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Forschung und Technologie
 

Professorin Jana Koehler löst Professor Wahlster als Vorsitzende der Geschäftsführung des DFKI ab – die Akademische Amtsübergabefeier fand am Standort Saarbrücken des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz statt

Pressemitteilung vom 25.02.2019 - 15:30 Uhr

Dr. Jana Koehler, bislang Professorin an der Hochschule Luzern, Departement für Informatik, folgt Professor Wolfgang Wahlster, der zum 31.01.2019 in den Ruhestand getreten ist, als Vorsitzende der Geschäftsführung des DFKI nach. Professor Wahlster bleibt dem DFKI als Chief Executive Advisor aktiv verbunden.

In einem akademischen Übergabe-Symposium heute (25.2.19) würdigte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans die Verdienste von Herrn Prof. Wahlster und wünschte gleichzeitig Frau Prof. Koehler viel Erfolg als Vorsitzende der Geschäftsführung. 

Ministerpräsident Tobias Hans dankte Professor Wahlster für sein außerordentliches Engagement: „Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, dass sich das DFKI zu einem Forschungszentrum mit internationalem Renommee entwickelt hat und mit international herausragenden Centers of Excellence konkurrieren kann. Sie haben sich jahrzehntelang in besonderer Weise für den Aufbau des Forschungsfelds der Künstlichen Intelligenz in Deutschland verdient gemacht und gehören unbestritten zu den anerkanntesten Informatikern weltweit. Darüber hinaus waren Sie mit Ihrem Gespür für die gesellschaftlichen Potenziale wissenschaftlicher Themen und für die Innovationschancen sowie -bedarfe der Wirtschaft über die Jahre hinweg ein  wichtiger Partner der Politik.“

Der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Konrad Wolf ergänzt: „Unter Prof. Wahlster ist es dem DFKI wie kaum einem anderen Forschungszentrum erfolgreich gelungen, die Brücke zu schlagen zwischen der Grundlagenforschung und der konkreten wirtschaftlichen Anwendung. Dabei ist das DFKI geradezu ein Paradebeispiel für eine Institution, die die gelungene Zusammenarbeit mit Hochschulen vor Ort lebt, sei es in Kaiserslautern, in Saarbrücken oder in Bremen. Von der internationalen Strahlkraft profitieren nicht nur die drei DFKI-Sitzländer. Vielmehr stellt das DFKI eine zentrale Größe der KI-Forschung am Wissenschaftsstandort Deutschland dar.“

An die Nachfolge eines derart außergewöhnlichen Wissenschaftlers, wie es Prof. Wahlster ist, sind immer hohe Erwartungen verbunden. Umso erfreulicher ist es, dass mit der Berufung von Professorin Jana Koehler als Vorsitzende der Geschäftsführung des DFKI eine Persönlichkeit gefunden wurde, unter deren Leitung das DFKI aufbauend auf seiner außerordentlichen Entwicklung von der Gründung bis heute nun einer ebenso vielversprechenden Zukunft entgegen geht. Die Vertreter der drei Sitzländer gratulierten Professorin Koehler zu ihrer Ernennung und zeigten sich sehr erfreut, dass es gemeinsam  gelungen sei, eine ausgewiesene Spezialistin für KI mit fundierten Erfahrungen in Forschung, Lehre und Industrie zu gewinnen.

Die Bremer Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt: „Mit Frau Prof. Koehler wurde der Staffelstab des DFKI für die zukünftige Zusammenarbeit mit den Hochschulen und der Wirtschaft in gute Hände gelegt. Das DFKI hat gerade den 1000. Mitarbeiter eingestellt, die Weichen für die Zukunft sind gestellt. Unter Frau Prof. Koehler werden die Standorte weiter wachsen und sich entwickeln können“.

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz ist seit seiner Gründung im Jahr 1988 zu einem überaus  wichtigen und unverzichtbaren Bestandteil für die Informatikforschung in Deutschland sowie die Informatikschwerpunkte in Saarbrücken, Kaiserslautern und in Bremen geworden. Auch die in der jüngeren Vergangenheit hinzugekommenen Außenstellen in Oldenburg/Osnabrück und St. Wendel sowie das Projektbüro Berlin haben das Gesamtportfolio dieser führenden wirtschaftsnahen Forschungseinrichtung bereichert. Das DFKI spielt gerade für die internationale Sichtbarkeit des KI-Standorts Deutschland eine wesentliche Rolle und hat sich seit seiner Gründung zum weltweit größten Forschungszentrum auf diesem Gebiet entwickelt mit inzwischen über 1.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rd. 49 Mio. €. Maßgeblich verantwortlich ist Professor Wahlster, ohne dessen Leistungen und Engagement diese beeindruckende Entwicklung nicht möglich gewesen wäre.

Professorin Jana Koehler hat ihren Dienst an der Universität des Saarlandes am 1. Februar 2019 aufgenommen. Nach dem Studium an der Humboldt-Universität Berlin wurde sie 1994 bei Wolfgang Wahlster an der Universität des Saarlandes promoviert. Nach Postdoc-Aufenthalten in den USA und Schweden habilitierte sie sich 1999 für das Fach Informatik an der Albert-Ludwig-Universität Freiburg im Breisgau. Ende der 90er Jahre ging Jana Koehler in die Schweiz und wechselte  in die freie Wirtschaft. Sie arbeitete zunächst für den Aufzughersteller Schindler und war anschließend in leitender Funktion für IBM am Forschungsstandort in Rüschlikon tätig. Nach zehn Jahren bei IBM kehrte sie in die Wissenschaft zurück und wirkte seitdem sehr erfolgreich an der Hochschule Luzern.

Prof. Dr. Koehler folgt damit ihrem Doktorvater Professor Wolfgang Wahlster als Hochschullehrerin und übernimmt auch dessen Funktionen im DFKI als Vorsitzende der Geschäftsführung und als technisch-wissenschaftliche Direktorin des DFKI. Am heutigen Tage wurde dieser bedeutsame Wechsel für den Wissenschaftsstandort Deutschland in einer Festveranstaltung vollzogen.

Mit Prof. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster scheidet ein höchst renommierter Informatiker als Vorsitzender der Geschäftsführung des DFKI aus. Für seine Forschungen wurde er u.a. mit dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten und dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Er erhielt Ehrendoktorwürden der Universitäten Darmstadt, Linköping und Maastricht. Prof. Wahlster ist Mitglied der Nobelpreis-Akademie in Stockholm sowie der Deutschen Nationalakademie Leopoldina. Als Mitglied von Beratungsgremien der Bundesregierung wie den Partnern für Innovation und der Forschungsunion hat er Zukunftsprojekte wie Industrie 4.0, Smart Service Welt und die Plattform Lernende Systeme maßgeblich mitinitiiert.