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Land & Leute
 

Der deutsch-französische Krieg 1870/71

Saarbrücken im Brennpunkt

Im Deutschen Krieg von 1866 hatte Preußen Österreich besiegt. Preußen übernahm die Führung des Norddeutschen Bundes. Frankreich sah daraufhin seinen Einfluß schwinden und war entschlossen, jede weitere Ausdehnung preußischer Macht zu verhindern, insbesondere in Süddeutschland. Ein diplomatischer Zwischenfall genügte als Funke.

Deutsch-französischer Krieg 1870/71
Deutsch-französischer Krieg 1870/71
  • 2. August 1870 Der französische Vorstoß richtet sich gegen die mittlere Saar. Alt-Saarbrücken wird besetzt. Kaiser Napoleon selbst verfolgt mit seinem fünfzehnjährigen Sohn Lulu vom späteren "Lulu-Stein" aus das Vordringen seiner Truppen
  • 5. August 1870 Die Franzosen ziehen wieder ab.
  • 6. August 1870 Um den Saarübergang zu erleichtern, gehen am Mittag preußische Truppen gegen die französischen Spicherer Höhen vor. Sie haben zunächst Erfolg. Am Nachmittag scheint sich das Blatt zu wenden, und abends ziehen sich die Franzosen geordnet zurück. Auf dem Schlachtfeld bleiben fast 9.000 Tote und Verwundete zurück - Deutsche und Franzosen.

Der saarländische Wirtschaftsraum im Kaiserreich  - Aufstieg zur Grossindustrie

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts konnten die Saargruben ihre Produktion vervielfachen - jedoch nicht so wie an der Ruhr. Wichtigster Abnehmer der Kohle waren die Saarhütten. Wegen der weniger guten Koks-Qualität der Saarkohle erwarben diese auch Bergwerke an der Ruhr und im Aachener Revier. Von dort kam immer ein Teil der Kokskohle.

Gleichzeitig orientierten sich die Saarhütten nach Westen. Der "Saar-Lor-Lux-Raum" bekam in dieser Zeit Konturen. Die Saarhütten erwarben im luxemburgisch-lothringischen Grenzgebiet und in Westlothringen eigene Erzfelder, von denen sie die Minette-Erze bezogen. Erleichtert wurde dies durch die Annexion Elsaß-Lothringens 1871. Die Verhüttung der phosphorhaltigen Minette wurde jedoch erst durch das 1879 erfundene Thomas-Verfahren in größerem Umfang möglich. In den beiden letzten Jahrzehnten des Jahrhunderts errichteten die Saarhütten in Westlothringen und in Luxemburg auch eigene Hütten. Von ihnen bezogen sie den größten Teil des Roheisens.

Unternehmer im Saarrevier - Private Hütten, staatliche Gruben

Selbst in schlechten Jahren führte die Grubenverwaltung beträchtliche Überschüsse an die Staatskasse ab. Möglich war dies auch durch die Niedrigstlöhne, die sie bis ins letzte Drittel des 19. Jahrhunderts zahlte. Dabei "rechnete" die Grubenverwaltung mit der weitgehenden Selbstversorgung der Saarbergleute und deren Familien und mit den Leistungen des betrieblichen Unterstützungssystems. Die übrige Saarindustrie war in Händen meist zugewanderter protestantisch-bürgerlicher Unternehmerfamilien. Die bedeutende Hunsrücker Eisenhüttenfamilie Stumm etwa kam zu Beginn des 19. Jahrhunderts an die Saar. Carl Ferdinand von Stumm-Halberg prägte mit seinem "System der milden und der strengen Hand" das ganze Saarrevier, das "Königreich Stumm". Darüber hinaus wirkte er als Reichstagsabgeordneter wesentlich bei der Gestaltung der Wirtschafts- und Sozialpolitik des Kaiserreiches mit.