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Fischerei
 

Aalschutzinitiative Saar

Fluss-Aal Foto: MUV
Fluss-Aal Foto: MUV

Auf Vorschlag des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz wurde im Jahr 2015 gemeinsam mit dem Fischereiverband Saar (FVS) eine weitergehende Aalschutzinitiative an der saarländischen Saar gestartet.
Kern des Projektes ist der Fang von Blankaalen (ausgewachsene und fortpflanzungsbereite Aale) vor den Wasserkraftanlagen und Transport nach Linz/Rhein, von wo aus die Aale ihre Laichwanderungen in die Sargassosee (Atlantik vor Nordamerika) ungehindert von Querbauwerken fortsetzen können. 
Das MUV kooperiert mit dem Land Rheinland-Pfalz, welches eine ähnliche Schutzmaßnahme der Aalbestände bereits seit 1995 durchführt.
Die Notwendigkeit solcher Schutzmaßnahmen ergibt sich aus den bestehenden Wasserkraftanlagen u.a. an Saar, Mosel und Rhein. Die abwanderungsbereiten Aale werden zu einem großen Teil durch die Turbinen geschädigt. Nur ein kleiner Teil findet den Weg durch die Schleusenanlage.

Kooperation zum Aalschutz in der Saar

Minister  Reinhold Jost und Dr. Hans Bünting, Vorstand Erneuerbare Energien bei innogy SE, haben am 16.09. 2016 den Vertrag zur Aalschutzkooperation an der (saarländischen) Saar unterzeichnet.

Minister  Reinhold Jost und Dr. Hans Bünting, Vorstand Erneuerbare Energien bei innogy SE, haben am 16. September 2016 den Vertrag zur Aalschutzkooperation an der (saarländischen) Saar unterzeichnet. Ziel ist es, Aale in der Saar gezielt mit Reusen abzufischen, um sie anschließend nach Linz wieder in den Rhein zu setzen. Von hier aus können die Tiere ungehindert von Turbinen in Wasserkraftwerken in Richtung ihrer Laichgebiete in der Sargassosee abwandern.       
                                                                                                           
Beitrag zum Artenschutz und wissenschaftliche Forschung
Minister Jost erklärt: „Mit dieser Aalschutzinitiative leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Arten- und Tierschutz für eine Fischart, die weltweit zu den gefährdetsten Arten gehört. Wir unterstützen damit die Bemühungen der Europäischen Union zum Schutz des Europäischen Aals. Wir erhoffen uns durch dieses Projekt aber auch neue Erkenntnisse über die Einflussfaktoren in der Saar, die die Aal-Wanderungen auslösen.“
Nutzung der Wasserkraft wichtig für Energiewende 
„Die Wasserkraft ist ein wichtiger Baustein der Energiewende, da sie seit über hundert Jahren zuverlässig, wirtschaftlich und rund um die Uhr klimafreundlichen Strom erzeugt. Daher ist es wichtig, ihren Einfluss auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten – pragmatisch und wirkungsvoll. Die Aalschutzinitiative erfüllt diese Kriterien, so unsere 20jährigen Erfahrungen an der Mosel. Da wir hier im Saarland auch vier Kraftwerke an der Saar betreiben, freue ich mich besonders über die neue Kooperation mit dem Umweltministerium und dem Fischereiverband Saar,“ meint Dr. Hans Bünting von innogy SE.
Erfolgreiche Probephase wird fortgesetzt 
Nach der erfolgreichen Erprobungsphase im Jahr 2015, bei der Blankaale (ausgewachsene und fortpflanzungsbereite Aale) vor den Wasserkraftanlagen abgefangen und nach Linz/Rhein transportiert wurden, intensiviert nun ein vierköpfiges Team des Fischereiverbandes Saar, um den Vizepräsidenten Bernd Hoen und den Verbandsbiologen Sebastian Hoffmann die Abfischaktionen zur Erhöhung der Fangmengen. In der aktuellen Abwanderungsphase bis November sind täglich vier ehrenamtliche Kräfte des Fischereiverbandes Saar im Einsatz und fangen die Aale unterhalb der Staustufen ab.
Kooperationspartner finanziert Initiative bis 2018  
Die RWE-Tochter innogy finanziert die Aalschutzmaßnahmen an der Saar zunächst bis 2018 und unterstützt die projektbegleitende Arbeitsgruppe bei der Analyse der Ergebnisse. Der Präsident des Fischereiverbandes Saar, Andreas Schneiderlöchner sagt: „Als Grund für den dramatischen Bestandsrückgang wird die überhöhte Sterblichkeit von Aalen während ihrer kontinentalen Wachstumsphase angenommen. Um den Aal nachhaltig zu nutzen und den Bestand zu stützen, ist als sinnvolle Sofortmaßnahme das gezielte Abfangen abwandernder Aale vor den Kraftwerken und der Transport in kraftwerksfreie Flussläufe dringend erforderlich.“
Hintergrund:
Der Europäische Aal gehört zu den besonders gefährdeten Tierarten. Nach der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature) ist er vom Aussterben bedroht. Für den aktuellen Bestandsrückgang gibt es nach gegenwärtigem Wissensstand verschiedene Ursachen, wie u.a. die Änderung des Golfstroms und die übermäßige Abfischung der Jungaalbestände vor den europäischen Küsten sowie im Binnenland oder die Beschädigung bei der Passage von Wasserkraftanlagen. Der Aal ist Teil der natürlichen Lebensgemeinschaft der Saar. Hier wächst er heran, wird erwachsen und fortpflanzungsfähig und tritt bei speziellen Umweltbedingungen, wie z.B. hinsichtlich Abflusssteigerung, Wassertemperatur und Wassertrübung seine aktive Wanderung über Mosel und Rhein in Richtung Nordsee und weiter in die Sargassosee an. Hier laichen die Tiere ab. Die geschlüpften Larven wandern dann über Strömungen an die europäischen Küsten. Ein Teil davon gelangt anschließend über natürliche Wanderung ins Binnenland oder wird an den Küsten, insbesondere an den Flussmündungen der französischen Atlantikküste und dem englischen Fluss Severn abgefangen und in geeignete Aufwuchsareale im Binnenland gebracht.
Durch eine gesicherte und schadlose Abwanderung eines bestimmten Anteils von Blankaalen aus der Aalpopulation der Saar soll dazu beigetragen werden, die Bestände des europäischen Aals zu erhalten. Das dient dem Tier- und Artenschutz und ist ganz im Sinne der EU-Aalschutzverordnung, die einer weiteren Reduktion der europäischen Aalpopulation entgegenwirken soll.


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