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Verkehr
 

Verkehrsentwicklungsplan ÖPNV: Über die Grenzen hinaus

17.01.2019 -

Die Neuaufstellung des ÖPNV steht kurz vor dem Abschluss. Am Mittwoch, 16. Januar, tagte die letzte von insgesamt vier Fokusgruppen. Das Treffen fand zu dem Thema grenzüberschreitender Verkehr statt.

Die Mitglieder der Fokusgruppe beschäftigten sich insbesondere mit der Frage, welche Qualität der grenzüberschreitende Nahverkehr haben muss, um mehr Autofahrten auf den öffentlichen Personennahverkehr zu verlagern. Foto: © MWAEV
Die Mitglieder der Fokusgruppe beschäftigten sich insbesondere mit der Frage, welche Qualität der grenzüberschreitende Nahverkehr haben muss, um mehr Autofahrten auf den öffentlichen Personennahverkehr zu verlagern. Foto: © MWAEV

Die Neuaufstellung des ÖPNV steht kurz vor dem Abschluss. Am Mittwoch, 16. Januar, tagte die letzte von insgesamt vier Fokusgruppen. Das gestrige Treffen fand zu dem Thema grenzüberschreitender Verkehr statt. Die Mitglieder der Fokusgruppe beschäftigten sich insbesondere mit der Frage, welche Qualität der grenzüberschreitende Nahverkehr haben muss, um mehr Autofahrten auf den öffentlichen Personennahverkehr zu verlagern.

„Als Zentrum der Großregion muss das Saarland in enger Kooperation mit unseren Nachbarn Frankreich, Luxemburg und Rheinland-Pfalz den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) über die Landesgrenzen hinaus stärken“, begründet Verkehrsministerin Anke Rehlinger die Arbeit der Fokusgruppe. „Unser Bundesland ist ein überregional wichtiger Wirtschaftsstandort und mit seinen Einkaufsmöglichkeiten, sowie Bildungs- und Freizeitangeboten ein attraktiver Anziehungspunkt für viele Menschen aus der Großregion. Damit das so bleibt, müssen wir – gerade vor dem Hintergrund zunehmender Pendlerverflechtungen in der Grenzregion – die bereits vorhandenen Bahn- und Busverbindungen weiter stärken. Hierbei spielt selbstverständlich auch die Kosten-Nutzen-Betrachtung eine entscheidende Rolle.“

Die Entwicklung von länderübergreifenden Bahn- und Buslinien sei mit einem erhöhten Planungs- und Organisationaufwand verbunden, so die Ministerin. Dies sei der Tatsache geschuldet, dass sich die jeweiligen Interessen und Realisierungsmöglichkeiten der benachbarten (Bundes-) Länder voneinander unterscheiden können. Daher wurde genau diese Fragestellung der Umsetzung und Finanzierung künftiger Angebote im Bahn- und Busverkehr mit Vertretern benachbarter Regionen diskutiert.

Marie Kiffer, Projektleiterin bei Eurodistrict SaarMoselle: „Es geht um die Zukunft des ÖPNV in der Grenzregion und um die Frage, wie wir in Zukunft die Pendlerströme zwischen Ost-Moselle und dem Saarland begleiten. Wir können heute entscheiden, in welche Richtung wir bis 2030 gehen und welche Entwicklungen wir gestalten wollen. Der Verkehrsentwicklungsplan hat auch eine große Bedeutung für die Wirtschaft. Je besser die Verkehrslage, desto leichter lassen sich wirtschaftliche Aktivitäten über die Landesgrenzen hinaus organisieren. Der Eurodistrict SaarMoselle hat einige Pläne entwickelt, um die Bewegung von Menschen zu vereinfachen. Die wollen wir in den Verkehrsentwicklungsplan integrieren.“

Auch das saarländische Verkehrs- und Wirtschaftsministerium engagiert sich bereits seit Jahren in Bereichen des grenzüberschreitenden ÖPNV, beispielsweise in Projekten wie Ticketing Saar-Moselle (Einführung eines elektronischen Ticketsystems für den grenzübergreifenden Busverkehr im Bereich Saarland – Département Moselle) oder TERMINAL (Test eines automatisierten Busses im grenzüberschreitenden Gewerbegebiet Creutzwald-Überherrn).

Fokusgruppen-Teilnehmer Tom Juttel, Projektleiter des luxemburgischen Ministeriums für Mobilität und öffentliche Arbeiten setzt ebenfalls auf Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus: „Das Potential, das in diesen Verkehrsanbindungen liegt, ist enorm. Wir müssen die Bedingungen schaffen, um eine echte Konkurrenz zum privaten PKW zu sein. Das geht am besten Hand in Hand mit unseren Nachbarländern. Wir können die Grenzgänger nur motivieren, die Buskorridore zu nutzen, wenn wir Ihnen Zeitersparnis und Komfort bieten können.“

Die Treffen der Fokusgruppen sind Teil der konzeptionellen Phase bei der Erarbeitung des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) ÖPNV. Die Ergebnisse aller Arbeitstreffen werden im Rahmen des Projekts ausgewertet und für die weitere Bearbeitung des VEP aufbereitet. Der Fokusgruppe Grenzüberschreitender Verkehr waren bereits die Treffen der Fokusgruppen Barrierefreiheit, Ländlicher Raum und Digitalisierung vorangegangen. Im Frühjahr werden die Ergebnisse der Fokusgruppen in öffentlichen Veranstaltungen vorgestellt und diskutiert. Der genaue Termin befindet sich noch in der Abstimmung.