Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Gesundheit
 

Zikavirus

Das Virus wurde 1947 erstmals bei einem Affen im Zikawald in Uganda, Afrika, isoliert. Es zirkuliert aber auch schon einige Jahrzehnte in Asien, was vor allem durch den Nachweis von Zirkavirus-Infektionen bei heimkehrenden Touristen bewiesen wurde. Größere Ausbrüche beim Menschen wurden 2007 in Mikronesien und ab 2013 in anderen Inselstaaten im pazifischen Raum, wie etwa Französisch Polynesien, beobachtet.
Im Jahr 2015 wurden Zikavirus-Infektionen erstmalig auch in Brasilien beschrieben. In der zweiten Jahreshälfte 2015 verbreiteten sich zunehmend auch Infektionen in Ko-lumbien, Venezuela und in den Ländern Mittel- und Südamerikas.

Im Dezember 2015 wurde auf Puerto Rico die erst autochthone Infektion auf einer Karibikinsel dokumentiert.
In Deutschland besteht aktuell keine gesetzliche Meldepflicht für Zikavirus-Infektionen und daher sind genau Zahlen nicht bekannt. In einzelnen Fällen wurde das Virus aus betroffenen Gebieten importiert, etwa 2013 von einem Reiserückkehrer aus Asien.

Das Zikavirus wird von Mücken der Gattung Aedes übertragen. Die Symptome einer Zikavirus-Infektion sind Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Binde-hautentzündung und leichtes Fieber. Die Symptome klingen innerhalb weniger Tage wieder ab. Im Vergleich zu anderen tropischen, mückenübertragenden Erkrankungen wird der Krankheitsverlauf als milder beschrieben. Das größte Risiko liegt vor bei Schwangerschaft. Es besteht der Verdacht der Schädigung des ungeborenen Kindes. Die Kinder werden mit einem zu kleinen Kopf (Mikrozephalie) geboren. Diese geht mit Fehlbildungen des Gehirns einher und kann bis zum Tode führen.

Aktuell breitet sich das Virus in Mittel- und Südamerika aus. Es wird hauptsächlich durch die Tigermücke übertragen. Die Möglichkeit von sexueller Übertragung sowie von perinataler Infektion (im Rahmen der Geburt) wurden ebenfalls beschrieben.
Einen Impfstoff gegen Zikaviren gibt es nicht. Reisende in tropische Länder sollten über den aktuellen Stand der Zikavirus-Infektionen in der jeweiligen Region unterrichtet sein. Sie sollten sich in geschlossenen Räumen und im Freien gegen Stechmücken schützen, zum Beispiel durch Insektenschutzmittel, lange Kleidung. In nicht-klimatisierten Zimmern sollten Fenster- und Bettnetze genutzt werden. Es wird Schwangeren abgeraten, Reisen in bekannte Zikavirus-Ausbruchsgebiete durchzuführen. Bei unvermeidlichen Reisen in diese Gebiete ist auf einen konsequenten Mückenschutz zu achten. Informationen zu betroffenen Regionen finden Sie unter www.rki.de.

Reisende, die innerhalb von drei Wochen nach der Rückkehr aus einem betroffenen Gebiet Symptome entwickeln, die auf eine Infektion mit dem Zika-Virus hindeuten, sollten einen Arzt aufsuchen und auf die Reise hinweisen. Schwangere, die in diesen Gebieten unterwegs waren, sollten ihren Frauenarzt bei Vorsorgeuntersuchungen darauf hinweisen. Schwangere, immungestörte Menschen, schwer chronisch Erkrankte sowie Reisende mit kleinen Kindern sollten vor der Reise den Hausarzt aufsuchen oder sich in einer reisemedizinischen Einrichtung beraten lassen.

Auswärtiges Amt

Hier  können Sie weitere reisespezifische medizinische Hinweise einsehen.