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Wald und Forstwirtschaft
 

Borkenkäferbefall an Fichten – noch keine Entwarnung

Der Witterungsverlauf im Sommer 2017 begünstigte die Entwicklung der Borkenkäfer. Die Temperaturen lagen deutlich über den langjährigen Mittelwerten. Die Anzahl der heißen Tage > 30°C (Referenzwert 3 Tage) bewegte sich zwischen 7 (Tholey) und 20 (SB-Burbach) Tagen. Zwei Generationen (Geschwisterbruten) des Buchdruckers konnten sich entwickeln und ausschwärmen. Die 3. Generation Buchdrucker wurde begründet. Ob die Entwicklung der dritten Käfergeneration vollständig oder zumindest überlebensfähige Überwinterungsstadien erreicht, hängt stark vom Witterungsverlauf der nächsten Wochen ab.

Für den Waldbesitzer ist es jetzt wichtig, den Borkenkäfer-Befall in der Frühphase zu erkennen und zu regulieren. Deshalb wird folgende Vorgehensweise empfohlen:
* Regelmäßige Kontrolle der Fichtenbestände (14-tägig);
* auf braunes Bohrmehl im unteren Stammbereich (Rindenschuppen, Wurzelanläufe),
* auf Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm,
* auf Spechtabschläge,
* auf Verfärbungen der Krone und
* grünen Nadelteppich am Boden achten.

Bei frischem Befall (Larven) sollten ein schneller Einschlag, ggf. Entrindung sowie eine zeitnahe Abfuhr des Fichten-Holzes erfolgen. Hilfreich ist das Kleinschneiden des Kronenmaterials.
Die Forstbehörde verweist in diesem Zusammenhang auf die Vorgaben des Landeswaldgesetzes (LWaldG). Nach § 12 Absatz 4 LWaldG gelten Hiebsmaßnahmen auf Grund von Schädlingsbefall nicht als Kahlhieb. Bei der Bewirtschaftung des Waldes ist gemäß § 14 LWaldG Rücksicht auf die Bewirtschaftung benachbarter Grundstücke zu nehmen. § 16 LWaldG verpflichtet den Waldeigentümer, einen Schädlingsbefall im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung möglichst abzuwehren.

Weitere Auskünfte erteilen:
Privatwaldbetreuer des Saarlandes: Herr Thomas Reget, Tel. 06871-502618 oder 0175-2200 815
Forstbehörde: Herr Winfried Lappel , Tel. 0681-501 4295
Waldschutzbeauftragte der Forstbehörde: Herr Joachim Stelzer, Tel 0681-9712 112