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Kultur
 

Michael Riedel – Neukonzeption der Werkschau im Saarlandmuseum

Mai 2018 bis Frühjahr 2019

16.05.2018
Michael Riedel, Ausstellungsansicht 2018/19, Moderne Galerie; Foto: Saarlandmuseum / Tom Gundelwein
Michael Riedel, Ausstellungsansicht 2018/19, Moderne Galerie; Foto: Saarlandmuseum / Tom Gundelwein

Gemeinsam mit Kuehn Malvezzi Architekten hat der Frankfurter Künstler Michael Riedel (*1972) die Fassaden- und Freianlagengestaltung der Erweiterung der Modernen Galerie konzipiert.

Anlässlich der Neueröffnung des Museums im November 2017 präsentierte der Künstler zudem im 3. Obergeschoss des Erweiterungsbaus eine auf den Ort bezogene Werkschau, die zentrale Themen und Grundzüge seines Schaffens beleuchtete.

Seit den späten 1990er Jahren gehört es zu Riedels künstlerischem Konzept, neue Arbeiten entstehen zu lassen, indem er Prozesse erdenkt, die bereits vorhandenes Material der Verselbständigung anheimgeben. Bevorzugter „Werkstoff“ des Künstlers sind die Ereignisse und die Kommunikation im Kunstbetrieb selbst. Deren mediale Aufzeichnungen und Verschriftungen nutzt er, um diese Prozesse zu reinszenieren und so für neue Deutungen zu öffnen. Aus Texten und Schriftbildern generiert er autonome Muster, die er auf Bildträger aller Art, auf Leinwände, Plakate und sogar auf ganze Räume aufbringt.

Seine für die Eröffnungspräsentation der Modernen Galerie getroffene Werkauswahl hat Michael Riedel Ende April 2018 verändert und neu in Szene gesetzt. Der tapezierten Wandmalerei mit komplementärer Audio-Installation steht nun ein monumentaler Bildzyklus gegenüber: Die Reproduktion eines urgeschichtlichen Fossils wird hier zum Ausgangspunkt der ebenso systematischen wie assoziationsträchtigen Formdeklination. Auf eine ausgediente Ausstellungsarchitektur des Frankfurter Städel hat der Künstler ein Arrangement von Plakaten eigener Ausstellungen aufgebracht, auf welches nun – durch ein Spracherkennungsprogramm synchron verschriftet – die Geräusche des Saarbrücker Ausstellungsraums projiziert werden. Riedels jüngste Werkgruppe ist präsent in einer großformatigen, lakonischen Leinwandkomposition, die der Künstler aus dem scan vorgefundenen Verpackungsmaterials generiert hat.

In neuer Weise tritt das aktuelle Werkensemble in Wechselwirkung mit dem Ausblick in den Stadtraum und Riedels Platzanlage im Außenraum, zu der das Panoramafenster des Ausstellungsraums einen unmittelbaren Bezug herstellt.

Während der Laufzeit der Ausstellung wird eine Publikation zum Platz- und Fassadenkunstwerk Michael Riedels in der Reihe der Cahiers des Saarlandmuseums erscheinen.