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Verkehr
 

Unternehmen zum Umsteigen bewegen

06.03.2018
Bei der Podiumsdiskussion kamen auch die Gäste zu Wort, etwa zur Fahrradmitnahme im ÖPNV oder zur finanziellen Förderung von Pedelecs am Arbeitsplatz. Foto: © MWAEV
Bei der Podiumsdiskussion kamen auch die Gäste zu Wort, etwa zur Fahrradmitnahme im ÖPNV oder zur finanziellen Förderung von Pedelecs am Arbeitsplatz. Foto: © MWAEV

Gezielt verschiedene Interessengruppen ansprechen und sie für das Rad als Verkehrsmittel begeistern – das sieht Verkehrsministerin Anke Rehlinger als zentrale Maßnahme, um den Alltagsradverkehr im Saarland zu stärken. Aus diesem Grund hat die Ministerin gemeinsam mit der Arbeitskammer, dem ADFC Saar und der IHK Saarland die Veranstaltungsreihe „Wege aus der Radlosigkeit“ ins Leben gerufen. Unterschiedliche Zielgruppen erhalten Anregungen dazu, wie sie das Fahrrad zunehmend in ihren Alltag integrieren können und welche Vorteile sich daraus ergeben. Im Fokus der ersten Impulsveranstaltung am Montag, 5. März, standen die saarländischen Unternehmen: Besonders die Beschäftigten profitieren vom Umsteigen aufs Fahrrad. Auf zwei Rädern haben sie keinen Parkdruck und stehen auf dem Weg zur Arbeit nicht im Stau.

„70 Prozent der Berufstätigen im Saarland pendeln zur Arbeit. Aber nur 14 Prozent fahren mit dem Rad. Im Bund sind es durchschnittlich 32 Prozent der Bürgerinnen und Bürger, also  mehr als doppelt so viele. Wenn wir bereits einen Bruchteil der Saarländerinnen und Saarländer dazu bewegen können, auf das Rad umzusteigen, wird sich das spürbar auf die Verkehrssituation auswirken, gerade in unseren Städten“, so Anke Rehlinger. „Mit sinkendem Verkehrsaufkommen geht auch die Belastung für Mensch und Umwelt durch Abgase und Lärm zurück.“  Als Arbeitsministerin sieht Rehlinger das Rad aber auch als einen Baustein im Betrieblichen Gesundheitsmanagement: „Wer mit dem Rad zur Arbeit fährt, kommt nicht nur munter dort an, sondern tut gleichzeitig auch etwas für seine Gesundheit. Dass ihre Beschäftigten fit und gesund sind, ist auch für die Arbeitgeber wichtig. Sie wollen wir gemeinsam für die entsprechenden Rahmenbedingungen sensibilisieren.“

Im Vordergrund der Impulsveranstaltung standen daher auch Praxisbeispiele aus fahrradfreundlichen Unternehmen. Mit kleinen Maßnahmen lässt sich bereits viel erreichen, so dass das Fahrrad nicht zur Hürde, sondern zum Vorteil wird. „Das E-Bike eröffnet ganz neue Perspektiven für Mitarbeiter, um bequem, schnell und kostengünstig zur Arbeit zu kommen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Unternehmen das unterstützen, etwa durch Angebote zum Fahrradleasing und die Bereitstellung von sicheren Abstellmöglichkeiten auf dem Firmengelände. Wichtig ist aus unserer Sicht zudem, dass das Land mehr Radschnellwege baut – und Gewerbegebiete daran anbindet“, so Dr. Heino Klingen, Hauptgeschäftsführer der IHK Saarland.

Neben der richtigen Radinfrastruktur im Unternehmen ist natürlich auch das Bewusstsein für die Vorteile des Fahrrads von Bedeutung. Wie aber können Arbeitgeber dieses Bewusstsein schärfen und die Motivation zum Umsteigen im Betrieb erhöhen? Beatrice Zeiger, Geschäftsführerin der Arbeitskammer: „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wollen ihren Weg zur Arbeit so zügig, flexibel, zuverlässig, kostengünstig und komfortabel wie möglich gestalten. Radfahren kann dabei eine gesunde und kostengünstige Alternative sein. Mit einem Pedelec oder E-Bike ist auch die saarländische Topographie kein Hindernis mehr. Arbeitgeber können durch gezielte Maßnahmen den Radverkehr fördern, z.B. durch geeignete Umkleidemöglichkeiten oder den Zuschuss zum Kauf eines Rades oder E-Bikes für den Weg zur Arbeit. Wichtig ist auch, ein fahrradfreundliches Klima im Unternehmen oder der Dienststelle offen zu demonstrieren. Deshalb sollten die Vorgesetzten auch mal aufs Rad steigen und zeigen, dass es nicht immer ein Auto braucht, um mobil zu sein“. 

Neben den Unternehmen sind auch Schülerinnen und Schüler eine Zielgruppe, die Verkehrsministerin Rehlinger im Rahmen der Veranstaltungsreihe ansprechen will. Der Fahrradmonitor 2017, der alle zwei Jahre das subjektive Stimmungsbild der Radfahrer in Deutschland erhebt, bescheinigt dem Saarland bei dieser Zielgruppe besonderen Nachholbedarf. Zur Schule, Ausbildungsstätte oder Universität fahren im Saarland nur 7 Prozent, deutschlandweit sind es 15. Thomas Fläschner vom ADFC Saar: „Rund um die Schulen gilt es Bedingungen zu schaffen, die Eltern und Kindern das Gefühl geben, dass man dort mit dem Kind sehr sicher unterwegs sein kann. Kinder lieben nämlich ihr einziges eigenes Verkehrsmittel und würden es gerne viel öfter nutzen.“

Die Veranstaltungsreihe Wege aus der Radlosigkeit dient auch dazu, für die Teilnahme an der Kampagne Stadtradeln Saar zu motivieren. In diesem Jahr beteiligt sich das Saarland zum dritten Mal an der bundesweiten Initiative des Netzwerks Klimabündnis. Auch hier ist das Ziel, das Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel zu bewerben. Stadtradeln Saar findet vom 26. Mai bis zum 24. Juni statt.

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Ob Arbeitgeber oder Beschäftigte, von mehr Radverkehr profitieren alle. Die Impulsbeiträge der Referenten zeigen, wie es geht.