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Archiv des Saarlandes
 

Die Rhein-Rose – ein Produkt der Souvenir-Industrie

09.08.2018
Rheinrose No. II, um 1860, Verlag Carl Adler, Hamburg; LA Saarbrücken B NL.Hellwig 1185: Souvenir-Rose mit Stahlstich-Miniaturansichten von Sehenswürdigkeiten am Rhein
Rheinrose No. II, um 1860, Verlag Carl Adler, Hamburg; LA Saarbrücken B NL.Hellwig 1185: Souvenir-Rose mit Stahlstich-Miniaturansichten von Sehenswürdigkeiten am Rhein

Mit der zunehmenden Reiselust des Bürgertums im 19. Jahrhundert wuchs auch der Bedarf an entsprechenden Souvenirs. Einerseits dienten sie als Erinnerung für den Reisenden, andererseits als Anschauungsobjekt für die Daheimgebliebenen. Sehr beliebt waren allerlei Ansichten von Städten oder Sehenswürdigkeiten, die mit den modernen Druckverfahren in größerer Auflage hergestellt werden konnten. Eine ganz eigene Form hiervon stellen die sogenannten "Souvenir-Rosen" dar, deren ersten Exemplare um 1850 erschienen. Ihr Erfolg beruht wohl darauf, dass sie ansprechend und aufwendig gestaltet sind und auf kleinstem Raum eine Vielzahl von bunten Bildern vereinen. Die winzigen Veduten sind Stahlstiche, die üppigen Rosen Chromolithografien. Durch Falten ließen sie sich äußerst platzsparend im mitgelieferten Umschlag transportieren und sogar versenden. Den Preis von 12 Silbergroschen, mehr als den Tageslohn eines einfachen Angestellten, konnte sich aber nur die wohlhabende Oberschicht leisten. Mit dem Aufkommen der weit günstigeren Ansichtspostkarte verschwanden die Motivrosen Ende des 19. Jahrhunderts wieder vom Markt. Ein besonders prachtvolles Exemplar mit Ansichten vom Rhein ist auch in der Sammlung Hellwig zu finden.