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Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
 

Eisgenuss im Saarland fast ungetrübt – Keimbelastung bei Schlagsahne deutlich zurückgegangen

30.07.2018
Fruchteis mag er besonders – egal welche Sorte. Minister Jost freut sich über die gute Eis-Qualität im Saarland.
Fruchteis mag er besonders – egal welche Sorte. Minister Jost freut sich über die gute Eis-Qualität im Saarland.

Nur gute Nachrichten konnte Verbraucherschutzminister Reinhold Jost mit Blick auf den Eisgenuss in diesem heißen Sommer verkünden: „Die aktuellen Kontrollergebnisse zeigen, dass die Saarländerinnen und Saarländer unbesorgt ihr Eis genießen können. Unser Speiseeis im Saarland ist eines der am besten überwachten Lebensmittel. Saarländischem Eis können wir nach wie vor eine gute Qualität bescheinigen“, stellte Jost bei der Halbzeitbilanz fest.   

Wie jedes Jahr während der Eissaison überprüfen die Mitarbeiter des Landesamtes für Verbraucherschutz (LAV) im Rahmen eines Schwerpunktprogramms die saarländischen Eishersteller. Von den bislang 133 abschließend untersuchten Proben wurden nur 14 Proben beanstandet. Die Beanstandungsquote ist mit der vom letzten Jahr vergleichbar.

Bei der mikrobiologischen Untersuchung wird das Eis auf Krankheitserreger und sonstige Keime kontrolliert. In 10 Proben war die Keimbelastung zu hoch. Keime wie Enterobacteriaceae geben Hinweise auf mangelnde Hygiene bei der Herstellung. Krankmachende Keime wurden in keiner Probe gefunden. Es ist daher von keiner Gefährdung für den Verbraucher auszugehen.

Bei lebensmittelchemischen Untersuchungen werden Proben auf eine ordnungsgemäße Zusammensetzung und Kennzeichnung von Zusatzstoffen kontrolliert. Von den bislang untersuchten Proben wurden 4 beanstandet. Drei Proben wegen fehlender Kenntlichmachung von Zusatzstoffen, in einer Probe war der Milchanteil zu gering.
Die Schwerpunktkontrollen in eisverkaufenden Betrieben – im Saarland sind dies derzeit insgesamt 321 – werden bis Ende September weitergeführt. Die Kontrolleure haben aktuell etwas mehr als die Hälfte (171) der Betriebe überprüft.

„Die vorliegenden Ergebnisse der Lebensmittelkontrolleure sind erfreulich. Wir geben uns aber nicht damit zufrieden. Die Beanstandungen geben uns auch in diesem Jahr Hinweise auf eine weiter zu verbessernde Hygiene im Herstellungsprozess. Für uns heißt das: Wir werden unsere Kontrollen unvermindert weiterführen. Nur so können wir einen größtmöglichen Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher gewährleisten“, betont Jost.

Eine gute Botschaft gab’s mit Blick auf das frühere Sorgenthema Schlagsahne:  „Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Beanstandungsquote bei der geschlagenen Sahne aus Automaten sehr deutlich zurückgegangen“, so der Minister.
Von den bisher untersuchten 40 Sahneproben wurden nur 9 (Quote 22,4 %; 2017: 53,7 %) wegen zu hohen Keimgehaltes bemängelt.
Jost: „Wenn man bedenkt, dass die Beanstandungsquote in der Vergangenheit auch schon bei über 60 % lag, dann freuen wir uns natürlich über dieses Ergebnis. Die engmaschigen Kontrollen und vor allem die Vor-Ort-Beratung durch unsere Experten zeigen offenbar Erfolge. Dennoch müssen wir auch hier sagen: Eine Quote von 20 % ist immer noch zu hoch.“

Geschlagene Sahne wird in Gastronomiebetrieben in der Regel mit Hilfe von Sahneaufschlagautomaten hergestellt. Da zur Herstellung keimarme pasteurisierte oder ultrahocherhitzte Flüssigsahne verwendet wird, liegt das Problem der hohen Keimbelastung meist in der Wartung der Sahneautomaten.

Hintergrund:
Rund 8 Liter Speiseeis pro Kopf und Jahr verzehren die Deutschen.
Damit der Genuss für die Verbraucherinnen und Verbraucher möglichst ungetrübt bleibt, werden nicht nur die Speiseeishersteller und ihre Produkte, sondern auch Eisverkäufer von der amtlichen Lebensmittelüberwachung intensiv kontrolliert. Im Saarland sind dies mehr als 300 Betriebe, die im Rahmen der risikoorientierten Überwachung mindestens 1 x im Jahr von Lebensmittelkontrolleuren des Landesamtes für Verbraucherschutz aufgesucht werden.
Im Fokus steht dabei die Betriebs-, Produkt- und Personalhygiene, denn insbeson¬dere das handwerklich hergestellte Speiseeis ist aufgrund der Produktionsweise besonders anfällig für Keimeinträge. Da die Hersteller und Verkäufer als so genannte „Inverkehrbringer“ nach den lebensmittelrechtlichen Vorgaben für die Einhaltung aller einschlägigen Vorschriften selbst verantwortlich sind, umfasst die Kontrolle des LAV neben der Einhaltung von Hygienevorschriften in den Produktions- und Verkaufsräumen und der ordnungsgemäßen Verwendung von Rohstoffen und Zutaten auch die Durchführung betriebseigener Maßnahmen und Kontrollen.

Doch nicht nur die Hersteller- und Verkaufsbetriebe unterliegen einer amtlichen Kontrolle. Auch die hergestellten/verkauften Produkte werden amtlich überprüft.
Mehr als 20.000 Proben Speiseeis wurden im Saarland seit Mitte der 80er Jahre im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung untersucht.
Wegen der besonderen Keimanfälligkeit von Speiseeis werden die Proben mikrobiologisch auf Krankheitserreger wie Salmonellen und Listeria monocytogenes sowie auf so genannte Hygieneindikatoren wie Staphylococcus aureus oder Escherichia coli untersucht.