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Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
 

Boden bedeutet Zukunft!

Ausstellung verpasst? - Diesen Sommer ist die Ausstellung auf dem Wendelinushof in St. Wendel erlebbar.

13.07.2016
Boden ist Grundlage des Lebens. Er archiviert die Kulturgeschichte und lagert wertvolle Schätze, die eine moderne Entwicklung erst möglich machen.
Boden ist Grundlage des Lebens. Er archiviert die Kulturgeschichte und lagert wertvolle Schätze, die eine moderne Entwicklung erst möglich machen.

Am 12.07.2016 läutete im Saarbrücker E-Werk die 2015 begonnene ZukunftsTour den letzten Halt ihrer Reise durch alle Bundesländer ein. Endstation Saarland beim Thema Zukunft und Zukunftsfähigkeit? Mit Sicherheit nicht. Das zeigte vor allem die Resonanz in Zahl und Interesse der mehr als 600 Teilnehmer/innen, vorwiegend Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 9.
Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz war mit seiner interaktiven Ausstellung zur Lebensgrundlage Boden ebenfalls an Bord.

Böden bilden den Untergrund, auf dem wir stehen, auf den wir bauen können. Sie sind Lebensraum und Lebensquelle, die Grundlage unserer Versorgung mit Lebensmitteln. Doch die wichtige Verbindung unserer saarländischen Böden zur Entwicklungspolitik wird erst auf den zweiten Blick deutlich.

Altbekannte Oberflächen mit bloßen Füßen zu „sehen“ bildete deshalb den Auftakt der Ausstellung: Harter Untergrund, bewegliches, aus Einzelkörnern bestehendes Material, weiche, lockere und federnde Oberflächen waren auf einem Barfußpfad zu spüren. Den Blick unter die Erdoberfläche ermöglichten sogenannte Lackprofile von Böden, die im Saarland zu finden sind. - Lackprofile sind Entnahmen aus Bodengruben, die in Form, Farbe und Zusammensetzung dem unter der Oberfläche tatsächlich Vorhandenen entsprechen und mit Bindemitteln auf Dauer konserviert werden. – Die natürlichen Böden haben eines gemeinsam: Sie sind von Pflanzenwurzeln, Grabgängen und Röhren, die von Bodentieren, wie den Regenwürmern gebohrt wurden, durchzogen. Sie bestehen nicht aus einzelnen Gesteinskörnern, sondern sind in Folge der Aktivitäten von Bodentieren, Bakterien und Pilzen durch größere Fragmente fest miteinander verbunden (lebende Verbauung). Solange die Böden nicht stark verdichtet werden, sorgt deren natürlicher Aufbau dafür, dass auf den Boden treffendes Niederschlagswasser wie von einem Schwamm aufgesaugt werden kann und nicht an geneigten Oberflächen abfließt. Die Starkregenereignisse der letzten Wochen im Bundesgebiet wie im Saarland haben bewusst gemacht, was es bedeutet, wenn sich das Wasser an der Bodenoberfläche den kürzesten Weg in die Täler sucht.
Ist der Boden gestört, nicht mehr gesund entwickelt oder wurde er gar künstlich durch Aufschüttungen von Einzelkörnern hergestellt, geht seine schwammartige Funktion verloren, das Wasser bleibt auf der Oberfläche stehen und bewegt sich umgehend, der Schwerkraft folgend, entlang der Hänge in die Täler. Ohne die lebende Verbauung und ohne Pflanzenwurzeln reißt dieses Wasser den fruchtbaren Oberboden mit sich. Schlammströme können sich bilden und sichtbare Erosionsrinnen an der Oberfläche bleiben zurück. In Deutschland und Mitteleuropa bewegt sich die Tiefe solcher Rinnen meist im Zentimeter- und ggf. auch Dezimeterbereich. In manchen Gegenden dieser Erde werden jedoch schnell mehrere Meter Bodenabtrag erreicht. Hier kann mit Gewissheit niemand mehr Ackerbau betreiben. Und leider sind hiervon gerade die ärmeren Staaten unseres Planeten betroffen.
Unter den klimatischen Bedingungen in Deutschland entstehen durch natürliche Prozesse etwa 10 cm neuen Bodens in 1.000-2.000 Jahren.  Bereits 1 einziges Starkregenereignis kann jedoch bei nicht bewachsenen oder geschädigten Böden das in Jahrtausenden Entstandene unwiederbringlich zerstören. Nach menschlichen Maßstäben ist der Boden deshalb eine begrenzte Ressource. Daher besteht nicht nur der Bedarf, die Zerstörung von Böden in Deutschland zu verhindern, sondern im Rahmen der Entwicklungspolitik auch international Unterstützung, z.B. im Sinne von Wissenstransfer, zu betreiben.

Aktuell

Aktuell

Wussten Sie, dass in einer Handvoll Boden mehr Organismen leben, als es Menschen auf der Erde gibt? Die Organismen machen unsere Erde fruchtbar. Genauso binden und filtern sie schädliche Stoffe. Sie halten das Ökosystem gesund.

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"Boden - wir steh`n drauf!" - Eine Ausstellung zu einer der wichtigsten Grundlagen des Lebens