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Polizei
 

Liebe zum Fußball bringt Straftäter ins Gefängnis

Fahnder des Landeskriminalamtes (LKA) nehmen den Verurteilten im Rahmen eines Hallenturnieres fest

Pressemitteilung vom 08.01.2010 - 10:15 Uhr

Saarbrücken/Hostenbach. Im Sommer 2008 verurteilte die Wirtschaftsstrafkammer beim Landgericht Saarbrücken einen 50-jährigen Kaufmann zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe. Das Gericht befand ihn und seine drei Komplizen, einen 52-Jährigen Hostenbacher, einen 61-Jährigen Saarbrücker und einen 60-Jährigen Trierer für schuldig, eine Vielzahl von Kapitalanlegern aus ganz Deutschland um ihre Einlagen geprellt zu haben. Der Schaden lag in Millionenhöhe.

In dem sogenannten „Treulux“-Verfahren verkauften die vier Angeklagten seinerzeit unter wechselseitiger Beteiligung Wertpapiere von den British Virgin Islands. Kompetenz und Internationalität täuschten die Drahtzieher dadurch vor, dass sie Geschäftsadressen aus der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg benutzten. In dem mehrere Jahre andauernden Ermittlungskomplex waren umfangreiche Recherchen und Kooperationen mit den Justiz- und Polizeibehörden in den genannten Ländern erforderlich.

Gegen das Urteil des Landgerichtes Saarbrücken wurden Rechtsmittel eingelegt, so dass sich der Bundesgerichtshof (BGH) mit der Thematik befassen musste. Die obersten Richter bestätigten im Frühjahr 2009 die verhängte vierjährige Haftstrafe und der 50-jährige Wadgasser sollte in der Folge zur Urteilsverbüßung in der JVA Saarbrücken erscheinen. Nachdem sich der Verurteilte nicht zum Haftantritt meldete, erließ die Staatsanwaltschaft Saarbrücken Haftbefehl und informierte die Sachbearbeiter des Wirtschaftsdezernates im LKA, die seinerzeit das Betrugsverfahrens gegen den Kaufmann betrieben hatten. Den Ermittlern wurde im Zuge ihrer Arbeit bekannt, dass der Gesuchte die Absicht hatte ein Fußballturnier in der Sporthalle seines Wohnortes zu besuchen. Hier warteten sie am Montag, dem 28.12.2009, sein Eintreffen ab und nahmen ihn widerstandslos fest.
Der vollkommen überraschte 50-Jährige wurde unverzüglich zu seiner Haftverbüßung in die JVA eingeliefert. Von dort durfte er seine Lebensgefährtin über seinen künftigen, mehrjährigen Aufenthaltsort informieren.

Landeskriminalamt SAARLAND
Pressestelle
Pressemeldung 2/2010
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