch gab es durch menschliche Verfolgung in Mittel- und Westeuropa große Verbreitungslücken.

Der Saarforst Landesbetrieb und der Naturschutzbund Saarland e. V. - NABU und NAJU haben im Jahre 2014 eine Horstschutzvereinbarung unterzeichnet, durch die sogenannte Horstschutzzonen um die Nester bestimmter geschützter Vogelarten eingerichtet werden müssen. Auch die Jäger haben ihren Frieden mit dem stattlichen Vogel gemacht, sodass insgesamt eine sehr erfreuliche Bestandsentwicklung zu verzeichnen ist. Inzwischen kommt der Kolkrabe – mit Schwerpunkt in den großen geschlossenen Waldgebieten – wieder nahezu landesweit vor. Bei einer Wanderung in unserem Nationalpark „Hunsrück-Hochwald“ kann man inzwischen fast sicher sein, ihm zu begegnen.


Fig. 12: Läädisch Bachtrunschel

Läädisch Bachtrunschel

Die Wasserspitzmaus (Neomys fodiens) steht diese Woche im Fokus von Prof. Haupental:

Wasserspitzmäuse gehören zur Familie der Spitzmäuse und sind mit bis zu 10 cm Körperlänge die größten Spitzmäuse ihrer Art. Wasserspitzmäuse haben eine schwarz glänzende Oberseite und eine silbrig-weiße Unterseite. Sie besiedeln naturnahe Uferbereiche von Gewässern aller Art sowie Sümpfe, nasse Wälder und Wiesen. Da Wasserspitzmäuse gute Schwimmer und Taucher sind, besteht ihre Nahrung größten Teils aus Wasserinsekten, Schnecken sowie kleinen Fischen und Fröschen.


Fig. 13: Mook

Mook

In dieser Woche nimmt Prof. Haupental den Teichfrosch genauer unter die Lupe:

Der häufig auftretende und weit verbreitete Teichfrosch ist keine biologische Art im klassischen Sinne, sondern ein Bastard aus Seefrosch und Kleinem Wasserfrosch. Rein äußerlich ist er den Elternarten sehr ähnlich, er nimmt meist eine Zwischenstellung ein. Aufgrund besonderer genetischer Merkmale kann sich der Teichfrosch auch alleine fortpflanzen - mehr Spaß macht es ihm aber mit einem Vertreter einer der beiden Elternarten.

Der wissenschaftliche Name „esculentus" weist auf die Essbarkeit hin. Zum Glück für den Frosch ist das Verspeisen von Froschschenkeln bei uns mehrheitlich aus der Mode gekommen.


Fig. 14: Flidderhinkel

Flidderhinkel

Diese Woche steht die Fledermaus in Prof. Haupentals Fokus:

Fledermäuse bilden zusammen mit den Flughunden die Ordnung der Fledertiere. Sie sind weltweit außer in der Antarktis mit rund 900 Arten verbreitet. Fledermäuse bilden die ohne menschlichen Einfluss am weitesten verbreitete Säugetiergruppe und stellen in vielen Inselregionen die einzigen Säugetiere. Zusammen mit dem Naturschutzbund Saarland e. V. - NABU und NAJU starteten wir 2011 die Aktion ´Fledermaus freundliches Saarland´ um die Quartiere der streng geschützten und meist stark bedrohten Arten zu schützen. Im Saarland kommen 19 Arten vor.

Wenn Sie ein Tier in Not sehen, wenden Sie sich bitte an einen der Ansprechpartner unter folgendem Link: www.saarland.de/135902.htm

Weitere interessante Information zur Aktion ´Fledermaus freundliches Saarland´ finden Sie unter: http://www.fledermausfreundlich.nabu-saar.de/fledermausfreundlich/news/fledermaus-freundliches-saarland-in-siersburg/?tx_news_pi1[controller]=News&tx_news_pi1[action]=detail&cHash=ebeb2e52e30118468a8cdef8560767a5


Fig. 15: Kandiddelgeiß

Kandiddelgeiß

Das Reh (Capreolus capreolus), auch Europäisches Reh genannt, ist die in Europa häufigste und kleinste Art der Hirsche. Sie besiedeln Waldrandzonen und Waldrandlichtungen. Während des Sommers sind Rehe meist Einzelgänger, wohingegen sie im Winter sogenannte Sprünge mit drei bis vier Tieren bilden. Auf offenem Feld sind manchmal sogar größere Sprünge mit bis zu 20 Individuen zu beobachten.

Die Rehe unterliegen dem Jagdrecht und dürfen demnach während einer Hauptjagdzeit von September bis Januar erlegt werden. Informationen zur Jagd im saarländischen Staatsforst finden Sie unter https://www.saarland.de/


Fig. 16: Vierwitzich Muuzekäuzi

Vierwitzich Muuzekäuzi

Die Schleiereule (Tyto alba) kann bis zu 35 cm lang werden und zu ihren besonderen Merkmalen gehören das herzförmige Gesicht und die im Verhältnis zum Kopfumfang sehr kleinen Augen. Der Vogel hat ein sehr helles Gefieder und vergleichsweise lange Beine für eine Eule. Die Schleiereule ist nachtaktiv und es braucht schon einiges an Glück, ein Exemplar tagsüber zu sehen – man muss ganz genau hinschauen, um das wie versteinert reglos sitzende Tier an seinen Ruhe- oder Brutplätzen zu entdecken.

Der in Europa weit verbreitete Brutvogel, der vor allem im Tiefland in baumarmen Siedlungsgebieten vorkommt, frisst bevorzugt kleine Säugetiere. Die längste Zeit im Jahr ist die Schleiereule als Einzelgänger unterwegs. Zur Balz- und Paarungszeit teilt sie sich den Ast gelegentlich mit dem Partner.

Im Saarland ist die Schleiereule nicht nur in seinen schönen Wäldern zu finden, sondern ziert auch das Wappen der Universität des Saarlandes - Saarland University.


Fig. 17: Kariert Geschissjungfer

Kariert Geschissjungfer

Die Keilfleck-Mosaikjungfer gehört zur Familie der Edellibellen. Sie ist im Saarland von Mitte Mai bis Anfang August im Schilfbereich stehender und langsam fließender Gewässer des Flachlandes zu sehen. Meist entdeckt man die Weibchen in der Nähe von Gewässern, da sie sich dort zur Paarung oder Eiablage versammeln. Männchen hingegen sieht man häufiger in Schilfbuchten auf Pflanzen, wo sie ihre langen, sehr langen Ruhepausen einlegen – was bei saarländischen Männern oft ebenfalls zu den sommerlichen Ritualen zählt.
Zu erkennen ist die Keilflecklibelle an ihrem orangebraunen Körper, der mit feinen grünlichen Zeichnungen verziert ist.


Fig. 18: Läschtisch Greedelschin

Läschtisch Greedelschin

Flöhe (Siphonaptera) gehören zur Klasse der Insekten und zählen zu den Parasiten. Etwa 80 der 1600 Arten von ihnen sind in Mitteleuropa nachgewiesen. Flöhe haben keine Flügel, dafür an Beinen nach hinten gerichtete Borsten und Zahnkämme, die es – zusammen mit den Krallen an den Beinen – schwer machen, sie aus den Haaren zu kämmen.

Die vorwiegend in warmen Gegenden lebenden Tiere parasitieren meist auf Säugetieren und kommen nach einer üppigen Mahlzeit locker zwei Monate ohne Nahrung zurecht. Hat es sich der Floh etwa in Teppichen und Polstermöbeln bequem gemacht, freut er sich über jeden Hausbewohner, der zum Blutsaugen gerade in Sprungweite ist.

Apropos Sprungweite: Eigentlich ist der Schneeleopard mit mehr als 15 Metern Weite der weltbeste Springer. Wäre ein Floh allerdings so groß wie ein Mensch könnte er ganze drei Fußballfelder in einem Satz überspringen. Flöhe überwinden nämlich mit einem Sprung das 200-fache ihrer Körperlänge.


Fig. 19: Geheiender Schweinsdreiwer

Geheiender Schweinsdreiwer

Der Kuckuck (Cuculus canorus) ist viel unterwegs und hat wahrscheinlich deshalb wenig Zeit zur Brutpflege. Nach einer rund 7100 km langen Reise im Herbst mit Zwischenstopps in Polen, Ungarn und Griechenland kehrt er Jahr für Jahr nach Deutschland zurück. Seine Körperlänge beträgt bis zu 34 cm und er erreicht eine Spannweite zwischen 55 und 65 cm.

Der Kuckuck legt seine Eier einzeln in Nester kleinerer Singvögel und lässt diese für sich brüten und füttern. Durch diese Praxis ist er zum Namensgeber für andere Tiere geworden, die ebenfalls Brutparasitismus betreiben. Dazu gehören etwa die Kuckuckshummeln oder die Kuckucksenten.

2008 wurde der Kuckuck in Deutschland und Österreich zum "Vogel des Jahres" ausgerufen. Aktuell weist die Vogelart einen enormen Bestandsrückgang auf. Hauptursache ist der zunehmende Mangel an Schmetterlingsraupen, seiner Hauptnahrungsquelle.


Fig. 20: Goldijen Knuschpert

Goldijen Knuschpert

Die Hausmaus zählt zu den Langschwanzmäusen und ist damit ein eher kleines Nagetier. Die zierliche Hausmaus kann eine Körperlänge von bis zu 11 cm und eine Schwanzlänge von bis zu 10 cm erreichen. Heimisch fühlt sich das Tier weltweit, ursprünglich kommt es aber aus Indien.

Die Hausmaus ist ein Gewohnheitstier: Freilebend bewegt sie sich im vertrauten Gelände auf festen, durch den Geruch gekennzeichneten Bahnen. Nicht selten entstehen im Garten auf diese Art regelrechte Trampelpfade…


Fig. 21: Brutzijer Ennschnäpper

Brutzijer Ennschnäpper

Der Kernbeißer ist die größte in Europa heimische Art der Finken. Sie kann an ihrem großen und kräftigen Kegelschnabel gut erkannt werden. Der Kernbeißer besiedelt Europa, Nordafrika sowie ostwärts die Gebiete bis Ostasien und Japan. Seine Nahrung setzt sich vor allem aus Samen von Laubbäumen und Früchten, aber auch aus Insekten und deren Larven zusammen.

Während der Brutzeit richtet das Weibchen - wie im echten Leben - zu 65 Prozent das Nest für die Jungvögel alleine her. Der Kernbeißer ist saarlandweit verbreitet, aber wegen seiner versteckten Lebensweise und seines sehr leisen Gesangs sehr unauffällig. Experten erkennen ihn außer am Schnabel noch an seinem spitzen Flugruf. So unauffällig er sich gibt, so rabiat tritt er jedoch laut Augenzeugenberichten gegenüber anderen Vögeln auf, wenn’s ums Futter geht.


Fig. 22: Wiwwelisch Möffratt

Wiwwelisch Möffratt

Der Iltis ist ein Raubtier aus der Familie der Marder. Sein Körper ist schlank und langgestreckt. Dafür hat er aber kurze Beine. Die Färbung der Iltisse ist dunkelbraun bis schwarz, das gelbliche Unterfell scheint durch. Bis auf Irland und Skandinavien fühlt der Iltis sich in ganz Europa wohl.

Durch ihre Nachtaktivität bekommt man Iltisse nur sehr selten zu Gesicht. Erst mit der Dämmerung beginnen sie mit der Nahrungssuche und fressen am liebsten Amphibien wie Frösche oder Kröten. Ihre Nahrung zu fangen ist für die aggressiven und geschickten Jäger kein Problem.

Der Iltis ist zwar saarlandweit verbreitet; über seine Bestandsentwicklung weiß man wegen der versteckten Lebensweise allerdings wenig. Die sinkenden Verkehrsopferzahlen deuten allerdings auf einen Rückgang hin.


Fig. 23: Kodderjier Räätzpfeifer

Kodderjier Räätzpfeifer

Die Rauchschwalbe ist die Akrobatin der Lüfte. Sie kann bis zu 22 cm lang werden mit einer Flügelspannweite von bis zu 34 cm. Auffallend ist der matt-glänzend blau-schwarze Rücken und der weiße Bauch.

Auf Bauernhöfen und Wiesen findet es die Rauchschwalbe besonders gemütlich. Von Ende März bis Anfang Oktober leben die Rauchschwalben in ihren Brutgebieten in Europa. Danach beziehen sie ihr Winterquartier in Afrika.

Was das Futter angeht, sind sie nicht sehr wählerisch und passen sich auch gerne dem lokalen Angebot an – in der Regel sind das Fluginsekten aller Art. Ihre Nester baut die Rauchschwalbe mit Lehmkügelchen, Stroh, Heu und Tierhaaren. Die moderne Landwirtschaft raubt der Rauchschwalbe zunehmend Lebensraum und Nahrung, sowohl was die Brutmöglichkeiten als auch die Insektenpopulation betrifft.


Fig. 24: Verdächtijer Brenzmollé

Verdächtijer Brenzmollé

Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist eine europäische Amphibienart, die vor allem in größeren Laub- und Mischwaldgebieten mit naturnahen Bachläufen zu finden ist. Das besonders bei Regenwetter und nachts aktive Tier legt - anders als bei vielen anderen mitteleuropäischen Lurchen - keine Eier, sondern setzt in der Regel weit entwickelte, kiementragende Larven ins Wasser ab.

Wie beispielsweise die Mopsfledermaus oder das Breitblättrige Knabenkraut gehört auch der Feuersalamander zu den international bedeutsamen Arten, die im Saarland heimisch sind. Zu deren langfristigem Erhalt, hat das saarländische Umweltministerium eine Biodiversitätsstrategie entwickelt.

„Verarbeitet wurden landesweit fast eine halbe Million Einzeldaten zum Vorkommen gefährdeter Arten und Lebensräume. Ein Teil der Daten entstammt auch aus den vorwiegend ehrenamtlichen Erfassungsaktivitäten der Vereine ,Naturforschende Gesellschaft des Saarlandes (Delattinia)', 'Ornithologischer Beobachterring Saar', NABU und BUND Saar. Herzlicher Dank den vielen ehrenamtlichen Helfern auch an dieser Stelle!“, so Umweltminister Reinhold Jost.

Weitere Informationen zur saarländischen Biodiversitätsstrategie finden Sie unter: https://www.saarland.de/133728.htm


Fig. 25: Bachschnäk

Bachschnäk

Immer öfter kann man den 16 – 18 cm kleinen und 35 – 40 g leichten Eisvogel (Alcedo atthis) an saarländischen Gewässern wie der Blies oder der Prims beobachten.

Am Bachufer sitzend wartet der Vogel genau den richtigen Moment ab, um pfeilschnell ins Wasser zu stoßen – das sogenannte Stoßtauchen –, wo er gekonnt nach seiner Nahrung schnappt: Fische, Wasserinsekten, Kaulquappen und Kleinkrebse stehen auf seiner Speiseliste. Beim Eintauchen bleiben die Augen offen und werden durch das Vorziehen der Nickhaut geschützt – einer Art „drittes Augenlid“ das bei vielen Wirbeltieren wie eine transparente Schutzbrille vor das Auge geklappt werden kann. Der Eisvogel gehört zu den in Deutschland streng geschützten Arten.


Fig. 26: Möfflinger

Möfflinger

Prof. Haupental ist zurück aus der Sommerpause und ließ sich in Wales zum Start ins neue Semester inspirieren: So stammt das Welsh Pony ursprünglich aus Großbritannien, genauer gesagt aus der Region Wales. Es zählt zu einer der beliebtesten Ponyrassen in Europa und ist nicht nur bei Kindern ein echter „Renner“. Das Welsh Pony wird in vier Unterarten, sogenannten Sektionen, gezüchtet. Seit 1960 werden keine Tiere fremder Rassen mehr eingekreuzt. In Deutschland findet man heute knapp 2.500 Zuchttiere dieser Rasse, einige davon natürlich auch im Saarland.


Fig. 27: Storrich

Storrich

Heute beschäftigt sich Prof. Haupental mit dem Weißstorch (Ciconia ciconia):

Man erkennt ihn meist an seinem weiß-schwarzen Gefieder und dem langen roten Schnabel. Mit diesem zerkratzt er nicht nur Autos in brandenburgischen Dörfern, er kann damit auch ganz schön laut klappern. Das macht er um seinem Weibchen zu imponieren oder Artgenossen aus dem Nest zu vertreiben. Schließlich hat er sich viel Mühe gegeben seinen Horst auf Kirchtürmen oder Strommasten zu platzieren, da ist es nur verständlich, dass er diesen nur mit Frau und Kindern teilen möchte. Immerhin bleibt ein Storchenpaar seinem Horst so lange treu, dass der Bau nie richtig abgeschlossen wird und er gut und gerne mal 2 Tonnen schwer werden kann. Frau Storch dekoriert eben gerne.

Im Winter ziehen die Störche dann in den Süden und legen viele Kilometer zurück. Diese Reise ist für sie nicht ungefährlich, denn ungesicherte Stromleitungen, illegaler Abschuss oder das Schwinden von Lebensräumen sind nur ein paar Gründe, die es den Störchen schwer machen ans Ziel zu gelangen. Um die Flugrouten der Störche verfolgen zu können hat der NABU Bundesverband 2009 das bis heute aktive Projekt „Störche auf Reisen“ ins Leben gerufen und mehr als 15 Vögel mit Spezialsendern ausgestattet. Die Ergebnisse wurden in einem Blog zusammengefasst und werden fortlaufend aktualisiert: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html


Fig. 28: Gròòwutz

Gròòwutz

Heute beschäftigt sich Prof. Haupental mit dem Wildschwein (Sus scrofa):

Nicht nur auf dem Sonntagstisch als saftiger Braten, auch im saarländischen Forst machen die großen Paarhufer eine gute Figur. Immerhin kann ein ausgewachsener Keiler eine Körperlänge von bis zu 180 cm erreichen und rund 200 kg auf den Tisch bringen, da kann dann gerne die ganze Verwandtschaft zum Essen kommen. Da Wildschweine Allesfresser sind und sich somit gut an ihren Lebensraum anpassen, gibt es sie in nahezu allen Wäldern in Mittel- und Südeuropa. Sie sind ausgezeichnete Schwimmer und können sogar in Sumpfgebieten und im Regenwald leben. In den letzten Jahren tauchen sie allerdings auch vermehrt in Vorgärten auf, weil sie sich unter anderem aufgrund des Mangels an Fressfeinden wie Wolf, Bär oder Luchs zu stark vermehren und neue Futterstellen suchen.

Die sog. Rausche, also die Hauptpaarungszeit der Wildschweine ist im November und Dezember. Nach einer Tragzeit von 4 Monaten wirft die Bache, also das Weibchen, zwischen 1 und 8 Frischlingen. Danach richtet sich auch die Jagdzeit für das in der Jägersprache als Schwarzwild bezeichnete Wildschwein. Bachen und Jungtiere bilden Familienverbände. Begegnet man also mehreren Wildschweinen sollte man dementsprechend Vorsicht walten lassen, da die Mutter ihre Jungen in jedem Fall verteidigen wird.

Wie man sich verhält, wenn ein Wildschwein im eigenen Garten auftaucht, kann man hier nachlesen: https://www.saarland.de/135204.htm


Fig. 29: Bréifkrumpel

Bréifkrumpel

Prof. Haupental beschäftigt sich heute mit der Carrier Taube (Columba livia domestica):

Die aus England stammende Carrier oder auch englische Badgette ist eine der ältesten von Menschen gezüchteten Taubenrassen. Charakteristisch für ihr Äußeres ist der lange Hals und der schlanke Körper. Da sie zur Gattung der Warzentauben zählt, kann man sie leicht an der kleinen Geschwulst über ihrem Schnabel erkennen.

Was heute Whatsapp und Co. für uns sind, musste bis vor einigen Jahren noch „Carrie“ erledigen. Bevor es das Telegramm gab, war die Taube das einzige Mittel, schneller als ein Bote und vor allem unbemerkt Nachrichten zu überbringen. Heutzutage werden Brieftauben eher aus sportlichen Gründen gehalten und gezüchtet. Dank ihrer extremen Ausdauer auf Langstrecken gibt es zahlreiche Wettbewerbe, auf die sich Züchter und Tiere lange vorbereiten. Die Tauben können auf kurzen Strecken bis zu 120 km/h erreichen und wenn sie längere Strecken fliegen sollen, bis zu 1.000 km überwinden. Um wieder nach Hause finden zu können orientieren sie sich am Magnetfeld der Erde.

Da die Tauben eine der artenreichsten Vogelfamilien bilden, zählen viele Taubenarten zu den gefährdeten Tieren. Durch diesen Artenreichtum kommt die Taube nahezu auf der ganzen Welt vor, wobei die meiste Verwandtschaft in Südasien und Australien wohnt.


Fig. 30: Tripsdrilles

Tripsdrilles

Heute beschäftigt sich Prof. Haupental mit der Forelle (Salmo trutta):

Ob Blau oder Müllerin - die Forelle ist ein gern gesehener Gast auf jedem Teller. Fisch ist reich an Omega-3-Fettsäuren, was ihn sehr gesund macht. Das gilt natürlich auch für die bei uns am häufigsten verzehrte Bach- oder Seeforelle.

Das mittelhochdeutsche Wort „forhele“ bedeutet „gesprenkelt, bunt“. Und genauso sieht sie auch aus die Forelle: bunt gesprenkelt. Allerdings kann ihre Färbung je nach Gewässergrund abweichen und sich verändern, da sie sich der Umgebung anpasst. Sie ist also ein wahres Chamäleon unter den Fischen. Da es einen hohen Bedarf an dem bunten Speisefisch gibt, werden viele Forellen, die wir im Supermarkt finden, in Aquafarmen aufgezogen.

2013 war sie Fisch des Jahres. Mehr Informationen zur im Saarland heimischen Bachforelle unter: https://www.saarland.de/dokumente/thema_wasser/Poster_Forelle_Fisch-des-Jahres-2013_A3_End.pdf


Fig. 31: Naatgaaterapper

Naatgaaterapper

Haupentals Tierwelt heute mit der roten Wegschnecke (Arion rufus):

Besonders beliebt sind die nackten und schleimigen Kriechtiere nicht. Immerhin trägt die Verwandtschaft ihr Heim auf dem Rücken und im Namen den Weinberg. Die schmierigen Gesellen lassen vor allem den Puls von Gartenbesitzern höher schlagen, fressen sie doch vom Salat über Aas alles, was ihnen zwischen Kiefer und Raspelzunge kommt.

Doch eigentlich ist die rote Wegschnecke kein Schädling, im Gegenteil: Mit ihrem großen Appetit leistet sie einen großen Beitrag zur Zersetzung von totem Pflanzenmaterial in Humus. Zusätzlich verhindert sie als Aasfresser die Ausbreitung von Seuchen im heimischen Garten. Zwar können einige Tiere sie dank ihrem sekretartigen Schleim nicht fressen, aber für die heimischen Vögel ist sie eine wichtige Nahrungsgrundlage. Und als kleine Anerkennung für morgendliches Gezwitscher kann man für den kleinen Schleimer doch auch mal ein Auge zudrücken.


Fig. 32: Schmidt Werner

Schmidt Werner

Prof. Haupental beschäftigt sich heute mit dem afrikanischen Strauß (struthio camelus):

Der Name des Strauß stammt vom altgriechischen Wort „strouthiōn“, was so viel wie „großer Spatz“ bedeutet. In den meisten Sprachen bekommt er allerdings das Wort „Vogel“ beigeordnet. Zwar gehört der Strauß zu den Vögeln, er kann aber aufgrund seines Gewichtes nicht fliegen. Kein Wunder, denn wer aus einem 2 kg Ei schlüpft kann ja nur groß und schwer werden. Der Strauß kann bis zu einer Maximalgröße von 2,7 m heranwachsen. Sieht er einen Fressfeind steckt er natürlich nicht den Kopf in den Sand, im Gegenteil er nimmt die Beine in die Hand und kann bis zu 70 km/h schnell rennen. Da muss so manche Großkatze mit leerem Magen nach Hause gehen.

Apropos Magen, der Strauß muss so gut wie nie trinken, denn sein Flüssigkeitsbedarf wird nahezu komplett über Nahrung gedeckt. Um diese gut zerkleinern zu können, fressen die langhalsigen Vögel kleine Steine, die in ihrem Magen gerade bei schwer verdaulicher Nahrung helfen. So ein Strauß kann im Vergleich zu anderen Tieren ein geradezu methusalemisches Alter von 40 Jahren erreichen.

Wer auf der Saarschleife-Tafeltour unterwegs ist und die Augen offen hält, kann den Vogelstrauß sogar im Saarland sehen.


Fig. 33: Flatscheknuppert

Flatscheknuppert

Heute beschäftigt sich Haupentals Tierwelt mit dem Gelbrandkäfer (Dytiscus marginalis):

Eigentlich lebt der auffällige Käfer unter Wasser, zum Atmen schwimmt er allerdings an die Oberfläche. Fliegen kann er auch, landet aber gut und gerne mal auf Glasdächern von Wintergärten oder Gewächshäusern, da er diese mit der Wasseroberfläche verwechselt. Das passiert aber nur nachts, da er tagsüber im Wasser bleibt.

Man erkennt ihn vor allem an der gelben Umrandung um Halsschild und Flügeldecken. Durch einen Luftvorrat, den der Käfer unter die Flugdecken pumpt, gleicht er sein eigenes Gewicht aus und schwebt fast unter Wasser. In Gartenteichen ist er allerdings kein gern gesehener Gast, da die Larven nicht nur andere Insekten, sondern auch Kaulquappen, Molchlarven und Jungfische fressen.

Im Winter wird der Käfer so faul, dass er gar nicht mehr an die Wasseroberfläche muss. Sein Sauerstoffverbrauch sinkt so weit ab, dass der Vorrat unter den Flügeln ausreicht.


Fig. 34: Gimshähnchi

Gimshähnchi

Prof. Haupentals Tierwelt beschäftigt sich heute mit dem Rebhuhn (Perdix perdix):

Der lateinische Name des Rebhuhns verweist lautmalerisch auf die Rufe und einfachen Gesänge hin, die der nur 30 cm große Vogel von sich gibt. Diese Rufe kann man am häufigsten in den frühen Morgen- und Abendstunden hören. Sehen kann man die Tarnkünstler dank ihres braunen Gefieders und ihrer Größe eher selten. Am ehesten sind die Rebhühner wohl als Delikatesse bekannt. Auch spielen Rebhühner in vielen Fabeln und Märchen eine tragende Rolle. Schon der gestiefelte Kater hat sich mit den kleinen Vögeln beim König beliebt gemacht. Aufgrund der Intensivierung und Technisierung der Landwirtschaft gehen die Bestände der Rebhühner allerdings immer weiter zurück. Sie verlieren immer mehr Brutstätten und auch ihre Hauptnahrungsquelle, die Insekten, wird durch den zunehmenden Einsatz von Pestiziden dezimiert.

Weitere Informationen zum Rebhuhn und dessen Gefährdung gibt es hier: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/artenschutz/rebhuhn/index.html

 


Fig. 35: Schippegròòpes

Schippegròòpes

Diese Woche beschäftigt sich Prof. Haupental mit dem Maulwurf (Talpidae):

Den kleinen schwarzen Schaufler kennt man nicht nur aus der Sendung mit der Maus. Auch hier im Saarland ist das mausähnliche Pelztier, nicht immer zu Freuden der Besitzer, in vielen Gärten unterwegs.

Den Namen „Maulwurf“ hat er seiner Hauptbeschäftigung zu verdanken: er gräbt unterirdische Gänge und wirft dabei oft Hügel auf; allerdings macht er das nicht mit seinem Maul. Vielmehr bedeutet das altdeutsche Wort „mū- wërf“ – „Haufen-werfen“. Eigentlich müsste der Maulwurf also „Haufenwerfer“ heißen.

Auch wenn es den Anschein erweckt, man habe dank der zahlreichen Erdhügel auf dem Rasen eine ganze Kolonie im Garten, sind Maulwürfe eigentlich Einzelgänger. Auf Artgenossen, die in ihr unterirdisches Revier eindringen, reagieren sie oftmals aggressiv. Da ein Maulwurf nicht besonders viel schläft und drei über den Tag verteilte Aktiv-Phasen hat, schafft er es durchaus auch ganz allein den heimischen Garten zu untergraben.

Allerdings ist er dabei kein Schädling. Im Gegenteil, er leistet einen großen Beitrag zur Bodenbildung (Pedogenese) und bringt humusfreies Unterbodenmaterial an die Oberfläche. Das fördert die Durchlüftung im Bodengefüge und tut dem Garten gut.


Fig. 36: Knóótert

Knóótert

Prof. Haupental hat Glück, denn das heutige Thema ist das Hausschwein (Sus scrofa domesticus):

Die gute alte „Drecksau“ ist ein weit verbreitetes Missverständnis, denn der Dreck rührt nicht aus Unlust zur Sauberkeit her. Im Gegensatz zum Menschen können Schweine nicht schwitzen. Sie besitzen keine Schweißdrüsen und haben sich daher eine besondere Technik zur Temperaturregulierung überlegt: Sie suhlen sich. Der nasse Schlamm kühlt dabei nicht nur und schützt vor Sonnenbrand, er dient auch noch ganz nebenbei zur Reinigung. Schweine sind also sehr intelligente und auch saubere Tiere.


Fig. 37: Eeschter Viersitzender

Eeschter Viersitzender

Heute schaut sich Prof. Haupental das Tagpfauenauge (Aglais io) genauer an:

Schon im Frühjahr kann man die bunten Schmetterlinge auf Wiesen und Weiden entdecken. Im Gegensatz zu ihren Artgenossen, profitieren diese nämlich vom Klimawandel und der zunehmenden Erwärmung. Daher zählt das Tagpfauenauge auch zu den häufigsten und bekanntesten heimischen Schmetterlingen.

Die jungen Raupen sind zunächst grünlich und werden erst später schwarz, mit charakteristischen weißen Punkten. Da sie sich erst kurz vor dem Verpuppen voneinander trennen, bevölkern sie anfangs scharenweise Brennnesseln und fressen sich satt. Die Raupen bevorzugen sonnige Standorte und sind sehr wählerisch in Sachen Futter, der Falter ist dagegen eher pflegeleicht und besucht zahlreiche Blüten.

Zum Überwintern ziehen sich die Falter an geschützte Stellen, wie Höhlen oder Dachböden zurück, nur um im Frühjahr dann zur Paarungszeit wieder aktiv zu werden. Treffen zwei Männchen aufeinander, stürzen sie sich mit waghalsigen Flugmanövern in Luftkämpfe, um die Dame ihrer Wahl zu beeindrucken.


Fig. 38: Tòòpijer Rilpes

Tòòpijer Rilpes

Für die kommenden Wochen hat sich Prof. Haupental etwas ganz besonderes einfallen lassen: Er wird nach und nach exotischere Tiere vorstellen, deren ursprünglicher Lebensraum zwar nicht das Saarland ist, die aber dennoch hier anzutreffen sind.

Los geht es mit den Gorillas des Saarbrücker Zoos:
Man muss nicht sonderlich genau hinsehen, um die enge Verwandtschaft zwischen Gorillas und Menschen zu erkennen. Nicht nur haben sie genauso wie wir individuelle Fingerabdrücke – für Kriminalisten ist das jetzt interessant – sondern auch „Nasenabdrücke“.

Auch die Haarpracht entwickelt sich mit dem Alter: Bei älteren Männchen bildet sich ein silbergraues Rückenfell, weswegen sie auch als Silberrücken bezeichnet werden. Ebenso mag dem einen oder anderen, das Verhalten der Tiere in mancherlei Hinsicht bekannt vorkommen. So sagt Umweltminister Reinhold Jost über sein Patentier Pesco: „Er gibt gerne den harten Hund, aber eigentlich ist er sehr einfühlsam.“

Kommuniziert wird über Rülpslaute, sowie Grunz- bzw. Knurrlaute, die Aggression ausdrücken sollen. Wohlbefinden wird über ein gedämpftes, langgezogenes Grunzen ausgedrückt oder das klassische Trommeln auf der Brust – im Prinzip das Verhalten eines pubertierenden männlichen Jugendlichen.

Wenn Sie Pesco und seine beiden Weibchen Dura und Ruya einmal besuchen möchten, empfehlen wir Ihnen einen Besuch im Zoo Saarbrücken: www.zoo.saarbruecken.de/


Fig. 39: Schnatze Kleppert

Schnatze Kleppert

Heute stellt Prof. Haupental das Zebra (Equus zebra) im Neunkircher Zoo vor:

Zebras gehören zur Gattung der Pferde und leben hauptsächlich in Afrika. Charakteristisch für die Steppenbewohner ist ihre schwarzweiße Musterung.
Da es drei Arten des Zebras gibt, hat auch jede Art ihre ganz eigenen Streifen. Das Bergzebra hat eher breite Streifen, das Grevyzebra hingegen sehr dünne, durchgehend senkrecht stehende Streifen und das Steppenzebra hat vor allem an der hinteren Rumpfhälfte eher waagrechte Streifen.
Über den Grund ihres eigentümlichen „Looks“ kann man nur spekulieren. Er könnte der Tarnung dienen, da die Umrisse der Tiere in der heißen Flimmersonne so zu fließen scheinen. Auch können Bremsen und andere Stechmückenarten dank ihrer Facettenaugen Streifen nicht richtig wahrnehmen und piesacken die Zebras damit wohl nicht so häufig. Vermutlich sind die Streifen aber auch ein Erkennungsmerkmal für die Tiere untereinander, sodass sie sich gegenseitig immer einer bestimmten Herde zuordnen können.

Wenn Sie Zebras und viele weitere eindrucksvolle Tiere sehen möchten, besuchen Sie den Neunkircher Zoo!


Fig. 40: Wetzkatz

Wetzkatz

Heute ist Prof. Haupental im Saarbrücker Zoo und besucht den Jaguar (Panthera onca):

Der Jaguar zählt zu den größten Katzen des amerikanischen Kontinents und zur drittgrößten Raubkatzenart der Welt. Je nach Verbreitungsgebiet unterscheiden sich die Tiere allerdings in der Größe. So sind Jaguare aus dem Süden viel größer als ihre Verwandten im Norden Amerikas.

Charakteristisch ist ihr gelbes Fell mit den schwarzen Ringflecken - ähnlich dem Leoparden. Wie bei anderen Großkatzen kann es bei den Jaguaren eine Mutation innerhalb der Gene, die für die Fellfärbung verantwortlich sind, geben; was zur Folge haben kann, dass das Fell komplett schwarz wird. Bei manchen Tieren kann man mit etwas Glück und unter günstigen Lichtbedingungen sogar noch die Ansätze der schwarzen Ringflecken auf dem ansonsten schwarzen Fell erkennen.

Da der Jaguar im Regenwald lebt, gehört auch er durch die fortschreitende Abholzung zu den gefährdeten Arten. Der Jaguar ist ein Einzelgänger mit einem festen Revier, welches er grundsätzlich nicht teilt. Dem Verlust an Lebensraum fallen seine Hauptnahrungsquellen, größere Säugetiere, etwa Tapire, zum Opfer.

Wer den Jaguar einmal aus der Nähe sehen möchte: Ein Besuch im Saarbrücker Zoo lohnt sich (www.zoo.saarbruecken.de/unsere_tiere/die_raubtiere_im_zoo/jaguare)!


Fig. 41: Mipsemießin

Mipsemießin

Der Schneeleopard (lat. Panthera uncia) bewohnt vor allem hochgelegenen und zerklüftete Regionen im zentralasiatischen Hochgebirge.

Der Einzelgänger ernährt sich in erster Linie von mittelgroßen Huftieren und Nagetieren. Auf der Jagd wandert er häufig über Gebirgsgrate und folgt den Routen seiner Beute. Der Schneeleopard nutzt gerne höhergelegene Felsen, um sich von oben auf seine zukünftige Nahrung herab zu stürzen. Alternativ legt er sich an bekannten Futter- und Wasserstellen auf die Lauer.

Da der Mensch immer weiter in die Berge vordringt, wird diese Art des Jagens für den Schneeleoparden immer schwerer und sein Bestand ist stark gefährdet – trotz der Einrichtung von Schutzgebieten.

Das besondere Merkmal dieser Großkatze ist ein, im Verhältnis zur kurzen Schnauze, extrem langer und buschiger Schwanz. Dieser dient dazu, bei weiten Sprüngen die Balance in der Luft zu halten. Während eines Nickerchens schützt er aber auch vor Kälte: Der Schneeleopard rollt sich in den Schwanz ein, und legt ihn sich über den Kopf. So verkühlt es sich nicht sein empfindliches Näschen!

Den Schneeleopard und viele andere interessante Tiere, finden Sie ganz in Ihrer Nähe im Neunkircher Zoo.


Fig. 42: Huwich Maritta

Huwich Maritta

Heute besucht Prof. Haupental im Saarbrücker Zoo die Humboldtpinguine (Spheniscus humboldti):

Die kleinen Frackträger leben an der Westküste Südamerikas, am Pazifik. Dort fließt der kalte Humboltstrom, an den sich die Pinguine perfekt angepasst haben. Ihre dicke Fettschicht und ihr dichtes Federkleid bildet eine hervorragende Isolierschicht gegen das eisige Wasser. Einmal im Jahr kommt es zum Wechsel dieses Federkleides, zur sog. Mauser. In dieser Zeit können die schwarz-weißen Gesellen bis zu 12 Wochen nicht ins Wasser und damit auch nicht jagen. Sie zehren dann von ihrer Fettschicht, die sie anschließend schnell wieder aufbauen. Die brauchen sie auch, denn zweimal im Jahr ist Brutzeit und da muss das Pinguin Männchen fit sein, um seine Bruthöhle zu graben. Ist diese fertig, schmeißt der feine Herr sich in Pose und bewirbt das Eigenheim in höchsten Tönen vor den Damen. Zeigt ein Weibchen Interesse, wird die Höhle erst mal genauestens begutachtet und auf Größe und Ausstattung geprüft. Genügt das Etablissement den Ansprüchen, folgt das Balzritual und bald schon halten in der Regel 2 Küken Einzug und werden 70 Tage lang gefüttert, bis sie flügge werden und für Papa die ganze Schose von vorne beginnt. Na dann frohes Schaffen!

Besuchen Sie den Saarbrücker Zoo, um das Treiben der Humboldtpinguine aus der Nähe zu beobachten!


Fig. 43: Dapperduckdich

Dapperduckdich
Heute stellt Prof. Haupental euch die Pantherschildkröte vor. Wie bei so vielen anderen Schildkröten, hat sich auch bei dieser am Design in den letzten 200 Millionen Jahren wenig bis garnichts geändert. Und immerhin gibt es über 300 verschiedene Arten und nochmal so viele Unterarten von Ihnen. Wie kaum ein anderes Tier hat jede Region quasi ihre eigene, optimal angepasste Schildkröte.
Pantherschildkröten sind allerdings bei der Wahl ihres Lebensraums nicht besonders wählerisch: Trockene Halbwüsten, dorniges Buschland oder Savannen. Dabei leben sie in Gebieten von Meereshöhe bis zu Gebieten in 3000m Höhe – nur dichten Wald mögen sie nicht. Man findet sie in weiten Teilen des südlichen und östlichen Afrikas. Ihren Namen hat sie von ihrer fleckigen, raubkatzenartigen Färbung. Allerdings dunkelt diese Färbung im Laufe ihres Lebens stark nach, sodass sehr alte Tiere oft völlig schwarz wirken.
Die älteste bekannte Schildkröte, ein Aldabra-Riesenschildkrötenmännchen, ist gleichzeitig auch das älteste bekannte Tier überhaupt gewesen. Es erreichte im Zoo von Kalkutta das stolze Alter von (mindestens!) 256 Jahren.
Besuchen Sie den Neunkircher Zoo, wenn Sie dieses wunderschöne Tier mal aus der Nähe sehen möchten!

Fig. 44: Käskaader

Käskaader

Auch der Gepard (Acinonyx jubatus) gehört zur saarländischen Tierwelt, diesen hat Prof. Haupental nämlich im Saarbrücker Zoo entdeckt:

Dass der Gepard mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 100 km/h das schnellste Landtier der Welt ist, dürfte allgemein bekannt sein. Der besondere Effekt seiner Krallen, der unter Anderem zu dieser Höchstleistung führt, aber weniger. Im Gegensatz zu anderen Katzen kann der Gepard seine Krallen nämlich nur bedingt einziehen, daher liegen diese oft frei und sind recht stumpf. Rennt er los, graben sie sich ähnlich „Spikes“ in den Boden und sorgen für zusätzlichen „Grip“. Dieser Umstand macht den Geparden wiederum zu einem eher schlechten Kletterer. Geparden sind nicht zwangsläufig Einzelgänger. Das liegt daran, dass sie nach der enormen Leistung des Sprints nach der Jagd oftmals eine lange Pause brauchen bevor sie fressen. Kommt in dieser Zeit ein Löwe oder eine Hyäne, kann ein einzelner Gepard seine Beute nicht wirksam genug verteidigen und ginge selbst nach erfolgreicher Jagd mit leerem Magen nach Hause. Auch bei Geparden gilt also: gemeinsam sind wir stark!

Schauen Sie im Saarbrücker Zoo vorbei und überzeugen Sie sich von der Grazie dieses schönen Tieres aus der Nähe!


Fig. 45: Suddelchi

Suddelchi

Prof. Haupental befasst sich heute mit den Elefanten (lat. Elephas maximus) des Neunkircher Zoos.

Elefanten sind die größten lebenden Landtiere, und die einzigen noch existenten Vertreter der Familie der Rüsseltiere. Mit einer Länge von bis zu 4 Metern und einem Gewicht von bis zu 5 Tonnen, haben sie, außer Durst und Hunger, nicht viel zu fürchten. Während des Heranwachsens können Raubtiere noch eine Gefahr darstellen. Wie kaum ein anderes Tier allerdings wird der ausgewachsene Elefant zum Opfer menschlicher Gier. Die Bedrohung durch Wilderer und Elfenbeinjäger hat sich für diese mächtigen Tiere als bedrohlicher als jedes Raubtier erwiesen.

Die große Masse dieser Tiere lässt sie oft etwas tumb erscheinen, dabei handelt es sich um ausgesprochen intelligente und auch schnelle Tiere. Sie sind in der Lage Additionsaufgaben zu lösen, sich selbst und ihre Artgenossen wiederzuerkennen und sogar um verstorbene Verwandte zu trauern.
Elefanten sind in der Lage über mehrere Kilometer Schwingungen im Boden und in der Luft wahrzunehmen und diese bewusst zu produzieren. So können sie über große Strecken hinweg ihre Artgenossen erkennen und mit ihnen kommunizieren. Das bekannte „Trompeten“ dient nur zum Ausdruck „einfacher“ Stimmungen wie Aufregung, Angst, Wut oder auch Freude.

Diese Intelligenz macht sich seit vielen Tausend Jahren der Mensch zu Nutze. Kaum ein Tier wird schon so lange domestiziert und trainiert; ob als Lasten- oder als Kriegselefant.
Es gibt neben den bekannten Unterarten Afrikanischer -, Asiatischer und Waldelefant noch zwei sehr seltene Unterarten. Den sog. Flugelefanten, der an seinem gedrungenen Körperbau und überproportional großen Ohren zu erkennen ist. Das einzig bekannte Exemplar eines sprechenden Elefanten lebt in einem Zoo in Neustadt und ist an roter Mütze und Jacke zu erkennen. Benjamin Blümchen.

Die grauen Riesen können Sie in ihrer ganzen Pracht im Neunkircher Zoo erleben.


Fig. 46: Maunzemiefert

Maunzemiefert
Heute ist Prof. Haupental im Saarbrücker Zoo und schaut sich den Manul (Otocolobus manul) genauer an:
Der Manul ist ein wahrer Meister der Tarnung. Er ist die einzige Raubkatze, deren Stirn so flach ist, dass er ohne entdeckt zu werden über Felsbrocken hervorschauen kann. Dabei hilft ihm auch seine grau melierte Fellfarbe, die ihn mit seinem Lebensraum, den zentralasiatischen Hochländern, nahezu verschmelzen lässt. Gerade in der Mongolei kann es durchaus mal richtig kalt werden, daher hat der Manul zusammen mit dem Schneeleopard das längste und dichteste Fell der Katzenfamilie. Das auch Pallaskatze genannte Tier misst nur 60 cm (ohne Schwanz). Sein Aussehen hat der Manul seit knapp 12 Millionen Jahren nicht verändert, was ihn sozusagen zu einem optischen Zeitzeugen seiner Art werden lässt.
Der Manul verbringt den Tag in seiner Höhle oder Felsspalte und kommt nur nachts zum Jagen heraus. Möchte man ihn aber dann doch mal sehen, kann man ihn hier im Saarland im Saarbrücker Zoo besuchen.

Fig. 47: Hinnerzeboppes

Hinnerzeboppes

Diese Woche nimmt Prof. Haupental die Paviane des Neunkircher Zoos unter die Lupe:

Wie alle anderen Arten unserer nächsten tierischen Verwandten, sind auch Paviane (lat. Papio) hochgradig soziale Tiere. Der Pavian lebt in zwei unterschiedliche Gruppenformen, die sich darin unterscheiden – wie sollte es auch anders sein – wer mit wem „in die Kiste hüpft“. In gemischten Gruppen darf jede mit jedem, und in Haremsgruppen schart ein Männchen mehrere Weibchen um sich.

Als soziale Wesen spielt für die Affen Kommunikation natürlich eine wichtige Rolle. Bei den Pavianen gibt es dabei einige besondere Ausdrucksformen. Da wäre als erstes die Fellpflege zu nennen. Diese dient unter Geschlechtsgenossen zur Festlegung der Rangordnung, dabei lassen sich in der Hierarchie höher stehende von Rangniederen das Fell pflegen. Diese Form der Wellness hat sich auch für die Männchen als probates Mittel erwiesen, die Gunst eines Weibchens zu erringen. So pflegen sie – wen wundert’s - vor allem zur Paarungszeit, hochmotiviert das Fell ihrer Herzensdame.
Neben Knurren, Anstarren und Zähnefletschen benutzen Paviane auch ihr wohl bekanntestes Körperteil zur Kommunikation: den Hintern. Dieser ist allerdings, entgegen der landläufigen Meinung, nicht immer dick und rot. Nur bei paarungswilligen Weibchen zeigt er sich in all seiner Pracht als Signal an das Männchen. Während das Präsentieren des Hinterns im Normalzustand eine Geste der Unterwerfung darstellt, drücken die Affen Dominanz durch demonstratives Angähnen aus.

Lust, die Tiere aus der Nähe zu beobachten? Die Paviane im Neunkircher Zoo freuen sich auf Ihren Besuch!


Fig. 48: Stäämuppes

Stäämuppes
Prof. Haupental ist heute beim Blauzungenskink (Tiliqua scincoides) im Saarbrücker Zoo:
Der kleine Australier wirkt zunächst recht unscheinbar mit seinen 45 – 55 cm Länge und der braun-grauen Färbung. Das Besondere an ihm fällt erst auf, wenn er einem die Zunge ins Gesicht streckt. Die ist nämlich stahlblau und soll Feinde abschrecken. Nähert sich ein Fressfeind dem Skink, reißt dieser sein Maul weit auf, präsentiert die Zunge und zischt dabei laut. Wer einen Blauzungenskink zu Hause im Terrarium halten möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass das Tier bis zu 12 Jahre alt werden kann und sehr warme Temperaturen braucht. Ansonsten ist der Skink aber ein sehr genügsamer und unkomplizierter Mitbewohner. Der Blauzungenskink ist ein Allesfresser und ernährt sich in der Natur hauptsächlich von Grünfutter, Schnecken und größeren Insekten. Im Terrarium dürfen es aber auch gerne mal Süßigkeiten in Form von Obst sein.
Wer die blaue Zunge mal in Aktion sehen möchte, sollte auf jeden Fall einen Besuch im Saarbrücker Zoo einplanen.


Fig. 49: Huppeskouh

Huppeskouh

Heute möchte Prof. Haupental Ihren Fokus auf die Trampeltiere des Neunkircher Zoos legen:

Gleich vorneweg sei gesagt, dass das Trampeltier (lat. Camelus ferus) zur Familie der Kamele gehört. Um weiteren Missverständnissen vorzubeugen: Ein Kamel mit einem Höcker heißt Dromedar, eins mit zwei Höckern heißt Trampeltier! Auch wenn einige Lebewesen der Gattung homo sapiens manchmal so tituliert werden, ist dies aus biologischer Sicht nicht korrekt. Das Trampeltier ist ein Musterbeispiel für Anpassung an einen spezifischen Lebensraum, ein echter Wassersparer:
Zwar dient der Rückenhöcker als Fett- und nicht als Wasserspeicher, jedoch kann das Tier ca. 150l Wasser in seinem Magen aufnehmen und Speichern. Um seinen Wasserverlust so gering wie möglich zu halten, hat es aber noch ein paar ganz andere Tricks auf Lager. Seine Nieren entziehen sowohl Kot als auch Urin nahezu jedes bisschen Wasser, um dessen Verbrauch möglichst zu minimieren. Darüber hinaus kann das Trampeltier seine Körpertemperatur um mehrere Grad variieren und muss so deutlich weniger Schwitzen. Auf diese Weise kann ein Trampeltier, während einer Trockenperiode bis zu 25 % seines Körpergewichts verlieren, ohne zu verdursten.
Der ursprüngliche Lebensraum erstreckt sich ungefähr von Kasachstan über die südliche Mongolei bis weit nach China hinein. Schon seit fast 5000 Jahren werden diese Tiere als Nutztiere gehalten. Man trifft sie heute von Kleinasien bis in die Mandschurei an, sogar bis nach Sibirien sind diese Tiere schon gekommen. Es leben heute leider nur noch wenige Trampeltiere in Freiheit: in der Taklamakan-Wüste und im Lop-Nor-Becken im chinesischen Xinjiang rund 600 Tiere sowie im mongolischen Teil der Wüste Gobi rund 350 Tiere.

In den Gebieten, in denen es eingesetzt wird, übernimmt das Trampeltier – quasi in Personalunion – den Job von Pferd und Kuh. Es dient als robustes Reit- und Lasttier sowie als Fleisch-, Fell- und Milchlieferant. In rohstoffarmen Gebieten wird auch ihr Mist, der wie erwähnt nahezu keine Flüssigkeit enthält, als Brennstoff verwandt.

Besuchen Sie den Neunkircher Zoo, um diese eindrucksvollen Tiere von Nahmen zu erleben.


Fig. 50: Bròòtnickel

Bròòtnickel

Nach einer ausführlichen Analyse der saarländischen Zoo-Welt richtet Prof. Haupental nochmal kurz seine Aufmerksamkeit auf die hier heimische Tierwelt, bevor er sich dann in einigen Wochen anlässlich seiner Pensionierung auf Weltreise begibt.

Sicher ist einem Spaziergänger auf saarländischen Feldern und Wiesen schon mal ein Feldhase (Lepus europaeus) über den Weg gehoppelt. Doch vom Versuch einen der flinken Gefährten zu fangen, muss man bei Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h eher abraten. Da würde sogar Usain Bolt schlappmachen. Dank seiner berühmten Haken, die er auf der Flucht schlägt, hat schon mancher Fuchs in die Röhre geguckt, und ist mit leerem Magen nach Hause gegangen.

Da der Feldhase sehr scheu ist, darf es nicht verwundern, dass man ihn meistens von hinten sieht. Insgesamt ist der Hase ziemlich clever. Wenn er etwa zu seiner Sasse, also seiner Wohnkuhle, zurückkehrt, nimmt er häufig Umwege in Kauf, um seine Feinde zu verwirren und keine Duftspur zu hinterlassen. Feldhasen sind ihrem Revier ein Leben lang treu. Das führt meistens zu einem Konflikt, da er durch die Intensivierung der Landwirtschaft oft an Lebensraum einzubüßen hat und daher zu einer bedrohten Art gehört. Auch die Erschließung neuer Lebensräume nahe dicht besiedelter Bereiche ist für den Hasen problematisch, werden doch jährlich knapp 60.000 Hasen überfahren.


Fig. 51: Wullstippchi

Wullstippchi

Heute beschäftigt sich Prof. Haupenthal mit dem Schaf (Ovis):
Das Schaf ist eines der ältesten Haustiere des Menschen – die ersten Hausschafe wurden bereits 5.700 v. Chr. wegen ihrer Wolle sowie ihrer Milch und letztlich ihrem Fleisch gehalten.

Zur Wollgewinnung werden die meisten Schafarten geschoren. Die dabei gewonnene, nachwachsende Schafwolle hat eine sogenannte natürliche Thermoregulations-Eigenschaft: Das bedeutet, dass die Wolle im Faserinneren Wasserdampf aufnehmen kann, während die Oberfläche Wasser abstößt. Auf diese Art kann Schafwolle über 30% ihres Trockengewichtes an Wasser aufnehmen, ohne sich dabei feucht anzufühlen. Zudem wird Feuchtigkeit wesentlich schneller abgeleitet, als dies beispielsweise bei Baumwolle der Fall ist.

Schafe werden in Kunst, Kultur und dem allgemeinen Sprachgebrauch häufig als einfältig und dumm dargestellt. Forscher haben jedoch herausgefunden, dass sich Schafe über 50 Gesichter von Artgenossen merken können. Damit ist das Schaf zweifelsfrei ein echter Socializer unter den Tieren.


Fig. 52: Tupsepittchi

Tupsepittchi

Es ist wieder Mittwoch und somit Zeit für Prof. Haupentals Tierwelt. Heute steht der Marienkäfer (Coccinellidae) im Mittelpunkt:

Marienkäfer sind weltweit verbreitet. In unseren Breitengraden ist überwiegend der rote Siebenpunkt-Marienkäfer ansässig, wohingegen der auch bei uns inzwischen häufig vorkommende 19-Punkt-Marienkäfer ursprünglich im asiatischen Raum beheimatet ist. Viele denken die Anzahl der Punkte auf dem Rücken lässt auf das Alter schließen. Tatsächlich aber ist die Punkteanzahl charakteristisches Merkmal der jeweiligen Marienkäferart.

Die asiatischen 19-Punkt-Käfer hätten den heimischen Siebenpunkt-Marienkäfer fast verdrängt. Doch Naturschützer melden, dass der Siebenpunkt-Marienkäfer sich zunehmend erholt und dadurch auch immer häufiger wieder in unserer Umgebung zu beobachten ist. Als mögliche Ursache sehen Forscher Klimaveränderungen: Durch die steigenden Temperaturen frisst der heimische Marienkäfer mehr und baut dadurch höhere Fettreserven auf.

Gerade Gartenbesitzer sehen den Marienkäfer zu Recht als Glücksbringer an: Denn es gibt kaum eine effizientere biologische „Blattlausbekämpfung


Fig. 53: Krääschpääles

Krääschpääles
Heute in Prof. Haupentals Tierwelt: Der Dachs (Meles meles).
Der, an seiner typischen schwarzweißen Gesichtszeichnung zu erkennende Dachs gehört zu den größten heimischen Vertretern der Marderfamilie. Mit seinen langen Krallen legt er weitverzweigte Gänge unter der Erde an, die sogenannte Dachsburg. Diese legt aber nicht nur ein einzelner Dachs an, denn Burgenbau ist ein Job für die ganze Familie. Gemeinsam kümmert sich das Dachsgeschlecht mehrere Jahre lang um eine Burg und baut diese immer weiter aus. Schließlich müssen Dachsens auch mit der Zeit gehen, da muss dann auch mal das dazugehörige Glasfasernetz in der Burg verlegt werden. Allerdings finden die Umbauphasen nur im Sommer statt, denn im Winter hält der Dachs Winterschlaf. Er kann dank seiner angefressenen Fettschicht gut und gerne drei Monaten ohne Nahrung auskommen.
Einem Dachs mal auf einem Waldspaziergang zu begegnen wird schwer, da die nachtaktiven Gesellen sehr scheu sind.

Fig. 54: Dummpeifer

Dummpeifer

Heute nimmt Prof. Haupental das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) genauer unter die Lupe:

Der prominenteste Verwandte des Braunkehlchens ist das Rotkehlchen. Beide gehören zur Familie der Drosselvögel. Für das Braunkehlchen stehen vor allem Insekten, deren Larven, kleine Schnecken und Würmer auf dem Speiseplan. Der Bauch des Braunkehlchens ist weiß und der Rücken braun bis schwarz gemustert. Im Gegensatz zum Weibchen hat das Männchen einen weißeren Überaugenstreif und darunter ein schwarzes Feld.

Anfang bis Mitte April kehrt das Braunkehlchen aus seinem Winterurlaub in Afrika nach Europa zurück. Dort baut es sein Nest überwiegend am Boden. Dabei bevorzugt es Stauden oder kleine Gebüsche. Durch die Verbauung und intensive landwirtschaftliche Nutzung werden die Bodenbrüter ihrer Nahrung und ihres Lebensraumes beraubt, was zu einem Rückgang des Braunkehlchen-Bestandes führt. Schutzmaßnahmen sind beispielsweise eine Wiedervernässung, eine umfangreiche Grünlandnutzung oder eine Reduktion von Düngemitteln.


Fig. 55: Bockshuerijer Gehecksderwel

Bockshuerijer Gehecksderwel

Heute beschäftigt sich Haupentals Tierwelt mit der Ziege (Capra):

Die Ziege ist das älteste Haustier des Menschen, sie ist gerne mal störrisch, unfassbar neugierig und ein ausgezeichneter Kletterer. Das macht sie in ihrer Haltung nicht gerade einfach, denn sie ist auch sehr erfinderisch. Während Schafe bei Gefahr in Panik verfallen, sind Ziegen mutig und lassen sich nicht von ihrem Ziel abbringen. Einzig die Leitziege kann ein Mitglied der Herde schon durch einen bestimmten Blick in die Schranken weisen.

Im Chinesischen gelten im Jahr der Ziege geborene Kinder als hilfsbereit und friedliebend. Das spricht für die Familienbande innerhalb der Herde. Nur während der Paarungszeit kommt es zu heftigen Kämpfen unter den Böcken. Im Gegensatz zu Schafen tragen bei den Ziegen beide Geschlechter Hörner, die bei solchen Kämpfen teilweise sehr brutal aneinander geschlagen werden.


Fig. 56: Mischtepiddeler

Mischtepiddeler

Heute geht es bei Prof. Haupentals Tierwelt um den Mistkäfer (Geotrupidae):

Der Mistkäfer gehört zur Klasse der Insekten und ernährt sich ausschließlich - wie der Name schon erkennen lässt - von frischem Kot. Mistkäfer tragen einen erheblichen Teil zur Zersetzung von Kuhdung bei. Mit ihrer Hilfe gelangt der Kuhdung schneller in den Boden und die Anzahl von Viehparasiten verringert sich dadurch. Der Dung wird von den Mistkäfern zu einer Kugel zusammen gerollt. Um diese Dungkugel vor Feinden zu schützen, wird sie zu ihrem Bau transportiert. Dabei dient die Dungkugel besonders in heißen Gebieten als Hitzeschutz für die Füße des Mistkäfers.

Nach der Paarungszeit legt das Weibchen ein Ei in die zuvor gebauten unterirdischen Kammern ab. Danach werden diese Kammern mit weiterem Kot befüllt und anschließend mit Lehm abgeriegelt. Ein Jahr später sind die Larven dann ausgewachsen – genug Futter war ja da...


Fig. 57: Greilijen Doodekoppschwärmer

Greilijen Doodekoppschwärmer

Heute in Haupentals Tierwelt - der Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos):

Den unheimlichen Namen hat der Falter seiner totenkopfähnlichen gelben Zeichnung auf dem Rücken zu verdanken. Zu seinen Hauptnahrungsquellen zählen überreife Früchte und Honig. Da er diesen nicht selbst produzieren kann, bedient er sich eines cleveren Tricks: Er ahmt den Duft von Bienen nach, um unbemerkt in deren Bau einzudringen und so viele Honigwaben leer zu saugen wie er kann. Wird er bemerkt kann es nämlich übel für ihn ausgehen. Da hilft ihm dann auch weder der Totenkopf in guter Piraten-Manier, noch sein schrill-pfeifender Alarmruf, den er bei Gefahr ausstoßen kann.

Totenkopfschwärmer bevorzugen trockene und sonnige Gebiete mit Nachtschattengewächsen. Mit viel Glück und bei gutem Wetter kann man die Totenkopfschwärmer von September bis Oktober auch bei uns im Saarland antreffen. Normalerweise aber leben sie an den südlichsten Küsten des Mittelmeeres, auf Madeira und auf den Kanarischen Inseln.


Nr. 58: Verschweinzgeier

Verschweinzgeier
Leider ist es nun soweit: Nach über 30 Jahren am Lehrstuhl geht Professor Haupental nun in Rente.
Ein letztes Geschenk an seine treuen Studenten hat er aber noch: In den kommenden Wochen begibt er sich auf Weltreise und wird von unterwegs noch das eine oder andere Tier, das ihm auf seiner Reise begegnet, vorstellen.
Seine erste Station ist Afrika, wo er auf den Schmutzgeier (Neophron percnopterus) getroffen ist:
Charakteristisch für diese Greifvogelart ist sein gelbes Gesicht. Während die Schwungfedern schwarz gefärbt sind, sind Körper, Schwanz und Flügeldecke schneeweiß. Sie sind meist in der Nähe von menschlichen Siedlungen oder Müllplätzen zu finden. Denn Schmutzgeier ernähren sich - wie der Name schon grob vermuten lässt - von Abfällen jeglicher Art: von Kot über faulendes Obst bis hin zu Kleintieren oder Großinsekten.
Die Schmutzgeier sind aber nicht nur in Afrika beheimatet: Da es sich um Zugvögel handelt, verändert sich ihr Lebensraum entsprechend der Jahreszeit, weshalb sie auch in Teilen Asiens sowie im Süden Europas (u.a. auf den Kanarischen Inseln) zu finden sind. Ihren Winter verbringen sie hauptsächlich in Wüsten und Steppen. Während der Brutzeit hingegen sind die Tiere in feuchten Bergregionen zu finden.
Unter seiner Art wird der Schmutzgeier am gefährdetsten eingestuft. Grund für den Rückgang des Bestandes ist vor allem die Verfolgung durch den Menschen.

Fig. 59: Hoorijen Niggutz

Hoorijen Niggutz

Unterwegs durch Afrika begegnet Prof. Haupental dem König der Tiere, dem Löwen (Panthera leo):

Der Löwe ist nach dem Tiger die zweitgrößte Raubkatze der Welt. Außerdem ist er die einzige Raubkatze, die im Rudel lebt und jagt. Das Rudel setzt sich in der Regel aus 2 bis 4 Männchen, 10 bis 15 Weibchen und deren Jungtieren zusammen. Durch die lange Mähne lässt sich das Männchen klar vom Weibchen unterscheiden – braucht aber morgens auch entsprechend länger.

Löwen sind keinesfalls Vegetarier. Sie ernähren sich vor allem von Antilopen, Gazellen, Zebras und Gnus. Dabei können sie bis zu 40 kg auf einmal verschlingen, so dass sie sich nicht täglich auf Nahrungssuche begeben müssen.

In Afrika leben nur noch ungefähr 23.000 Löwen in freier Wildbahn und daher gelten sie als gefährdet. Grund dafür sind unter anderem der Verlust von Lebensraum sowie die Jagd durch den Menschen


Fig. 60: Lange Luj

Lange Luj

Heute geht es bei Prof. Haupentals Tierwelt um die Giraffe (Giraffa):

Mit bis zu 6 Metern Größe gehören Giraffen zu den größten Paarhufern der Erde – genauer gesagt sogar zu den größten an Land lebenden Säugetieren. Die Kühe genannten Weibchen leben in Herden mit bis zu 50 Tieren, wobei die Bullen Einzelgänger sind. Die in Afrika beheimaten Giraffen leben dort in Savannen und Grassteppen, wo sie bis zu 30 kg Nahrung aufnehmen. Am liebsten fressen sie Blätter, Knospen, Triebe und Gras. Beachtlich ist, dass sie sogar über Wochen ohne Aufnahme von Flüssigkeit auskommen. Wenn der Durst sie dann aber mal überkommt und sie eine geeignete Wasserquelle gefunden haben, kommt der sportliche Teil: Denn um den Kopf zum Trinken weit genug absenken zu können, müssen die Tiere schwungvoll in den Spagat.

Neben dem langen Hals und den noch längeren Beinen zeichnen sie sich durch ihr einzigartiges Fell aus. Was der Fingerabdruck beim Menschen ist, ist für die Giraffe ihr Fellmuster. Dennoch kann man das Fell in neun Unterarten unterteilen, das sich in Farbe und Musterung unterscheidet


Fig. 61: Dippeschnawwel

Dippeschnawwel

Nach seiner Reise durch Afrika begibt sich Prof. Hauptental nun nach Asien, wo unter anderem die Pelikane (Pelecanus) beheimatet sind.

Pelikane gehören zu den Wasservögeln und sind aufgrund ihrer Größe (1,25 m - 1,90 m) und ihrem Gewicht (bis zu 12 kg) einer der schwersten flugfähigen Vögel der Welt.

Sie zeichnen sich durch ihren besonders großen und langen Schnabel aus. Darunter befindet sich ein Hautsack, in dem sie bis zu 11 Liter Wasser speichern können. Im Gegensatz dazu ist das Volumen seines Magens nur halb so groß. Der gefüllte Schnabel fungiert als eine Art Schöpfkelle. Der Pelikan nimmt durch seinen Schnabel Wasser und die darin schwimmenden Fische auf. Danach lässt er das Wasser langsam wieder herausfließen, so dass nur noch die Fische übrig bleiben, die er dann frisst.

Pelikane sind in tropischen, subtropischen und gemäßigten Zonen heimisch. Die Mehrheit der Pelikane sind Standvögel. Einige legen aber auch eher „kurze“ Strecken unter 2.000 km zurück, um ihr Winterquartier zu erreichen.


Fig. 62: Schnawwemaduckel

Schnawwemaduckel

Von Asien aus führt die Weltreise Prof. Haupental nun weiter nach Down Under, wo er das Schnabeltier (Ornithorhynchus anatinus) unter die Lupe nimmt.

Das Schnabeltier sieht aus, als wäre Dr. Frankenstein am Werk gewesen, der verschiedene Körperteile unterschiedlichster Tiere zusammen genäht hat. Denn während der Körper an einen Biber erinnert, gleicht der Schnabel dem einer Ente. Abgerundet wird dieses Bild durch Schwimmhäute, die sich zwischen den vorderen und hinteren Füßen befinden.

Die nachtaktiven Einzelgänger leben in stehenden und fließenden Süßgewässern. Sowohl im Wasser als auch an Land können Schnabeltiere sich hervorragend fortbewegen. Ihre Beute - darunter Würmer, Krabben und Insektenlarven - spüren sie mit ihrem Rezeptoren besetzen Schnabel auf. Dieser ermöglicht ihnen, die Ohren und Augen unter Wasser nicht öffnen zu müssen.

Eine besondere Eigenschaft des Schnabeltiers ist, dass es als Säugetier Eier legt. Das Weibchen brütet nach der Paarung in einer Höhle bis zu drei Eier aus, die das Männchen zu verteidigen weiß: Denn mit den Giftspornen am Ende seiner Hinterfüße gehört es zu den wenigen giftigen Säugetieren.


Fig. 63: Borschtisch Louschin

Borschtisch Louschin

Prof. Haupental reist auf seiner Weltreise weiter nach Übersee und entdeckt dort als erstes den Nachtaffen (Aotus):

Wie der Name schon sagt, ist der Nachtaffe der einzige seiner Art, der eine rein nächtliche Lebensweise hat. Deshalb braucht er auch seine riesigen Augen und seinen ausgeprägten Tast- und Geruchssinn, um sich in der Dunkelheit gut zurechtzufinden.

Sie sind wahre Naschkatzen, denn zu ihren Hauptnahrungsmitteln zählen vor allem Früchte und Honig, aber auch Insekten stehen auf dem Speiseplan.

Nachtaffen leben paarweise vor allem in den Baumhöhlen Mittel- und Südamerikas. Den Tag verbringen sie meist schlafend, doch nachts werden sie aktiv und sind vor allem durch ihre zarten Zwitschertöne zumindest hörbar.

Bekommt ein Paar Junge, leben alle als Familiengruppe zusammen und besetzen ein Revier. Treffen an einer Reviergrenze zwei Gruppen aufeinander, kommt es zu lauten Schreien, Kämpfen und ritualisierten Sprüngen mit gestreckten Beinen, um dem Gegner Größe zu demonstrieren.


Fig. 64: Schlappgierdeler

Schlappgierdeler

Auf der zweitletzten Station seiner Weltreise begegnete Prof. Haupental einem Gürteltier (Dasypoda):

Die in Nord- und Südamerika verbreiteten Säugetiere nennen Steppen, Savannen und Halbwüsten ihr Zuhause. Ihren Namen verdanken sie ihrem grauen Hautknochenpanzer, der aus gürtelähnlichen Ringen aus Knochen- und Hornplatten besteht und einzigartig unter den Säugetieren ist.

Trotz ihres kompakten Körperbaus (sie können bis zu 30 kg schwer werden) sind Gürteltiere hervorragende Schwimmer und Läufer. Ihre Schnelligkeit leben sie aber nicht häufig aus, denn mit etwa 18,5 Stunden Schlaf pro Tag gehen es die Tiere eher gemütlich an. So mancher wird sich da bestimmt wünschen, ein Gürteltier zu sein.

Doch kulinarisch dürfte man da unterschiedlicher Meinung sein, denn Gürteltiere ernähren sich hauptsächlich von Ameisen und Termiten. Als Schädlingsbekämpfer werden sie deshalb vor allem von Farmen geschätzt.


Fig. 65: Wampir Trunschel

Wampir Trunschel

Heute wird es kalt bei Prof. Haupentals Tierwelt, denn bevor es für ihn nach Hause geht und er es sich damit im Ruhestand gemütlich macht, begibt sich der Professor noch auf einen letzten Abstecher ans Nordpolarmeer zu den Walrossen (Odobenus rosmarus):

Die Säugetiere leben in Herden zusammen und sind die größten Robben der Arktis. Trotz einem Gewicht von 1.800 kg und einer Größe von ungefähr drei Metern können Walrosse genau so schnell laufen wie Menschen. Ähnlich wie Baumringe haben Walrosse Ringe an den Zähnen, die ihr Alter verraten. Die unter der Haut liegende ca. 5 cm dicke Fettschicht schützt das Walross zum einen vor Kälte und zum anderen vor spitzen Eisbergen.

Walrosse fangen ihre Beute meist unter Wasser. Die Fähigkeit, bis zu 30 Minuten lang die Luft anhalten zu können, erleichtert dabei genau so die Jagd, wie ihre 450 Tasthaare an der Oberlippe – ein beachtlicher Schnurres also, auf den in den 80er Jahren so manch Saarländer neidisch gewesen sein dürfte.

An Land liegen Walrosse meist sehr dicht gedrängt nebeneinander. Durch Drohgebärden versuchen die Bullen ihr Revier zu verteidigen. Dabei kommt es häufig zu Rangkämpfen, die mit schweren Verletzungen enden. Unter den Männchen herrscht eine klare Hierarchie, die sich nach dem Alter und der Länge der Stoßzähne richtet.