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Wald und Forstwirtschaft
 

Waldpolitik

Buche
Buche

Mit einer bewaldeten Fläche von 36 Prozent gehört das Saarland zu den waldreichsten Bundesländern im Bundesgebiet. Zwei Merkmale stellen im Bundesvergleich eine besondere Herausforderung an eine Forst- und Waldpolitik im Saarland:
Das Saarland hat mit über 70 Prozent den höchsten Waldbesitzanteil an öffentlichem Wald und mit ebenfalls über 70 Prozent Laubbaumanteil den naturnächsten Wald in der Bundesrepublik. Insbesondere die in Mitteleuropa natürlicherweise dominierende Baumart Buche hat im Saarland den höchsten Anteil.
Die Bedeutung, die der Wald für
- den Naturhaushalt und die ethische Dimension des Naturschutzes d. h. der Arterhaltung, (Biodiversität)
- die Daseinsvorsorge (gesunde Umwelt) der Bürger,
- für die Versorgung der Bevölkerung mit ökologischen Baustoffen,
- für die energetische Versorgung mit nachhaltigen Energien und
- für die Arbeitsplätze in der Forst- und Holzwirtschaft hat,
stellt die saarländische Forst- und Waldpolitik vor besondere Herausforderungen und bietet dabei zugleich besondere Chancen.
Drei Viertel des saarländischen Waldes befindet sich im Eigentum der öffentlichen Hand; damit ist dieser Wald ein Bürgerwald. Der Herausforderung an die Politik, die Rahmenbedingungen für eine zukunftsorientierte Waldwirtschaft so zu steuern, dass die Belange aller Bürger und die Belange zukünftiger Generationen ausgewogen berücksichtigt werden, steht im Saarland die besondere Chance gegenüber, dass ein leistungsfähiger staatlicher Forstbetrieb durch die Festlegung der Eigentümerzielsetzung eine solche Politik unmittelbar umsetzen kann. Die im saarländischen Waldgesetz formulierten Ziele werden auf konkret bemessbare Kriterien heruntergebrochen und in operationale Teilziele formuliert.

Ein Bürgerwald muss
- bürgernah sein, das bedeutet, dass jeder Bürger „seinen“ Förster ansprechen können muss,
- den besonderen Anforderungen des Naturschutzes gerecht werden,
- angemessen seine Rohstofffunktion erfüllen, also soviel Holz liefen wie ökologisch vertretbar ist,
- seinen Beitrag für das Landschaftsbild und die Landeskultur gezielt derart leisten, dass andere Belange des Landes positiv unterstützt werden, das sind insbesondere Naherholung, Tourismus und angesichts des demografischen Wandels eine Verbesserung der Attraktivität der Landschaft,
- den Wald in seiner Regelungsfunktion für den gesamten Naturhaushalt (neben den Wäldern für die Gewässer, die freie Landschaft und die Siedlungen) aktiv wahrnehmen. Im Fall der Bodenversauerung und deren Konsequenz für z. B. die Gewässer erfolgt dies durch Waldkalkungsprogramme auf der Grundlage einer flächenbezogenen Untersuchung nach dem Stand des Wissens der Umweltwissenschaften.

Die Forstpolitik wird an folgenden Zielen ausgerichtet werden:
- Herstellung bürgernaher, effizienter und am Gemeinwohl ausgerichteter Strukturen im staatlichen Forstbetrieb,
- Verstärkung und Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen öffentlichem Wald der Kommunen und Landeswald,
- Verstärkung des Beitrags des Landeswaldes für Tourismus und Naherholung in Zusammenarbeit mit der Tourismusförderung,
- Verstärkung des Beitrags des Landeswaldes für Maßnahmen der Umweltbild für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie weitere Entwicklung der Waldkultur,
- Verstärkte Einbeziehung des öffentlichen Waldes bei der Nutzung der erneuerbaren Energien aus Biomasse, Wind und Sonne,
- Einbeziehung de Universität des Saarlands in die Umweltuntersuchungen aller Waldbesitzarten.
Als Konsequenz aus Klimawandel und Schadstoffeintrag wird auf forstplanerische Strukturen im Saarland besonders Wert gelegt, damit auf der Grundlage verlässlicher Daten die politisch notwendigen Entscheidungen getroffen werden können. Dies ist ein Bestandteil der Daseinsvorsorge.
Maßnahmen in naher Zukunft sollen sein:
- Die ökologische Forstreform wird ständig weiterentwickelt  und jeweils dem neuesten Stand des Wissens (Beispiel Alt- und Totholzkonzept) angepasst;
- Transparenz für die Öffentlichkeit und Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei allen Maßnahmen im Bereich Waldwirtschaft undForstpolitik;
- Im Rahmen der Sparbemühungen entwickeln von klaren und nachvollziehbare Bewertungen für alle gesetzlich vorgeschriebenen oder von der öffentlichen Hand eingeforderten Dienstleistungen damit die für den Bürger wichtigen Leistungen auch im Rahmen der Mittelverknappung in öffentlichen Kassen gewährleistet ist;