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Landwirtschaft und ländlicher Raum
 

Diversifizierung hin zu nicht-landwirtschaftlichen Tätigkeiten

Neubau eines Verkaufsgewächshauses und Umbau eines Produktionsgewächshauses zum ganzjährigen Verkauf
Neubau eines Verkaufsgewächshauses und Umbau eines Produktionsgewächshauses zum ganzjährigen Verkauf

Die Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe hin zu nicht-landwirtschaftlichen Tätigkeiten kann als Teil der Maßnahme M06 „Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe und sonstiger Unternehmen“ nach Artikel 19 der VO (EU) Nr. 1305/2013 im Rahmen des Saarländischen Entwicklungsplans für den ländlichen Raum 2014-2020 (SEPL 2014-2020) gefördert werden. Die Mittel dafür stammen hälftig aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK).

Die gesamtwirtschaftlichen und sektoralen Rahmenbedingungen bedingen für die Landwirtschaft deren stetigen Strukturwandel. Die prognostizierte demographische Entwicklung im ländlichen Raum des Saarlandes führt in Verbindung mit der zunehmenden Aufgabe landwirtschaftlicher Betriebe zum Einen zu einer Konzentration der Landbewirtschaftung und zum Anderen zu einer sinkenden Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten. Nicht alle Inhaber landwirtschaftlicher Unternehmen werden auch in Zukunft ein ausreichendes Einkommen aus der landwirtschaftlichen Produktion erwirtschaften können. Eine Reihe von Betrieben ist daher zur Umorientierung hin zu neuen Geschäftsfeldern und zur Erschließung zusätzlicher bzw. alternativer Einkommensquellen gezwungen. Die Maßnahme unterstützt die Schaffung solcher zusätzlichen Einkommensquellen aus selbständiger Tätigkeit und trägt damit zur Erhaltung der Wirtschaftskraft des ländlichen Raumes bei. Nach wie vor ist die Einkommenssituation in der saarländischen Landwirtschaft - außer im Bereich der starken Milchviehbetriebe - durch unzureichende Nutzung vorhandener Entwicklungspotenziale gekennzeichnet. Es gilt, die bestehenden Betriebszweige zu überprüfen und die Betriebe an die Anforderungen und Gegebenheiten der Märkte anzupassen. Es ist davon auszugehen, dass der Einkommensdruck und die Rationalisierungszwänge in Zukunft zunehmen werden. Bei begrenzten Wachstumschancen in der Urproduktion, wie sie bei einem Großteil der saarländischen Betriebe gegeben sind, liegen die Chancen in einer Erschließung neuer landwirtschaftsnaher oder auch außerlandwirtschaftlicher Einkommensquellen. Dabei können ganz neue Arbeitsplätze entstehen, die insbesondere Jugendlichen und Frauen neue Beschäftigungsperspektiven eröffnen. Neben der Förderung von Investitionen sollen auch innovative Konzepte und Produkte gefördert, Kompetenzen vermittelt und moderne Informationstechnologien ausgebaut werden. Die Entwicklung und das Angebot sinnvoller Dienstleistungen, Tourismusaktivitäten sowie Freizeit- und Erholungsaktivitäten sind hier ebenfalls zu nennen. Kooperationen landwirtschaftlicher Betriebe untereinander und auch mit außerlandwirtschaftlichen Unternehmen runden den Reigen der Strategien zur Zielerreichung ab. Die Maßnahme dient der gezielten Fördermöglichkeit landwirtschaftlicher Betriebe bei Investitionen in nicht-landwirtschaftlichen Aktivitäten. Die Diversifizierung schafft zusätzliche Möglichkeiten im Bereich der Direktvermarktung und Dienstleistung. Daraus ergibt sich eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe, da sie ihre Produkte zu höheren Preisen am regionalen Markt direkt absetzen können oder freie Kapazitäten an Gebäuden, Arbeitskraft und Maschinen zur Umsetzung einer Dienstleistung anbieten können.

Im Rahmen der Diversifizierung wird von den Antragstellern vermehrt -auch in dem Bereich der Direktvermarktung regionaler Produkte- investiert. Es ergibt sich hierdurch eine Verkürzung der Transportwege vom Produzenten zum Verbraucher und somit ein positiver Klimaeinfluss. Durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze im ländlichen Raum vermindern sich auch die Fahrtwege zur Arbeitsstätte und somit der damit verbundene CO2-Ausstoß, was dem Klimaschutz ebenfalls zuträglich ist. Die Schaffung zusätzlicher Einkommen führt oft dazu, dass aufgrund der begrenzten Arbeitskapazitäten veraltete Betriebszweige aufgegeben werden und durch extensivere Produktion ersetzt werden. Hierdurch ergibt sich ein Extensivierungsprozess z.B. Wechsel von intensiver Milchhaltung zur Mutterkuhhaltung, der eine Klimaentlastung bringt. Im Zuge der Diversifizierung werden oft auch bauliche Arbeiten erforderlich, bei deren Umsetzung aktuelle Vorgaben zur Energieeffizienz und zum Umweltschutz einzuhalten sind. Auch dadurch wird zum Klimaschutz beigetragen. Klimaschutzaspekte werden auch bei der Definition der Auswahlkriterien für diese Maßnahme berücksichtigt. Vorhaben, die dem Klimaschutz zuträglich sind, werden in Folge dessen bei der Förderauswahl bevorzugt.

Abgedeckte Diversifizierungsbereiche:

Im Saarland abgedeckte Diversifizierungsbereiche sind:
•Pensionspferdehaltung,
•Förderung von Innovation bei der Herstellung und Vermarktung nichtlandwirtschaftlicher Produkte,
•Direktvermarktung selbst produzierter oder zugekaufter, ggf. weiterverarbeiteter Produkte (z.B. Hofladen),
•Urlaub auf dem Bauernhof,
•Gastronomieangebot (z.B. Straußwirtschaft, Hofcafe),
•Erbringung von Dienstleistungen unterschiedlicher Arten und Förderung von Innovationen in Dienstleistungsbereichen.
 
Kurzumtriebsplantagen (KUP) werden im Saarland nicht gefördert.

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Europäische Union - Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER)

Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete.

Kontakt

Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Referat B/2
Rolf Faßbender
Agrarpolitik, Landwirtschaftliche Erzeugung, Ernährung
Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken
E-Mail-Kontakt
Telefon
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Telefax
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